Musik-Produzent Rick Hall – «Nur Gott kann das geben, was unsere Seele braucht»

9.5.2016
4 min

Wer einen Hit will, geht zu Rick Hall. In seine «Fame Studios» kamen bereits die Rolling Stones, Aretha Franklin, Percy Sledge, Tom Jones und die Dixie Chicks. Doch trotz seines Erfolgs war der Produzent viele Jahre nicht glücklich. Er fühlte sich rastlos und leer. Bis er sich für Jesus entschied.

Seit über 50 Jahren arbeite ich bereits als Songwriter und Produzent. Ich habe einen Hit nach dem anderen arrangiert, aus der ganzen Welt kamen Künstler zu mir ins Studio.

Anfangs produzierte ich fast nur schwarze Musiker, zu einer Zeit, als der Rassenhass in den USA noch spürbar war. Mir war die Hautfarbe egal, ich stand mit Weissen und Farbigen im Studio und produzierte einen Nummer-Eins-Hit nach dem anderen.

Ich bin Perfektionist, das hat mir wohl mein Vater so beigebracht. Von ihm habe ich auch die Liebe zur Musik. Er war mein grosses Vorbild. Er hat mich gedrillt, die Dinge so lange zu bearbeiten, bis sie perfekt sind.

Schicksalsschlag

Als Kind wurde ich getauft und ging auch zur Kirche. Doch als ich zwanzig war, erlebte ich das Schlimmste, was ich mir nur vorstellen kann: Meine Frau starb bei einem schweren Autounfall und zwei Wochen später kam mein Vater bei einem Unfall mit dem Traktor ums Leben, den ich ihm geschenkt hatte. Ich war ein seelisches Wrack. Wie konnte Gott so etwas zulassen? Ich glaubte, er habe mich aufgegeben und so wollte ich nichts mehr mit ihm zu tun haben. Um meinem Schmerz zu stillen, fing ich an zu trinken. Ich wurde Alkoholiker.

Das Leben geht weiter

Jahre später heiratete ich noch einmal. Und ich fing an, Songs zu schreiben und zu produzieren. Ich war enorm erfolgreich, bekam Auszeichnungen und war ganz oben. Doch mein Temperament und meine Kontrollsucht breiteten sich in allen Bereichen meines Lebens aus. Ich war angespannt. Inzwischen sass ich schon 50 Jahre im Studio – jeden Tag, jede Nacht –, machte Leute fertig und wurde von ihnen fertiggemacht. Alles musste nach meinem Willen gehen und trotz all meines Erfolgs war ich nur unglücklich. Ich hatte jede Art der Auszeichnung bekommen, die man nur kriegen kann. Aber es war nie genug. In mir hatte ich keinen Frieden.

Endlich zurück zu Gott

Meine Frau glaubte an Gott und sie wusste, dass niemand meine innere Unruhe ausfüllen könne ausser Gott. In all den Jahren betete sie für mich. Und mit 82 Jahren war ich endlich so weit. Ich erkannte, dass ich irgendetwas ändern muss. Ich war innerlich so aufgewühlt, so frustriert, war immer auf der Suche nach noch besser und noch mehr. Und obwohl ich zu den Besten in der Branche gehörte, hatte ich das Gefühl, ich bin allen egal. Trotz meines Ruhms und Erfolgs fehlte mir etwas. Zudem kamen Gedanken über den Tod. Tief in mir wusste ich, dass es Gott gibt und spürte, dass es an der Zeit war, endlich zu ihm zurückzukommen.

So hörte ich mit 82 Jahren auf, vor Gott wegzurennen. Ich musste mir eingestehen, dass ich als junger Mann auf einen Irrtum hereingefallen war. Denn wenn ich auf mein Leben sehe, erkennt man deutlich Gottes Hand. Ich traf mich mit einem Pastor und bat ihn, mir zu helfen, Christ zu werden. Ich bekannte meine Schuld, bat Jesus, Herr in meinem Leben zu werden, und liess mich noch einmal taufen.

Neu geworden

Die Entscheidung, mich wieder Gott zuzuwenden, hat alles verändert. Denn nur Gott kann geben, was unsere Seele braucht. Dank ihm habe ich einen tiefen Frieden in mir. Die Selbstzweifel und die Angst vor der Zukunft, die ich immer hatte, sind weg. Während all der Jahre, in denen ich mich von Gott abgewandt habe, hat er mich nicht losgelassen. Ich habe nicht darauf geachtet, aber er hatte immer seine Hand auf meiner Schulter.

Auch ich habe mich verändert. Ich muss nicht mehr alles kontrollieren, Gott hat die Kontrolle in meinem Leben. Ich habe ihm alles in seine Hände gelegt. Meine Beziehung zu Gott ist mir so viel wichtiger als Erfolg. Ich weiss, dass er mir alles gibt, was ich brauche, und dass er auch durch mich wirkt. Heute ist es mein Ziel, anderen Leuten mitzugeben, welche Freiheit und Zuversicht in Jesus zu finden sind.

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