Adler sind mächtige Tiere. Ihre Flügelspannweite umfasst bis zu drei Meter. Damit lässt er sich vom Aufwind weit in den Himmel hinauftragen. Es gibt Arten, die können von oben acht Quadratkilometer überblicken und aus 300 Metern Höhe eine Maus erkennen.
Der Adler hat also einen ausgesprochenen Scharf- und Weitblick, der gleichzeitig Himmel und Erde umfasst. Von ihm lässt sich einiges lernen, das auch Gottes Sichtweise entspricht: Was wir anschauen, prägt unser Leben.
Im Hebräerbrief heisst es:

«Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.»
Hebräer 12,2
LUT
Der Vers fordert heraus: Welchem inneren Bild, welchen Gedanken und Worten gebe ich Raum in meinem Leben?
Worauf fokussiere ich?
Wir alle kennen die physischen Augen und die «Herzensaugen». Mit letzteren können wir über schwierige Ereignisse hinwegsehen und uns auf die Hoffnung fokussieren.
Thomas Edison, der spätere Erfinder der Glühbirne, litt wahrscheinlich an einer Aufmerksamkeitsstörung, die im 19. Jahrhundert noch unbekannt war und deshalb auch nicht behandelt wurde. Zudem war er schwerhörig und seit seinem zwölften Lebensjahr fast taub. Er besuchte nur wenige Jahre die öffentliche Schule. Eines Tages hörte er, wie sein Lehrer dem Schulinspektor gegenüber erklärte, Thomas sei verwirrt und es lohne sich nicht, ihn weiter in der Schule zu behalten. Diese Worte verletzten ihn so sehr, dass er in Tränen ausbrach, nach Hause ging und seiner Mutter davon erzählte.
Die tiefgläubige Mutter stellte sich entschieden hinter ihren Sohn. Sie brachte ihn zurück in die Schule und machte dem Lehrer wütend deutlich, dass er nicht wisse, wovon er spreche, und Thomas mehr Verstand habe als er selbst. Sie beschloss, ihren Sohn von nun an selbst zu unterrichten. In diesem Moment nahm sich Edison vor, seiner Mutter gerecht zu werden und ihr zu zeigen, dass ihr Vertrauen in ihn nicht unbegründet war.
Diese Mutter hat ihren Sohn mit Herzensaugen gesehen. Sie hat Hoffnung und Zukunft in ihm erkannt, dies ausgesprochen und vorgelebt. In ihrem Blick spiegelt sich Gottes Art wider.
Pflege ist wichtig
Das Gefieder des Adlers besteht aus 1'100 Hohlfedern links und rechts. Insgesamt sind 7'000 Federn schichtweise so angeordnet, dass sie Wärme und Kälte regulieren können. Jeden Morgen verbringt der Adler eine Stunde damit, sie zu pflegen. Er zieht die Federn durch den Schnabel, reinigt sie und fettet sie dank einer Drüse im Schnabel dabei auch ein. Das ist lebensnotwendig – tut er es nicht, werden sie spröde und erzeugen beim Sturzflug einen Pfeifton. Damit würde die Beute gewarnt.
Um neue Federn nachwachsen zu lassen, zieht er spröde aus. Auch für uns Menschen ist die stetige Pflege und Erneuerung der Beziehung zu Gott wichtig. Psalm 103 gibt eine Anleitung dazu:

«Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.»
Psalm 103,2
LUT
Gott will durch seinen Geist Wohnung nehmen in uns (Epheser 2,22). So werden wir zu seinem Tempel und können in der Kraft des Heiligen Geistes beflügelt leben. Unsere Herzen können frei werden von Rechthaberei, vom Festhalten an Enttäuschungen und Bitterkeit.

«Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.»
1. Johannes 1,9
LUT
Rein in den Sturm
Wenn ein Sturm aufzieht, fliegt der Adler mitten hinein und lässt sich davon hoch hinauftragen. Damit trainiert er seine Flügel und wird stärker. Auch wenn Krähen ihn angreifen, steigt er so hoch auf, bis ihnen die Luft ausgeht. Befindet er sich während des Sturms jedoch im Nest, hält er seine Flügel schützend über die Jungen.
So sagt auch Jakobus:

«Erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt, und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt.»
Jakobus 1,2-3
LUT
Gott bleibt an unserer Seite in Zeiten der Not, und ein Stolperstein kann zu einem Tritt werden, der uns näher zu ihm führt.
Mit etwa vier Jahren suchen sich Adler einen Partner. Bevor sie sich entscheiden, prüfen sie sich gegenseitig. Überzeugen sie einander, bleiben sie sich das Leben lang treu. Gemeinsam ziehen sie die Jungen gross und lehren sie, selbständig zu werden. Sie schubsen die Jungen aus dem Nest, damit sie fliegen lernen. Wenn das Junge fällt, fangen sie es mit ihren Flügeln auf.
Wie Adlereltern hilft uns Gott, Widrigkeiten zu bewältigen. Er lehrt uns zu «fliegen» – und wenn wir fallen, dann nie tiefer als in seine Hand.
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