Jakobus ruft uns dazu auf, Prüfungen und Schwierigkeiten in unserem Leben als ganz besonderen Grund zur Freude anzusehen (Jakobus 1,2). Denn in ihnen steckt ein grosses Potential, das ohne Schwierigkeiten nie zum Tragen kommt. Meist sind es nämlich nicht unsere schönen und unbeschwerten Momente im Leben, die uns im Glauben wachsen lassen.
Jakobus zeigt uns auf, dass unser Glaube standhaft wird, wenn er erprobt wird und sich dadurch behaupten kann. Dadurch entsteht ein fester und unerschütterlicher Glaube (Jakokus 1,3).
Die Chancen dahinter erkennen
Die Freude liegt also nicht in der Schwierigkeit an sich, sondern darin, zu erkennen, was die Chancen sind. Wenn wir den Blickwinkel wechseln von der Frage «Wieso passiert mir das?» zur Erkenntnis «Was für eine Chance, im Glauben zu wachsen!», kann Freude aufkommen. Jakobus erinnert uns daran:
Gott verspricht allen, die ihn lieben, dass jede Schwierigkeit einmal ein Ende hat. Möglicherweise nicht zu unseren Lebzeiten, aber Jesus schenkt uns das ewige Leben ohne Leid (Jakokus 1,12).
Es ist möglich, in schwierigen Momenten Freude zu empfinden, wenn wir die Chance dahinter entdecken. Das heisst aber nicht, dass wir Schmerz und Trauer überspielen oder ständig lächeln müssen. Gerade in den Psalmen sehen wir, dass Trauer und Klage zum Glaubensleben dazugehören. Gott kann uns aber im Leid Freude schenken. Dazu hilft es, auf die Ewigkeit zu schauen und gleichzeitig den ganzen Weg im Blick zu behalten. Um auf diesem Weg standhaft zu bleiben und im Glauben zu wachsen, gibt uns Jakobus zwei konkrete Hilfen.
Erste Hilfe mit Jakobus
1. Schau auf Vorbilder

«Geschwister, wenn es darum geht, im Leiden Geduld zu beweisen, nehmt euch die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben, zum Vorbild.»
Jakobus 5,10
NGÜ
Betrachten wir die Propheten und Glaubenshelden der Bibel, merken wir schnell, dass sie alle grosse Schwierigkeiten erdulden mussten. Abraham wurde 100 Jahre alt, bis er seinen Sohn Isaak bekam, Josef wurde von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft und unschuldig ins Gefängnis geworfen, bevor er zum zweitmächtigsten Mann Ägyptens aufstieg. David wurde verfolgt, bevor er König wurde.
Wenn wir dem Glauben von Abraham nacheifern wollen, der Charakterentwicklung von Josef und dem Herzen von David, kommen wir nicht an Leid und Schwierigkeiten vorbei. Aber Freude kann aufkommen, wenn wir merken, dass wir Vorbilder haben, die uns aufzeigen, wie sie im Leid gewachsen sind.
Wenn es uns auch dann noch schwerfällt, hat Jakobus noch eine weitere Hilfe für uns:
2. Sprich mit Gott

«Macht jemand von euch Schweres durch? Dann bete er!»
Jakobus 5,13
NGÜ
Auch mitten im Leid können wir mit Gott ins Gespräch kommen. Wir dürfen ihm unser Leid klagen und wissen, dass er uns hört und versteht. Denn wir haben einen Gott, der weiss, was es heisst, als Mensch zu leiden. Er selbst hat freiwillig gelitten bis zum Tod. Er tat das, damit wir in jedem Leid sicher sein dürfen:
Das grösste Leid wurde schon für uns getragen.
Ja, es kann sein, dass Gott uns das Leiden in dieser Welt nicht wegnimmt, aber er ermöglicht uns eine Ewigkeit ohne Leid und will uns in unserem Leiden auf dieser Welt ganz nahe sein.
Wir können in jeder Situation zu Gott beten. Jesus selbst hat kurz vor seinem Tod gebetet, dass der Kelch an ihm vorübergehen solle. Er bat also darum, nicht leiden zu müssen. Doch dann betete er:

«Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.»
Matthäus 26,39
HFA
Auch wir dürfen mit unseren Wünschen vor Gott kommen, sie mit ihm besprechen und uns gleichzeitig auf ihn und auf das ausrichten, was ihm wichtig ist.
Freude an Schwierigkeiten zu empfinden, ist nicht einfach ein absurder Gedanke. Es ist eine Möglichkeit, die dir dank Gott offensteht. Probiere die Erste Hilfe von Jakobus aus und entdecke, wie du dadurch im Glauben wachsen kannst.




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