Scheitern – oder aus Fehlern lernen

Scheitern muss nicht ein Grund zur Sorge sein, sondern kann auch eine Initialzündung sein für einen Neuanfang. Ein paar Figuren aus der Bibel machen dies deutlich.

5.7.2026
4 min
karl-dittli
geschrieben von
Karl Dittli
Mann der vom Skateboard gefallen ist
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Nach dem Scheitern ist ein Neuanfang möglich.

Josef: vom Gehassten zum königlichen Vertreter

Josef war einer der zwölf Söhne des Stammvaters Jakob. Seine Geschichte kann man in der Bibel nachlesen im 1. Buches Mose (ab dem 37. Kapitel). Josef sah sich anfänglich in einer privilegierten Situation, weil Gott ihm Träume schenkte, in denen sich seine Brüder vor ihm verbeugten. Dies machte ihn nicht sonderlich beliebt und bewirkte Eifersucht und Neid unter seinen Brüdern.

Eines Tages wollten sie ihn loswerden. Sie beschlossen, ihn zu töten. Doch nach einer Absprache liessen sie von ihren ursprünglichen Plänen ab. Stattdessen warfen sie ihn in eine Zisterne und verkauften ihn danach an Midianiter, die unterwegs nach Ägypten waren. Dies war ab sofort seine neue Heimat.

Schlechter Start, gutes Ende

Fortan fand er sich als Sklave wieder bei Potifar, einem Hofbeamten des Pharaos. Man könnte an diesem Punkt meinen, das Leben von Josef war ein Scheiterhaufen. Er hatte seine Familie verloren, war verhasst und von seinen Brüdern verstossen worden. Nun hatte er auch kein freies Leben mehr. Doch von hieran wandete sich sein Leben zum Besseren.

Josef nämlich diente treu im Hause des Potifars und machte sich einen guten Namen. Auch wenn er kurzzeitig noch tiefer fiel und wegen eines falschen Vorwurfs der Hausherrin im Gefängnis landete, machte er das Beste aus der Situation. Schon im Gefängnis fing er an für zwei Männer, die dem Pharao dienten, Träume zu deuten. Träume, die sich erfüllten. Dies machte die Runde.

Josef macht Karriere

Es kam soweit, dass Josef vom Pharao aus dem Gefängnis direkt an den Königshof beordert wurde. Dort erzählte ihm der Pharao einen Traum. Durch göttliche Inspiration war es ihm möglich, diesen Traum zu deuten. Der Pharao war so erfreut, dass er Josef zum zweithöchsten Beamten von ganz Ägypten beförderte. Also der «Nummer 2» hinter ihm.

Ausserdem war dieser Traum auch ein Türöffner, damit sich Ägypten auf eine siebenjährige Hungersnot vorbereiten konnte. Schliesslich wurde durch diese Hungersnot sogar die ganze Familie von Josef wieder versöhnt.

David: vom Hirtenjungen zum König

Ein weiteres biblisches Beispiel finden wir in 1. Samuel (ab Kapitel 16 bis 1. Könige 2). David wuchs als jüngster Sohn von Isai auf. Während seine Brüder in den Krieg gingen, hatte er einen simplen Auftrag: Schafe hüten. Bis eines Tages etwas passierte, was er wohl nicht zu träumen gewagt hätte.

David wird vom Propheten Samuel zum König gesalbt. In seinen späteren Jahren lebte er nicht nur als weiser Herrscher, sondern auch als tapferer Krieger und Feldherr, aber auch als Musiker und Schriftsteller. Viele der Psalmen, die wir in der Bibel lesen, stammen aus seiner Feder. Auch die Geschichte, in der er noch als Hirtenjunge den Riesen namens Goliath zu Fall bringt, ist legendär. Man könnte denken, Davids Leben war eigentlich perfekt.

Ehebruch und Mord

Doch auch David hatte seinen Ecken und Kanten. Er scheiterte gewaltig in seinem Leben. In seiner Geschichte gibt es die Sequenz, in er er auf seinem Balkon stand und eine wunderschöne Frau sah, die Batseba hiess. Er begann, sie zu betören, lud sie zu sich ein und beging damit Ehebruch. Denn: Batseba war verheiratet mit Uria. Und noch schlimmer. Sie wurde von David schwanger.

Als sich David bewusst wurde, in welche missliche Lage er sich gebracht hatte, probierte er alles, um dies zu vertuschen. Er beorderte Uria, der für ihn im Krieg im Einsatz war, zurück und gab ihm Sonderprivilegien. Doch darauf wollte dieser sich nicht einlassen. Schliesslich stellte er ihn an die Front des Krieges, sodass er starb. So konnte er Batseba heiraten.

Ein Mann nach dem Herzen Gottes

Seine Schuld wurde ihm jedoch bewusst, als der Prophet Nathan ihn damit konfrontierte. David zeigte Reue. Gott vergab ihm. Doch sein Fehlverhalten hatte Konsequenzen: der Tod des gemeinsamen Kindes, familiärer Unfrieden und Gewalt. Trotz dieser negativen Spirale wird David als ein Mann nach dem Herzen Gottes bezeichnet. Seine Reue hat ihn vor Gott wiederhergestellt. Sein Scheitern wurde durch Gnade wiederaufgerichtet.

Es ist niemals zu spät

Man könnte an dieser Stelle natürlich noch weitere Beispiele aus der Bibel aufführen. Wie zum Beispiel der Apostel Paulus, der vom Christenverfolger zum Hoffnungsbote und Apostel der Völker wurde. Oder auch Mose, der vom Mörder zum Befreier der Israeliten wurde und heute eine wichtige Figur in den drei monotheistischen Religionen Judentum, Islam und Christentum darstellt.

Es gibt natürlich auch andere Beispiele, wie diejenigen von Saul, Simson oder auch Judas, die einen «Turnaround» nicht mehr schafften. Sie scheiterten endgültig an ihren Fehlern.

Aber aus den obengenannten Beispielen können wir schliessen: Gott gibt uns eine zweite Chance. Es ist nie zu spät, um aus Fehlern zu lernen, nach dem Scheitern wieder aufzustehen. Es braucht dafür einfach drei Dinge: Die richtige Herzenshaltung, Gnade Gottes und den Mut, wieder aufzustehen und weiterzumachen.

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