Nichts wird verschwendet – Eine Geschichte von Schmerz, Hoffnung und Vergebung

Davey Blackburn mit seiner Familie
nothingiswasted.com
Davey Blackburn mit seiner Familie
Ein Traumleben, das in Sekunden zerbrach: Davey Blackburn lebte mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn ein wunderbares Leben - bis plötzlich alles vorbei war.
29.12.2024
3 min

Davey Blackburn, Gründer von «Nothing Is Wasted Ministries», lebte mit seiner Frau Amanda und ihrem kleinen Sohn in einer Phase, die sie als «das Leben unserer Träume» bezeichneten.

Doch am 10. November 2015 änderte sich alles. Während Davey Blackburn im Fitnessstudio war, drangen drei Männer in ihr Haus ein. Amanda, die zu diesem Zeitpunkt mit ihrem zweiten Kind schwanger war, wurde Opfer eines brutalen Überfalls. Einen Tag später erlag sie im Krankenhaus ihren Verletzungen.

«Ich kam nach Hause und fand sie bewusstlos vor, aber sie atmete noch», erinnert sich Davey Blackburn. «Ich dachte, sie könnten sie stabilisieren. Aber 24 Stunden später wurde sie für tot erklärt.»

In den Tiefen des Schmerzes

Die Wochen und Monate nach Amandas Tod waren geprägt von Schock, Dunkelheit und überwältigender Trauer. «Ich wollte morgens nicht aufstehen. Es gab Tage, an denen ich nicht mehr leben wollte», erinnert sich Davey Blackburn. Der Verlust seiner Frau und des ungeborenen Kindes war eine Wunde, die nicht nur seelisch, sondern auch körperlich zu spüren war.

«Die Trauer war wie Gift für meinen Körper», beschreibt er. «Ich hatte Alpträume, die mich mit kaltem Schweiss aufwachen liessen. Ich hatte das Gefühl, die Welt würde unter meinen Füssen zusammenbrechen.»

Einen Anker gefunden

Doch inmitten dieser Dunkelheit gab es einen Moment des Trostes: Als er im Spital an Amandas Bett sass, kam im Radio das Lied «Nothing Is Wasted». «Es war, als würde Gott in diesem Moment zu uns sprechen und sagen: 'Es wird nicht so enden, wie ihr es euch wünscht, aber ich verspreche euch: Nichts wird verschwendet.' Das wurde unser Anker.»

Neben der Trauer kämpfte Davey Blackburn mit Wut und dem Wunsch nach Rache. «Ich wusste, dass ich vergeben musste, aber mein Herz war nicht bereit. Die Bitterkeit hat mich aufgefressen», sagt er.

Keine irdische Gerechtigkeit bringt Amanda zurück

Nach Jahren des inneren Kampfes fand er endlich Frieden. «Ich erkannte, dass keine irdische Gerechtigkeit Amanda zurückbringen würde. Gott ist der wahre Richter. Durch diesen Glauben konnte ich loslassen und den Männern vergeben, die Amandas Leben genommen hatten.»

Der Verlust führte Davey Blackburn dazu, «Nothing Is Wasted Ministries» zu gründen, eine Organisation, die Menschen in Traumata und Lebenskrisen unterstützt. «Gottes Heilung endet nicht bei mir. Sie dient dazu, anderen zu helfen.»

Das Tal hinter sich lassen

In seiner Arbeit und im Glauben hat er neue Hoffnung gefunden. «Ich habe gelernt, dass Gott auch das Schlimmste zum Guten wenden kann. Die Dunkelheit des Tals wird im Rückblick zu etwas Schönem.»

Heute lebt Davey mit seiner zweiten Frau Kristy und den drei Kindern in Indianapolis. «Ich hätte nie gedacht, dass ich nach all dem wieder Hoffnung haben würde. Aber Gott hat bewiesen, dass nichts umsonst ist – nicht einmal der grösste Schmerz.»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
andreheiniger

Vom Spitzenkoch über den Ruin zu neuem Leben

Nach einer schwierigen Kindheit startet André Heiniger voller Elan ins Berufsleben und hat sofort grossen Erfolg. Er wird reich, macht sich selbstständig und lebt für seine Karriere. Doch dann bekommt er eine schwierige medizinische Diagnose.
Story
Sophia im Studio

Ihr war alles egal – bis ihre Welt zusammenbrach und plötzlich Friede kam

Eigentlich war Sophia mit dem Grundgefühl durchs Leben gegangen, dass alles egal sei. Doch als sie mit 18 Jahren ungeplant schwanger wurde, brach dieses Gefühl plötzlich auf. Sie war verzweifelt und hilflos – und zugleich fühlte sich dieser Moment so real an wie lange nichts mehr. Zum ersten Mal ...
Story
privat-rene-schoop

René Schoop – Von der Krise in die Selbstständigkeit

René Schoop ist ein Machertyp. Er ist 69 Jahre alt und gelernter Maler. Mit 40 Jahren hatte er eigentlich alles erreicht, was er wollte: einen guten Job, eine tolle Familie mit drei Kindern und ein Haus... Doch irgendwie war er gesättigt und er wollte mehr...
Story
maria-tranchida

Festhalten, wenn alles wankt

Erst eine schwierige Familiensituation, dann der plötzliche Tod ihres Ehemanns: Maria Tranchida hat erlebt, was es bedeutet, wenn einem der Boden unten den Füssen wegbricht. Doch was sie in dieser Zeit gelernt hat, hat ihr Leben für immer verändert und bereichert.