«Ich habe dich nie vergessen» – Ein Draufgänger findet in Jesus das Abenteuer fürs Leben

9.12.2016
4 min

René Portmann hat ein sehr bewegtes Leben. Nach einer schwierigen Kindheit, einer Laufbahn als Krimineller und einer Flucht nach Südthailand findet er Jesus und durch ihn seine Bestimmung und ein erfülltes Leben.

Livenet: Wie sind Sie damals auf die schiefe Bahn geraten?
René Portmann: Als ich fünf Jahre alt war, trennten sich meine Eltern. Meine Mutter verliess meinen Vater und nahm meine vier Geschwister mit. Ich blieb bei meinem Vater. Als bester Freund blieb mir der Fernseher. Krimis und Abenteuerfilme waren meine grösste Inspiration. Mit sechs Jahren beging ich den ersten Einbruch. Mit 12 Jahren gründete ich meine erste Jugendgang. Wir klauten in Warenhäusern und verkauften das Diebesgut. Immer wieder wurde die Polizei auf mich aufmerksam. Sie konnten aber nie genug nachweisen, um mich der Obhut meines Vaters zu entreissen. Mit knapp 15 Jahren erhielt ich einen Wochenendjob in einer Disco. Damit kam ich in Kontakt mit Leuten mit grösserem kriminellem Einfluss. Durch gewaltsame Auseinandersetzungen verschaffte ich mir in dieser Szene Respekt.

Was hat sich dann geändert?
Sieben Jahre lang befand ich mich auf der Flucht. Dabei traf ich viele Leute – darunter auch viele erfolgreiche Berühmtheiten. Oft schien mir, als seien die Erfolgreichsten auch die Unglücklichsten. Zunehmend stellte ich mir ernsthafte Fragen über das Leben.
In dieser Zeit wurde ich einmal von einem Stachelrochen gestochen. Noch im Wasser fiel ich hin und fühlte, wie das Leben langsam aus mir hinausging. In diesem Moment der Todesangst betete ich: «Lieber Gott, bitte lass mich noch nicht sterben!» Und tatsächlich überlebte ich. Die Zeit im Spital und während der Erholung suchte ich ernsthaft nach dem Gott, der mich gerettet hatte. Einmal betete ich: «Jesus, bist du wirklich Gottes Sohn? Wo bist du denn?» Irgendetwas begann sich in meinem Herzen zu regen. So betete ich weiter. Ich bekannte Jesus meine Sünden und bat um Vergebung.

Und dann begegnete mir Jesus. Mehrere Gottesbegegnungen veränderten mein Leben von Grund auf. Insgesamt hörte ich Gott fünfmal mit akustischer Stimme zu mir reden. Einmal sagte Gott zu mir: «Ich habe dich nie vergessen.» Diese Worte begleiten mich seither jeden Tag.

Ein paar Jahre später begegnete ich Christen, die ebenfalls eine lebendige Beziehung zu Gott pflegen. Ihnen habe ich zum ersten Mal von meinen Erfahrungen erzählt. Sie ermutigten mich auch, meine Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen.

Diese Tage erscheint Ihr Buch «Ich habe dich nie vergessen». Was hat Sie dazu bewogen, Ihre Lebensgeschichte niederzuschreiben?
Im Jahr 2001 führte Gott mich dazu, mit Jugendlichen und Obdachlosen in den Strassen zu arbeiten. Gemeinsam mit anderen führte ich evangelistische Kampagnen durch. Ich sprach in Gefängnissen, in Schulen, Universitäten, Kirchen und oftmals auf den Strassen. Viele Menschen wurden durch meine Geschichte sichtlich berührt. 2003 vernahm ich Gottes Reden in Florida. Er sagte mir: «Du wirst ein Buch schreiben.» Viele Jahre habe ich dieses Anliegen bewegt, wusste aber nicht wie ich das Thema angehen sollte. Meine Ehefrau Tanja, die ich 2011 heiratete, half mir dann ganz praktisch bei der Umsetzung dieses Projektes. Ich wünsche mir, dass durch meine Geschichte Christen ermutigt werden und Menschen, die Jesus noch nicht kennen, ihn praktisch erfahren können.

Sie arbeiten heute für die Stiftung Jugendsozialwerk. Was beinhaltet Ihre Tätigkeit?
Ich bin Streetworker und mache mobile Jugendarbeit im Kanton Baselland. An Bahnhöfen, bei Schulen und an anderen Orten trete ich mit Jugendlichen in Kontakt und leiste Beziehungsarbeit. Eines meiner Kernprojekte ist ein Parkour-Sportangebot. Mehr als 50 Jugendliche nehmen daran teil. Gerne gebe ich ihnen immer ein hohes Mass an Mitspracherecht. Ich animiere auch zu anderen sportlichen Aktivitäten. Meine Arbeit geschieht in enger Zusammenarbeit mit Lehrpersonen, Jugendsachbearbeitern und in Krisensituationen mit der Polizei. Bei Bedarf biete ich auch Coaching für Kinder und Jugendliche an.

Mein persönliches Anliegen ist, zu Einzelnen oder Cliquen Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Ich versuche, Kinder und Jugendliche in ihren guten Ideen zu fördern. Es ist nicht mein primäres Anliegen, die Probleme der Jugendlichen zu bekämpfen. Vielmehr will ich sie als Person annehmen und für ihren nächsten Lebensabschnitt vorbereiten.

Zur Webseite:
Homepage von René Portmann

Was ist Streetwork? Video mit René Portmann:

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