Gold-Heldin Biles – «Er weiss genau, was ich brauche»

4.3.2019
4 min

Sie verschob die physischen Grenzen im Kunstturnen und wird bereits jetzt als «die grösste Turnerin aller Zeiten» bezeichnet: Simone Biles. Einst lebte sie in Pflegefamilien, ehe ihre Grosseltern sie adoptierten, da ihre Eltern mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen hatten. Heute findet sie Sicherheit und Ruhe durch den christlichen Glauben.Bereits wurde sie im Blätterwald als «die grösste Turnerin aller Zeiten» geadelt und in den Lobeshymnen als «um Lichtjahre vor der Konkurrenz» in galaktischen Sphären verortet (aus naheliegenden Gründen). Diesen Wort-Auszeichnungen geht harte Arbeit und Edelmetal voraus. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewann sie als erste US-Turnerin vier Goldmedaillen auf einmal.

Kraft tankt sie bei Gott. «Ich kann jederzeit zu ihm gehen», sagte Simone beispielsweise zu «Fox News». «Er weiss genau, was ich brauche.» Der Glaube gebe ihr Ruhe. Und alles geschehe aus einem Grund. Gerade letzteres ist keine selbstverständliche Aussage, denn die 21-Jährige erlebte schwierige Jahre. Ihre Eltern verlor sie durch deren Alkohol- und Drogenmissbrauch. Sie wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht, bis ihr Grossvater Ron Biles und Stiefgrossmutter Nellie sie bei sich aufnahmen. Doch für Simone Biles war klar, dass sie nicht Opfer ihrer Vergangenheit sein würde.

Eine neue Dimension

«Einige von uns älteren Olympioniken haben darüber gesprochen, dass es eine physische Grenze in unserem Sport gibt», sagte Mary Lou Retton, die anno 1984 Olympia-Gold geholt hatte. Irgendwo sei das körperliche Limit erreicht … «und dann kommt Simone mit all ihren unglaublichen Fähigkeiten. So etwas hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen.»

Die Grundlage legten ihre Grosseltern. Durch sie erhielt sie die nötige Stabilität und die christliche Erziehung, die ihr halfen, die schwere Vergangenheit abzustreifen. Ron und Nellie brachten Simone in die Gymnastik, wo sie das Ventil fand, um ihre grenzenlose Energie abzulassen. Ihr grosser Bruder Adam erinnert sich: «Simone sprang zum Beispiel auf Möbel! Meine Eltern dachten, es wäre besser, sie in eine sicherere Umgebung zu bringen.»

Mutter betet

2003 wurde sie mit ihren drei Geschwistern offiziell von den Grosseltern adoptiert. Am Sonntagmorgen gingen alle gemeinsam in eine christliche Gemeinde und am Mittwoch musste Simone das Gymnastiktraining früher verlassen, um den Bibelunterricht zu besuchen. «Ich bin so erzogen worden, nie etwas als selbstverständlich anzusehen und immer das Beste zu geben.»

Schon in jungen Jahren machten Ron und Nellie den Kindern Mut. «Sie glaubten immer an uns und sagten, dass wir ebenfalls an uns glauben sollen.» Sie sei jemand, der viel betet, sagte Nellie Biles zu «CBN». «Ich möchte, dass meine Kinder das ebenfalls tun. Es spielt keine Rolle, in welcher Situation man sich befindet: Du legst es einfach in die Hände des Herrn und er wird dich hindurchführen.»

Mut gewonnen

Zunächst war Simone Biles bei den Wettkämpfen nervös gewesen, weshalb sie einst den Sprung in die Nationalmannschaft verpasste. Doch eine Trainerin riet ihr ebenfalls, zu beten: «Du kannst mit allem zu Gott gehen. Er lenkt dein Leben. Einige Hindernisse dienen zu unserem Besten. Ohne sie wärst du nicht so stark geworden, wie du bist.»

Längst hat sie die amerikanischen Herzen erobert, vor einiger Zeit auch durch «Dancing with the Stars». Sie sei von einer Sicherheit erfüllt, die sich aus dem Weg mit Jesus ergibt.

Weitergeben und weitergehen

Das, was sie selbst durch den Glauben erlebt, will sie anderen Kindern weitergeben. Ihr Ziel sei es, zu helfen, dass diese ebenfalls zu guten Kindern Gottes geformt werden. «Ich zeige den Kindern auf, wie der Glaube hilft.»

Denn Biles selbst litt unter Aufmerksamkeitsstörung (ADHS). Weil sie deswegen Medikamente nehmen musste, geriet sie in früheren Jahren zunächst bei den Spielen unter Doping-Verdacht. «Ich schäme mich deswegen nicht.» Der christliche Glaube helfe ihr dabei, mutig voranzugehen.

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