Mein Ja für Jesus

Dieser Jugendliche stach mir sofort ins Auge. Man sah ihm seine ungezähmte Vergangenheit noch immer an. Nun hing jedoch eine grosse Silberkette um seinen Hals, woran ein glitzerndes Kreuz baumelte. Unter dem Arm trug er eine dicke schwere Bibel. Er war auf dem Weg zur Bibel-Study unserer Kirche. «Wie hast du Gott erlebt?», fragte ich ihn, als ich mit ihm ins Gespräch kam.

2.8.2026
4 min
geschrieben von
Madeleine Häsler
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Jesus dein volles JA geben

Der junge Mann begann, von seiner wilden Vergangenheit zu erzählen. Er erzählte von dem Abend, als er einen bewaffneten Raubüberfall machte, ihm in den Fuss geschossen, und er schlussendlich von der Polizei gefasst wurde. Zitternd verbrachte er die nächsten Tage und Wochen in der Ungewissheit, ob er seine Strafe im Gefängnis abbüssen müsste. Er betete: «Jesus, hilf mir! Wenn ich nicht ins Gefängnis muss, dann schenke ich dir mein ganzes Leben!»

Und nun stand dieser junge Mann vor mir. Gott hatte das Wunder getan: Die Richter hatten ihn einfach so freigesprochen. Sein Ja für Jesus war nun kompromisslos! So radikal wie er früher für die Dunkelheit gelebt hatte, lebte er nun im Licht. Sein Ja für Jesus war gleichzeitig ein Nein zu seinem alten Leben.

Nichts mehr so wie vorher

Auch wenn ihm in seinem neuen Leben als Christ vieles noch neu und unbekannt war, hatte er eines verstanden: Wer sein Leben Jesus anvertraut, kann nicht mehr so weiterleben, wie bis anhin. Jesus ist nicht wie ein Auto-Anhalter, der mit zerzausten Haaren, einem schweren Rucksack und dem Daumen nach oben am Strassenrand steht und von dir für eine gewisse Wegstrecke mitgenommen werden möchte. Wenn du Jesus in dein Leben einlädst, möchte er stattdessen an das Steuer deines Lebens. Du darfst dann auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Das braucht grosses Vertrauen. Aber wenn wir verstehen, dass wir es hier mit dem Schöpfer von Himmel und Erde zu tun haben, der uns kennt und liebt wie kein anderer, dann können wir getrost zur Seite rutschen.

Wozu sagst du Nein?

Jedes Ja beinhaltet immer auch ein Nein. Wenn ich meiner Freundin zusage, mit ihr Pizza essen zu gehen, sage ich auch gleichzeitig Nein zu einem Abend mit meinem Mann und meinen Kindern. Oder Nein zu einem entspannten Netflix-Abend. Oder Nein zu neun Stunden Schlaf.

So fordert unser Ja zu Jesus gleichzeitig ein Nein. Ein Nein zu einem Leben nach meinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Es fordert ein Nein zur Lüge, ein Nein zu allem Unrecht und Bösen und ein Nein zu Eigensucht und Egoismus. Und um es mit Dietrich Bonhoeffers Worten zu sagen: «Unser Ja zu Gott fordert ein tapferes Nein zu allem, was uns je daran hindern will, Gott allein zu dienen. Selbst wenn es unser Beruf, unser Besitz, unser Haus oder unsere Ehre ist. Glaube heisst Entscheidung!»

Auch Jesus hat solche deutlichen Worte gebraucht. In Lukas Kapitel 9 Vers 23 fordert er uns auf:

«Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es erhalten.»

Aber was heisst das jetzt für meinen Alltag? Heisst es, dass ich meinen eigenen Verstand wie einen Mantel an den Hacken hänge, und dabei wie ein kleines zahmes Hündchen willenlos meinem Herrn folge? Nein. Jesus nachzufolgen bedeutet, dass ich mich und meine egoistischen Wünsche nicht mehr an die erste Stelle setze. Ich folge nicht mehr meinem Bauch und meinen Gefühlen, sondern lasse mein Denken und Handeln mehr und mehr von Jesus verändern. Dabei gibt mir sein Wort Orientierung und ist mir ein Fundament, auf dem ich nun mein Leben baue. Die Bibel ist Gottes Wort und hilft mir dabei, täglich zu unterscheiden, wo mein Ja und wo mein Nein angebracht ist. 

Volles Ja für Jesus

Genau das hatte dieser junge Mann bereits verstanden, als er mit seiner dicken Bibel unter dem Arm vor mir stand. Er hatte erlebt, was es heisst, ein Leben ohne Jesus zu führen. Gern ist er in seinem Lebensauto auf den Beifahrersitz gerutscht und hat Jesus das Steuer seines Lebens überlassen. Was sich dabei alles zum Guten entwickelt hat, ist auch für sein gesamtes Umfeld sichtbar geworden.

Ich will auch dir Mut machen, Jesus dein volles Ja zu geben. Es lohnt sich!

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