Dringender Aufruf gegen Drohnen-Attacken in der Ukraine
Als Reaktion auf den Appell des Ukrainischen Rates der Kirchen hin verurteilt die Europäische Evangelische Allianz den andauernden russischen «Aggressionskrieg» gegen die Ukraine und ruft zum Schutz von Zivilisten, der Beachtung des internationalen Rechts und zu einem gerechten Frieden auf.
«Wir verurteilen unmissverständlich die gezielte und systematische Bekämpfung von Zivilisten, Wohnhäusern und kritischer Energieinfrastruktur in Städten und Regionen wie Kiew, Odessa, Charkiw, Dnipro, Sumy und der Region Lemberg. Diese Angriffe haben Zivilisten getötet und verletzt und Millionen Menschen unter extremen winterlichen Bedingungen bewusst Strom, Heizung und Wasser entzogen. Solche Handlungen stellen schwere Verstösse gegen das humanitäre Völkerrecht und grundlegende moralische Prinzipien dar», hält die EEA fest und erinnert – wie schon in früheren Resolutionen – daran, dass «Krieg nicht durch politische Ambitionen, historische Narrative oder religiöse Sprache gerechtfertigt werden könne». Das absichtliche Zufügen von Leid an der Zivilbevölkerung – insbesondere den Schwächsten – stehe in direktem Widerspruch zum Evangelium Jesu Christi und zur von Gott gegebenen Würde jedes Menschen.
Kein Missbrauch der Religion
Es sei besonders alarmierend, dass die Angriffe von einem Staat begangen würden, der einen permanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat hat. Ausserdem weist die EEA jeden Missbrauch des christlichen Glaubens oder einer kirchlichen Autorität (hier ist wohl die orthodoxe Kirche angesprochen) zurück, um Gewalt, Aggression oder Herrschaftsansprüche zu begründen: «Wir bekräftigen, dass Kirchen und Gläubige dazu berufen sind, Zeugen für Wahrheit, Frieden, Gerechtigkeit und Mitgefühl zu sein und niemals zu Komplizen von Ungerechtigkeit oder Terror zu werden.»
Neben einem dringenden Aufruf, für die Ukraine «deutlich einzutreten, beharrlich zu beten und mitfühlend zu handeln», ruft die EEA zu einem Frieden auf, «der die Unschuldigen schützt, dem Bösen entgegentritt und Versöhnung sucht, ohne die Wahrheit zu leugnen» und schliesst: «Wir beten für ein sofortiges Ende der Gewalt und für eine Zukunft in Gerechtigkeit, Frieden und Wiederherstellung für die Ukraine und für Europa.»
Die 1951 gegründete EEA vertritt über 23 Millionen Evangelikale in 35 Ländern. Sie setzt sich für Einheit, Rechte der Christen und Mission ein und dient als Plattform, auf der nationale Evangelische Allianzen in Fragen des Glaubens, der Gesellschaft und der öffentlichen Politik zusammenarbeiten.
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Datum: 17.01.2026
Autor:
Reinhold Scharnowski
Quelle:
Livenet / Europäische Evangelische Allianz