Kirche ruft zu Medienfasten auf
Dies diene der «spirituellen Reinigung» des Geistes, berichtet die Zeitung «Folha de S. Paulo». Erlaubt ist den Mitgliedern in dieser Zeit lediglich das kircheneigene Fernsehprogramm, das über das Internet seit Mai «Gebete und Botschaften des Glaubens» ausstrahlt. Der Gründer der Universalkirche, Edir Macedo, bezeichnete das Fasten als «audiovisuelle Abstinenz». Die «Universalkirche vom Reich Gottes» gehört mit rund acht Millionen Mitgliedern zu den grössten Kirchen des Landes. Brasilien ist mit 192 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas. Rund 70 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch. Vor allem unabhängige Pfingstkirchen wachsen stark. Der Anteil der Protestanten liegt inzwischen bei mehr als 15 Prozent. Zu historischen evangelischen Kirchen zählen rund fünf Prozent, von ihnen sind 0,5% lutherisch. 7% gelten als religionslos. Daneben gibt es zahlreiche indianische Naturreligionen und afro-brasilianische Kulte.
In die Schlagzeilen kam die «Universalkirche vom Reich Gottes» vor einem Jahr mit dem ehrgeizigen Plan, den Tempel von König Salomo originalgetreu nachzubauen. Laut Kirchengründer Macedo sollen die dafür benötigen Steine eigens aus Jerusalem nach Sao Paolo importiert werden.
Zitat zum Thema:
«Wie man beten soll, das steht in der Bibel; und was man beten soll, das steht in der Zeitung.» (Schweizer Theologe Karl Barth)
Webseite:
The Universal Church oft he Kingdom of God
Datum: 05.08.2011
Quelle: idea.de