Verlorene Stämme

Juden aus Äthiopien und Indien wandern ein

Das Jahr 2021 hat für Israel mit der Einwanderung von mehrere hundert Juden begonnen, die aus verlorenen Stämmen aus Äthiopien («Falash Mura») und Indien («Bnei Menashe») zurückkehren.
Angehörige des Stammes «Bnei Menashe» wandern in Israel ein (Bild: wordpress / jochenteuffel)

300 Juden kamen in der Silvesternacht aus Äthiopien an, sowie weitere in der vergangenen Woche aus der Bnei-Menashe-Gemeinschaft im Nordosten Indiens. Letztere waren Teil einer 7'000 Mitglieder zählenden Bnei-Menashe-Gemeinschaft in Nordindien, während etwa 4'000 Bnei Menashe bereits in Israel leben.

«Es macht mich glücklich, das Jahr 2021 auf diese Weise zu eröffnen», sagte die Ministerin für Einwanderung, Pnina Tamano Shata. Shata selbst wurde in der äthiopischen Provinz Gondor geboren, wo sich ein grosser Teil der jüdischen Gemeinde befand.

Sie kam 1984 in Israel an, als Teil der Operation Moses, die Tausende erfolgreich nach Israel brachte, welche heute gut integriert sind und im Land der Bibel aufblühen. Shata ist die erste dunkelhäutige Frau, die in die Knesset gewählt und zur Kabinettsministerin ernannt wurde. Schon im vergangenen Jahr sagte sie, dass sie alle verbliebenen Mitglieder der Falash-Mura-Gemeinschaft in Äthiopien nach Israel bringen möchte.

2'700 Jahre im Exil

Die Bnei Menashe («Söhne Manasses») beanspruchen für sich, von einem der zehn verlorenen Stämme Israels abzustammen, die vor mehr als 2'700 Jahren vom Assyrischen Reich ins Exil getrieben worden waren. Michael Freund, Journalist bei der «Jerusalem Post» und Leiter der Einwanderungs-Organisation «Shavei», sprach gegenüber Livenet schon früher von einem «wunderbaren Mosaik».

Ihre Vorfahren wanderten jahrhundertelang durch Zentralasien und den Fernen Osten, bevor sie sich im heutigen Nordosten Indiens, entlang der Grenze zu Burma und Bangladesch, niederliessen.

Obwohl sie aus dem biblischen Israel vertrieben wurden, praktizierten die Bnei Menashe weiterhin das Judentum, einschliesslich der Einhaltung des Sabbats, der Einhaltung des Koschergebots, des Feierns der Feste und der Befolgung der Gesetze zur Reinheit der Familie – alles mit dem Traum, irgendwann in das Land Israel zurückzukehren.

So wie beispielsweise die in Indien zur Welt gekommene Jüdin Dina Samte: Die blinde Sängerin sang für Israel am «Eurovision Songcontest» 2019.

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Datum: 14.01.2021
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / United with Israel

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