Tief sitzende Sehnsucht

Wirklich gross und bedeutend sein

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Viele Menschen suchen etwas, das grösser ist als sie selbst und ihr eigenes, kleines Leben. Sie werden angetrieben von der tiefen Sehnsucht nach Bedeutung, die sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen kann.

Das tief sitzende Bedürfnis nach Grösse kann sich sehr unterschiedlich ausdrücken: Sei es, dass jemand selbst etwas Grosses schaffen will, oder aber in dem Bemühen, in die Nähe von etwas Grossem zu kommen, sei es als Unterstützer, Zuschauer oder Bewunderer.

Grösse und Bedeutung für das eigene Leben

Wer selbst etwas Grosses erreichen will, gründet Initiativen oder Organisationen, setzt sich grosse Ziele, hat vielleicht eine Vision, arbeitet für ihm wichtige Werte wie die Hilfe für Menschen, den Umweltschutz oder für eine Weltanschauung. All das ist oft auch davon bestimmt, dass der Mensch über sich und sein eigenes begrenztes Leben hinausmöchte. Er sucht Grösseres und Bedeutenderes, um so seinem eigenen Leben Bedeutung und Sinn zu geben.

Etwas, das den Tod überdauert

Wenn Menschen ein Unternehmen gründen oder Kinder haben, kann auch hier der Wunsch bestimmend sein, dem eigenen Leben Bedeutung zu verschaffen. Es ist die Sehnsucht, über sich hinauszuwachsen und etwas zu tun, das über das eigene Leben hinausgeht und den eigenen Tod überdauert.

Doch der Wunsch nach Bedeutung kann sich auch viel passiver ausdrücken: Manche wollen nur in der Nähe von etwas Grossem sein, nahe dran und es miterleben. Zum Beispiel in die Nähe von Idolen, indem sie sich mit ihnen beschäftigen oder deren Nähe suchen, seien es Sportler, Stars, Künstler, Wissenschaftler oder Politiker – also Menschen, die Grösse bereits erreicht haben.

Trostpflaster und Krücke?

Manche Kritiker der Religion sehen in der Sehnsucht nach Grösse eine Schwäche, einen Wunsch nach Kompensation, weil sich der Mensch als zu unbedeutend empfindet und sich mit der Grösse tröstet, die ihm ein Glaube vermittelt. Dieser Glaube erscheint ihnen wie ein Trostpflaster oder eine Krücke für nach Bedeutung hungernde Menschen.

König David, der bedeutendste Mann in Israel seiner Zeit, schrieb ein Lied, in dem es heisst: «Zu dir erhebe ich meine Seele.» (Die Bibel, Psalm, Kapitel 25, Vers 2) David wusste, obwohl er König war und das bedeutendste Amt innehatte, dass sein Inneres, seine Seele, Grösse und Höhe nur durch Gott erreicht. So sprach er, der ja selbst ein König war, seinen Gott als König an. Der Mann, der Geschichte für sein Volk schrieb, wusste ganz genau, dass seine Bedeutung an Gott hängt. David wusste, dass er sich nicht selbst gross machen kann, weil seine Seele, sein Inneres sich nur dann erhebt, nur dann gross wird, wenn er bei seinem Gott ist.

Ein ganz anderer Weg

Jesus, der Sohn Gottes, ging noch viel weiter und setzte ein einzigartiges Beispiel: Er liess das Göttliche, also alles, was ihn gross, mächtig und überlegen machte, hinter sich und führte zunächst dreissig Jahre das Leben eines normalen Menschen, als Sohn eines Zimmermanns.

Paulus, der grosse christliche Lehrer, beschrieb den Weg, den Jesu ging, mit diesen Worten: «…was für einen Massstab Jesus Christus gesetzt hat: Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein… Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen. Im Gehorsam gegen Gott erniedrigte er sich so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm, ja, den Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch erhöht...» (Die Bibel, Brief des Apostels Paulus an die Philipper, Kapitel 2, Verse 5-9)

Mehr Verzicht geht nicht

Jesus tat etwas, was dem Wunsch nach Grösse völlig zuwiderläuft: Er liess buchstäblich alles los, was ihn mächtig machte. Er wurde Mensch und gab dann sogar noch sein eigenes, unbedeutendes Leben als Mensch auf. Mehr Verzicht geht nicht: Erst das göttliche Leben mit all den Möglichkeiten aufgeben und dann auch noch das menschliche Leben als Verbrecher am Kreuz beenden.

Warum so etwas? Weil es Jesus darum ging, den Weg zu seinem Vater im Himmel, zu Gott, frei zu machen. Er liebte und liebt jeden Menschen, ausnahmslos jeden so sehr, dass er auf sein eigenes Leben verzichtete. Jesus drückte es so aus: «Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für die Freunde hingibt.» (Die Bibel, Johannesevangelium, Kapitel 15, Vers 13) Unter diesem Wort stand sein ganzes Leben. Es gab seinem Leben eine einzigartige Bedeutung.

«…wie nur es kann…»

Wenn Sie nicht weiterwissen, wenn Sie nach Bedeutung und «Mehr» suchen, dann müssen Sie nicht um ein solches neues Leben ringen und betteln. Sie dürfen wissen, dass Jesus Ihr Freund ist, auch dann, wenn Sie bisher nichts mit ihm zu tun hatten. Wenn Sie es wollen, gibt er Ihrem Leben eine Grösse und Bedeutung, wie nur er es kann. Danach können Sie Christen fragen oder sich das anschauen, was Jesus dazu sagte und in der Bibel zu lesen ist.

Zum Thema:
Den Glauben kennenlernen
Ist da jemand?: Die Sehnsucht einer ganzen Generation
Das Experiment: Ein Tag mit Gott

Datum: 08.07.2018
Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

Glaubensfragen & Lebenshilfe

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