Aus der Dunkelheit ins Licht – Eve Selis zeigt die Rückkehr ins Leben

Eve Selis
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Nach einer tragischen Familienkatastrophe fand Sängerin Eve Selis in ihrem Glauben und ihrer Musik Trost. Mit ihrem Album «Dark Sky Blue» verarbeitet sie Schmerz und Trauer und zeigt, wie aus Dunkelheit neues Licht entstehen kann.
22.9.2024
3 min

Eve Selis wuchs als eines von acht Kindern im kalifornischen San Diego auf. Musik prägte schon früh ihr Leben, besonders nachdem ihre Eltern ihr das Album «Jesus Christ Superstar» geschenkt hatten. «Ich dachte: Das will ich machen. Ich will so singen wie sie», erinnert sich Selis. In den 80er Jahren gründete sie ihre erste Coverband «Notice to Appear», mit der sie fünf Mal pro Woche auftrat. «Das war verrückt, aber eine unglaublich prägende Zeit.»

Ihre musikalische Reise führte sie schliesslich auf eine Tour für das US-Verteidigungsministerium, bei der sie vor amerikanischen Truppen spielte – ein Moment, der für Selis eine besondere Bedeutung hatte. Doch nichts konnte sie auf den Schicksalsschlag vorbereiten, der ihre Familie zutiefst erschütterte.

Die Tragödie

«Mein Bruder Pete war ein wunderbarer Mensch. Er war liebevoll, lustig und immer für uns da», erinnert sich Selis. Doch wie so viele kämpfte Pete mit seinen eigenen Dämonen. «Er hatte Suchtprobleme und durchlebte seine dunkelsten Stunden.» In einem tragischen Moment griff er zu einer Waffe und verletzte sechs Menschen, bevor er das Leben eines anderen und schliesslich sein eigenes beendete. «Das war nicht der Mann, den ich seit vielen Jahren kannte und liebte.»

Diese Tragödie hat Eve und ihre Familie zutiefst erschüttert. «Es gab so viele offene Fragen. Die Scham war überwältigend und es gab niemanden, mit dem wir reden konnten», beschreibt sie die ersten Wochen nach dem Vorfall. «Ich fiel in die tiefste Dunkelheit meines Lebens.»

Der Weg zurück ins Licht

Lange Zeit dachte Selis, sie würde nie wieder auf der Bühne stehen. «Ich dachte, ich wäre für immer die Frau, deren Bruder das getan hat», sagt sie. Was ihr schliesslich half, war ihr tiefer Glaube. «Hätte ich nicht an Gott geglaubt, wäre ich heute nicht hier. Das war das Einzige, was mich durch diese Zeit getragen hat.»

Auch die Musik spielte eine zentrale Rolle bei ihrem Heilungsprozess. «Nach etwa einem Jahr habe ich angefangen, Lieder zu schreiben, um meine Trauer zu verarbeiten. Musik ist so heilsam», sagt sie. Aus diesen Songs entstand ihr Album «Dark Sky Blue», das von Schmerz, aber auch von Hoffnung handelt. Besonders das Lied «Somebody's Brother» fiel ihr schwer: «Es war das Lied, vor dem ich am meisten Angst hatte, weil ich die andere Seite dieser Tragödie zeigen wollte.»

Mitgefühl und Heilung durch Musik

Für Selis ist es entscheidend, Mitgefühl für andere zu zeigen, die ähnliche dunkle Momente erleben. «Solange wir nicht anfangen, uns gegenseitig als Menschen zu sehen, die auch Fehler machen können, werden wir nie Frieden finden», erklärt sie. «Wir müssen erkennen, dass jeder von uns in der Lage ist, unter bestimmten Umständen dunkle Entscheidungen zu treffen. Aber Gott kann alles zum Guten wenden.»

Die Kraft des Glaubens und des Gebets haben ihr geholfen, die dunkelsten Tage zu überstehen. «Ich habe gelernt, loszulassen und Gott zu vertrauen», sagt Eve Selis. Irgendwann gestand sie Gott ein, dass sie das alles nicht mehr alleine tragen konnte.

Gebet als Anker in dunklen Zeiten

Eve Selis betont, wie wichtig das Gebet in ihrem Leben geworden ist: «Es hat mir in meinen dunkelsten Tagen mehr Trost gespendet, als ich es je für möglich gehalten hätte.»

Sie verbindet sich jeden Tag mit Gott, oft sogar jede Minute. «Meine stärkste Verbindung im Gebet ist die Dankbarkeit. Ich danke Gott für jeden Tag, für meinen Atem, für meine Gesundheit.»

Und weiter: «Es gibt nichts Stärkeres, was man für jemanden tun kann, der leidet, als für ihn zu beten oder ihm eine positive Nachricht zu schicken.» Für Selis hat das Gebet eine verwandelnde Kraft – und das kann es auch für uns alle haben.

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