Susanna Rychiger – Die Todesangst

11.2.2018
3 min

Ein Arztbesuch war für Susanna Rychiger etwas Aussergewöhnliches. Bis dahin durfte sich die Bernerin Oberländerin immer an einer guten Gesundheit erfreuen. Die Diagnose, die sie jedoch beim Arztbesuch vor acht Jahren erhielt, veränderte ihr Leben, ihr Denken, Fühlen und Handeln. Dieser Tag vor acht Jahren hat mein Leben verändert, wie noch nichts zuvor. Im Moment der ersten Diagnose nach einer Darmspiegelung lag ich sehr benommen auf dem Bett. Der Arzt sass mir gegenüber und versuchte mir zu erklären, dass ich einen Tumor im Dünndarm habe, bereits viel Blut verloren hätte und es mit einer Operation eilen würde. Der Termin zur Chirurgenbesprechung war bereits auf den nächsten Tag angesetzt und der Termin der Operation sieben Tage später.   

Grundsätzlich bin ich mir als Leiterin eine hohe und intensive Gangart gewohnt, war aber in dem Moment mit all den Infos, die auf mich niederprasselten, ein wenig überfordert. Meine Freundin fuhr mich nach Hause und überliess mich mir selbst. Plötzlich überfiel es mich: «Ist dies der Anfang vom Ende? Ist es ein bösartiger Tumor? Muss ich sterben? Ich habe Angst vor dem Tod! Herr, das kann nicht sein – nicht ich, nicht jetzt!»

Die zweite Diagnose

Und dann kam der Moment der zweiten Diagnose – meiner persönlichen Diagnose: Susanna – du leidest unter Todesangst! Einer meiner absoluten Schreckensmomente in meinem Leben! Ich, die immer so leidenschaftlich von den goldenen Strassen in der Ewigkeit sang, in der Anbetung von ganzem Herzen proklamierte, dass es in der Ewigkeit keine Tränen mehr und keine Schmerzen gibt. Ich, die immer wieder die Menschen auf die Ewigkeit hinweist und auf die Herrlichkeit, die wir da mit Jesus erleben werden. Ich, die Jesus so liebte und sich als seine intime Freundin wusste. Ich hatte plötzlich Angst vor der Option, dass Jesus mich schon früher zu sich rufen könnte, als ich je gedacht habe?!

Umkehr zu Jesus

Nach dem Schrecken kam die Scham über mich. Ich schämte mich gegenüber Jesus, ich schämte mich über jeden einzelnen Gedanken, der in mir hochkam. Ich fühlte mich als Verräterin, weil mein Leben nicht mit meinen Gedanken im Einklang war.

Es gab zu diesem Zeitpunkt nur eine Möglichkeit für mich – ich musste vor meinen Jesus knien und Busse tun. «Jesus, vergib mir, dass ich mich fürchte, zu dir zu kommen! Jesus, vergib mir all die Lieder, die ich in der Anbetung gesungen habe, aber nicht so gemeint habe. Jesus, vergib mir alle leeren Worte in meinem Leben. Jesus, vergib mir und nimm bitte diese Todesangst von mir!»

Von Angst zu Hoffnung

Noch nie in meinem Leben habe ich eine so rasante Vergebung und Heilung erlebt. In einem Moment der Verzweiflung, füllte mich Gott mit seinem Frieden, seiner Ruhe und Gelassenheit. Ich durfte seine Vergebung sofort erleben. Die körperliche Diagnose blieb (und eine Leidensgeschichte folgte), aber die geistliche Diagnose von Todesangst hat Gott in einem Moment gewandelt und mir Hoffnung auf Leben gegeben, ob auf dieser Erdkugel oder in Ewigkeit. Dieser intime Moment der Verzweiflung und Heilung hat mein Leben verändert. Gott hat mir nicht nur diesen Moment geschenkt, sondern mir eine Geschichte zugetraut, die ich mir nie zugetraut hätte.

Aber genau diese leidgeprüfte Zeit hat mich für immer verändert, ganz persönlich und dadurch auch in all den Verantwortungen, die mir Gott gibt. Heute bin ich enorm dankbar für diese zehn Minuten, die mein Leben auf den Kopf gestellt haben.

Diese Gedanken beschreibt Susanna Rychiger auch im Blog von «More than Pretty» und hier Livenet-Videoinput:

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