Von der Kirchenmusik an die Charts-Spitze
Jordan Smith gewann 2015 die neunte Staffel von «The Voice» in den USA. «Ich stamme aus einer bodenständigen Familie und Gemeinschaft, die sprichwörtlich das letzte Hemd geben würde», blickt der Ausnahme-Sänger zurück. «Es sind unglaublich herzliche, fleissige Menschen mit sehr starken Werten, insbesondere in Bezug auf Glauben und Familie.»
Er war immer sehr aktiv in seiner Kirche. «Meine Eltern waren stark in die Musik eingebunden und leiteten häufig den Gesang. Meine Tante war sogar die Pastorin. Dort entdeckte ich meine Liebe zur Musik und auch zum geistlichen Dienst.»
Tränen zeigen Tiefe
Es gab ein Lied, das seine Mutter ganz besonders oft sang, «und jedes Mal, wenn ich es hörte, war ich zu Tränen gerührt; sogar schon als Kind in der Mittelstufe. Das Lied hiess ‘That I Could Still Go Free’. Sie sang es mit so viel Leidenschaft, und es war eines der ersten Musikstücke im Gottesdienst, das mich tief geprägt hat. An manchen Tagen taucht dieses Lied immer noch in meinem Kopf auf, und ich bin erfüllt von Dankbarkeit gegenüber dem Herrn Jesus für sein Opfer für uns alle.»
Damit begann er zu verstehen, wie tiefgreifend Musik wirken kann und wie direkt sie uns mit Gott verbindet. «Christliche Lieder existieren seit vielen Jahrhunderten. Auch in der Bibel finden sich Beispiele dafür – viele der Psalmen Davids gelten als Kirchenlieder.»
Lieder als tragende Säulen
Für Jordan Smith sind diese Lieder tragend: «Es gibt viele moderne Kirchenlieder, die ich als ebenso kraftvoll und wirkungsvoll empfinde wie Lieder, die seit Hunderten von Jahren gesungen werden, weil sie die Wahrheit der Heiligen Schrift hervorheben. Sie vereinen Menschen und lassen sie diese Wahrheit gemeinsam erleben.»
Kirchenlieder verbinden und richten Menschen innerlich aus. «Das liegt daran, dass Kirchenlieder ursprünglich dazu dienten, dass Gemeinden gemeinsam singen und zugleich Glaubenslehre und Evangelium lernen konnten. Viele Menschen konnten früher nicht lesen oder waren nicht ausreichend gebildet, um die Schrift selbst vollständig zu verstehen.»
«The People’s Hymnal»
Deshalb hat Jordan Smith nun ein Album mit Kirchenliedern aufgenommen habe. Es trägt den Titel «The People’s Hymnal» (hier kann ein Medley gehört werden) und war viele Jahre lang ein Herzensprojekt von Jordan Smith.
«Es sind Lieder, die ich als Kind in dieser kleinen ländlichen Kirche in Harlan, Kentucky, gesungen habe. Lieder, die ich von meinen Eltern und Grosseltern kenne und die auch kulturell viele Menschen inspiriert und berührt haben.»
Angst begleitete Aufstieg
Sein Aufstieg war kometenhaft. «Plötzlich singt man vor ganz Amerika, die eigenen Songs steigen in die Charts ein, und eines Morgens wacht man auf und steht auf Platz eins bei iTunes – noch vor Adeles ‘Hello’. Angebote strömen herein, Menschen ziehen einen in alle Richtungen, und mit all dem kommen Druck und Sorgen.»
Oft begann sich Angst in seiner Brust auszubreiten: «Angst vor der Zukunft, Angst davor, die falschen Entscheidungen zu treffen. Ich musste sehr achtsam sein, weil ich merkte, wie Sorgen mir die Freude an dem raubten, was Gott in meinem Leben tat. Die Sorge nahm mir das Glück, das ich eigentlich empfinden sollte, wenn ich das tue, wozu Gott mich berufen hat.»
Ruhe im Sturm
Er fühlte sich nicht erfüllt, weil er ständig darüber nachdachte, wie er das nächste Projekt toppen oder weiterhin Erfolg haben könnte. «Ich musste mich stark auf mein Umfeld stützen – vor allem auf meine Frau, eine Frau mit grossem Glauben, die mich über all die Jahre geerdet hat. Doch das Wichtigste war das Gebet.»
Er musste lernen, ein beständiges Gebetsleben zu führen, «um in jeder Situation inneren Frieden zu bewahren. Immer wieder – manchmal täglich – brachte ich Gott dieselben Sorgen und Ängste und tauschte sie gegen seine Liebe und seinen Frieden ein.»
«Wenn du Gott nicht hörst, lies ihn»
Wenn er seinen Fokus auf die Beziehung zu Gott verliere, werde er unzufriedener, unfreundlicher, seine Worte werden härter. «Ich sorge mich mehr, lasse mich von Stress und Angst leiten und treffe fragwürdige Entscheidungen. Deshalb ist es für mich entscheidend, jeden Tag im Gebet zu bleiben.»
Kürzlich hörte er einen Satz, der ihn sehr angesprochen hat: «Wenn du Gott nicht hörst, lies ihn.» Auch an Tagen, an denen es sich anfühlt, als würden seine Gebete nur bis zur Decke reichen, öffne er jeden Tag die Bibel und lese Gottes Wort. «Die Schrift ist lebendig, vom Heiligen Geist inspiriert, und wir finden darin immer genau das, was wir brauchen.»
«Wir brauchen einander»
Der Glaube und die Beziehung zu Gott sind universell und verbindend, aber zugleich zutiefst persönlich, erklärt Jordan Smith: «Wir können alle denselben Bibeltext lesen, und doch spricht Gott zu jedem von uns auf eine andere Weise. Jeder von uns ist einzigartig in Gottes Augen, und er wünscht sich eine persönliche, innige Beziehung zu jedem Einzelnen.»
Weiter rät Jordan Smith: «Wenn du dich manchmal so schwer tust wie ich, dann nimm dir eine gute Andacht, suche dir einen geistlichen Mentor und verbinde dich mit Menschen, die dich unterstützen – und die vielleicht selbst Gebet oder Rat brauchen. Der christliche Glaube hat Christus als Fundament, aber er wird durch christliche Gemeinschaft getragen. Wir brauchen einander, um diesen Weg zu gehen.»
Zum Thema:
Den Glauben entdecken
«To Be Honest»: O’Bros auf Platz eins der Albumcharts
Gewinner von The Voice USA: Jordan Smith: «Mein Glaube ist, was mich ausmacht!»
Datum: 16.01.2026
Autor:
Jesus Calling / Daniel Gerber
Quelle:
Jesus Calling / gekürzte Übersetzung: Jesus.ch