Hoffnung und Erweckung unter den Roma
Wer eine Roma-Hochzeit betritt, taucht ein in eine Welt überschäumender Freude – reich gedeckte Tafeln, eine Blaskapelle, die unermüdlich spielt, und Hunderte von Menschen, die stundenlang tanzen.
Für einen Beobachter wurde dies zu einem lebendigen Bild des Reiches Gottes: ein Festmahl, zu dem alle willkommen sind, ein Vater, der die Heimkehr seiner Kinder feiert.
In ganz Osteuropa wirkt Gott unter den Roma, Europas grösster ethnischer Minderheit, die oftmals an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurde. Jahrhundertelang wurden die Roma als Aussenseiter abgestempelt und litten unter Diskriminierung, Armut und Ablehnung. Doch inmitten dieser leidvollen Geschichte bringt die Liebe Christi Wiederherstellung, Identität und Hoffnung.
Wachstum durch Heilungen, Träume und Visionen
In den vergangenen Jahrzehnten sind lebendige Roma-Gemeinden in Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und darüber hinaus entstanden. Das stärkste Wachstum kam durch pfingstlich geprägte Bewegungen unter den Roma, in denen Berichte von Heilungen, Träumen und Visionen weit verbreitet sind. Eine der bemerkenswertesten Erweckungen begann in den 1990er Jahren in Toflea, Rumänien. Was in einem einzigen Dorf begann, wuchs zu Dutzenden von Gemeinden in ganz Europa – in Rumänien, England, Spanien und Deutschland.
«Jesus Christus ist die einzige Hoffnung», sagen Leiter der Roma, die erlebt haben, wie ganze Familien und Gemeinschaften verwandelt wurden. An Orten, die von Armut, Sucht und Misstrauen geprägt waren, hat das Evangelium Würde und Einheit wiederhergestellt. Gemeinden, die sich einst in Zelten versammelten, betreiben heute Schulen, Ausbildungszentren und kleine Unternehmen. Ein Pastor brachte es auf den Punkt: «Als wir entdeckten, dass wir Söhne und Töchter Gottes sind, hat sich alles verändert. Wir waren nicht länger Opfer, wir wurden sein Volk.»
Pastoren aus den eigenen Reihen
Die Bewegung steht vor Herausforderungen. Viele Roma-Gläubige sehen sich nach wie vor Vorurteilen ausgesetzt, sowohl seitens der Gesellschaft als auch seitens etablierter Kirchen. Manche Aussenstehende zweifelten einst daran, dass Roma ihre eigenen Gemeinden leiten könnten. Doch Gott erweckt weiterhin fähige Pastoren und Pastorinnen, Lehrer und Lehrerinnen sowie Missionare und Missionarinnen. Die Gypsy and Traveller International Evangelical Fellowship (G.A.T.I.E.F.), hervorgegangen aus einer Erweckung in Frankreich, bildet heute Roma-Leiterinnen und -Leiter aus und entsendet sie in 24 Nationen.
Was unter den Roma geschieht, erinnert die Gemeinde Christi an eine tiefere Wahrheit: Verwandlung beginnt mit Beziehung, Demut und aufmerksamem Hinhören. Ein christlicher Mitarbeiter formulierte es so: «Man geht nicht an die Ränder, um jemanden zu retten. Man geht dorthin und alle finden Rettung.»
Von Vorurteil zu Lobpreis, von Verzweiflung zu Tanz, die Geschichte der Roma wird zu einem Zeugnis für Europa: dass Gottes Freude sich nicht eingrenzen lässt und sein Tisch noch immer für alle gedeckt ist.
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Datum: 13.03.2026
Quelle:
Joel News / Mission Frontiers