Erste Kirche in Kuwait nun «Basilica minor»
Die Ernennung zur «Basilica minor» (ein besonderer Ehrentitel) wurde während eines Gottesdienstes bekannt gegeben, der am Freitag in der Kirche «Minor Basilica of Our Lady of Arabia» stattfand. Die Zeremonie wurde von Kardinal Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Heiligen Stuhls, geleitet, der eigens zu diesem Anlass Kuwait besuchte.
Der Status einer «Basilica minor» wird vom Vatikan an Kirchen verliehen, die aufgrund ihrer historischen und spirituellen Bedeutung, ihres architektonischen Charakters oder ihrer pastoralen Rolle anerkannt sind.
Es geht um mehr als Weihnachten feiern
Mit dieser Erhebung ist die Kirche in Al-Ahmadi die erste in Kuwait – und eine der ganz wenigen auf der Arabischen Halbinsel –, die diesen Titel erhält.
Während des Gottesdienstes ging Kardinal Parolin auch auf die Frage ein, die Jesus seinen Jüngern stellte: «Für wen halten die Menschen den Menschensohn?» Rückblickend auf die Weihnachtszeit erklärte er, dass es um mehr geht, als nur seine Geburt zu feiern. Gläubige müssten erkennen, wer Christus wirklich ist und was diese Identität bedeutet.
«Historisch bedeutsam»
Kardinal Parolin bezeichnete den Moment der Statusverleihung als historisch bedeutsam – nicht nur für die Christen in Kuwait, sondern für die gesamte arabische Region –, und verwies auf die Seltenheit einer solchen Anerkennung im Golfraum.
Zur Gemeinde gehörten Mitglieder der christlichen Gemeinschaft Kuwaits ebenso wie Diplomaten, Regierungsvertreter und Mitarbeiter der «Kuwait Oil Company», was die langjährige Verankerung der Kirche im gesellschaftlichen Leben des Landes widerspiegelt.
Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins Jahr 1948 zurück, als eine kleine Gruppe ausländischer Arbeitskräfte – viele von ihnen in der aufstrebenden kuwaitischen Ölindustrie beschäftigt – eine schlichte Kapelle errichtete, um der wachsenden christlichen Bevölkerung zu dienen.
Spiegel der demografischen Veränderung
Die Kapelle befand sich in Al-Ahmadi, nahe grosser Ölanlagen, und spiegelte die raschen demografischen Veränderungen wider, die mit der Ankunft von Arbeitsmigranten aus ganz Asien und dem Nahen Osten einhergingen.
Mit dem Wachstum der Belegschaft wurde die Kapelle durch ein dauerhaftes Kirchengebäude ersetzt, das zu einem zentralen Ort des Gottesdienstes für katholische Migranten wurde, die im Land lebten und arbeiteten.
Über die Jahrzehnte hinweg blieb die Kirche eng mit der kuwaitischen Ölindustrie und der Präsenz von Arbeitsmigranten verbunden, die weiterhin die Wirtschaft des Landes prägen.
13,8 Prozent sind Christen
Laut «Operation World» machen Christen schätzungsweise rund 13,8 Prozent der Bevölkerung Kuwaits aus. Die grosse Mehrheit der Christen in Kuwait sind ausländische Arbeitskräfte. Die katholische Kirche in Kuwait schätzt die Gesamtzahl der Christen auf etwa 200’000, hinzu kommt eine kleine einheimische Gemeinschaft von rund 200 kuwaitischen Staatsbürgern.
Die Zahl der Katholiken liegt bei etwa 75’000 und setzt sich grösstenteils aus Arbeitsmigranten aus Süd- und Südostasien sowie aus dem Nahen Osten zusammen.
Kuwait nicht mehr auf Weltverfolgungsindex
Auch andere christliche Traditionen sind gut etabliert, darunter evangelische Gemeinden (15’000 Mitglieder) und die koptisch-orthodoxe Kirche (über 60’000 Mitglieder), aber auch Anglikaner (115 Mitglieder) sowie verschiedene kleinere Gemeinschaften, die zusammen Zehntausende Gläubige im ganzen Land betreuen.
Obwohl die Religionsfreiheit in Kuwait klaren gesetzlichen Grenzen unterliegt, gilt das Land als einer der aufgeschlosseneren Golfstaaten in Bezug auf die Ausübung des christlichen Glaubens. So ist das Land beispielsweise seit dem Jahr 2022 nicht mehr auf dem Weltverfolgungsindex von «Open Doors» zu finden.
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Datum: 22.01.2026
Autor:
Obianuju Mbah / Daniel Gerber
Quelle:
Christian Today / Übersetzung: Livenet