Praktische Nächstenliebe

Alle willkommen heissen – aber wie?

Daniel Rohner der GvC Winterthur stellt seine interkulturelle Arbeit vor.
Wie kann interkultureller Gemeindeaufbau in der Praxis aussehen? Darum geht es in einer Videoserie der Arbeitsgemeinschaft interkulturell. Heute stellt Daniel Rohner von der GvC Winterthur die interkulturelle Arbeit vor.

Die interkulturelle Arbeit der GvC Winterthur begann mit einer einfachen Anfrage an die Stadt: Was können wir für unsere Stadt tun? Die Antwort war klar: ein Angebot für und mit Asylsuchenden. Damit habe vor Jahren alles klein angefangen, erzählt Daniel Rohner. Heute sind die Angebote gewachsen und haben sich verändert.

Nächstenliebe praktisch leben

Es gebe zwei Ebenen, wie die GvC Winterthur Nächstenliebe praktisch lebe, berichtet Daniel Rohner. «Die eine Ebene ist die praktische Hilfe.» Man dürfe nicht vergessen, dass die meisten Asylsuchenden die Schweiz noch nicht gut kennen und froh über die Hilfe seien, die sie erhalten. Die GvC Winterthur bietet Deutschkurse an, in denen sowohl Grammatik als auch Konversation geübt werden können. Während der Kurse werde auch eine Kinderbetreuung angeboten, so dass auch Eltern mit Kindern im Vorschulalter die Möglichkeit hätten, an den Kursen teilzunehmen.

Die zweite Ebene, auf der in der GvC Winterthur die Nächstenliebe in der Praxis gelebt wird, sei die Beziehungsebene, berichtet Daniel Rohner. Die Menschen, die in die Schweiz ankämen, kämen meist aus Kulturen, in denen zwischenmenschliche Beziehungen einen hohen Stellenwert hätten. Deshalb schaffe die GvC Winterthur Möglichkeiten, Beziehungen zu leben. «Das ist der Herzschlag der freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Pflege von Beziehungen.» Diese seien sehr vielfältig: «Von Nachhilfe bis zur Unterstützung bei der Lehrstellen- und Wohnungssuche ist alles dabei.» Das Wichtigste sei, sich für die Begegnung mit den Menschen Zeit zu nehmen.

Mit Humor Barrieren überwinden

Ein wichtiger Wert für ihre Arbeit sei die Begegnung auf Augenhöhe, erzählt Daniel Rohner, dabei helfe viel Humor. Am Anfang gäbe es viele Barrieren, kulturelle und sprachliche; wenn man da lachen könne, helfe das.

Die andere wichtige Grundlage sei, dass sie möchten, dass sich die Menschen bei ihnen wohlfühlen. «Die Menschen sollen sich wohl und willkommen fühlen, die Willkommenskultur ist uns sehr wichtig.»

Was motiviert zur Arbeit?

Daniel Rohner sagt, er sei überzeugt, dass sie als Kirche den Auftrag haben, sich um die Schwächsten in der Gesellschaft zu kümmern. Schon in den fünf Büchern Mose wird beschrieben, dass sich das Volk Gottes um Witwen, Waisen und Ausländer kümmern soll. Dieser Auftrag sei auch heute noch aktuell.

Ein weiterer Ansporn für die Arbeit sei die Freude der freiwilligen Mitarbeitenden. Sie seien begeistert von der Horizonterweiterung und fühlten sich beschenkt durch die vielen Beziehungen und spannenden Momente, die sie mit den Menschen erleben dürfen. «Die vielen Begegnungen mit den Menschen machen Freude und motivieren immer wieder neu für die Arbeit.»

Sehen Sie sich das Video der Arbeitsgemeinschaft «interkulturell» mit Daniel Rohner an:

 

Zur Website:
SEA - Interkulturell

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Datum: 23.02.2024
Autor: Ursula Eichenberger
Quelle: SEA

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