Model Rebecca Pagani

Mit Etikettenschule zu echter Identität

Rebecca Pagani
Rebecca Pagani reflektiert darüber, wie sie sich in einer von Bildern besessenen Welt bewusst für Glauben und Integrität statt für den Druck der Branche entschieden hat.

Die Hingabe an Gott hat ihre Identität neu geformt und in ihr eine Vision entfacht: Sie will Frauen dabei helfen, in Würde und mit einem Ziel zu leben. Rebecca Pagani: «Die Arbeit als Model lehrt einen sehr schnell, dass ein Grossteil der Branche auf dem äusseren Erscheinungsbild basiert. Es ist leicht, in einen Zustand zu geraten, in dem sich der eigene Wert daran misst, wie man aussieht, wie man wahrgenommen wird oder ob man einem bestimmten Standard entspricht.»

Als Christin sei dies eine ihrer grössten Herausforderungen gewesen: zu lernen, sich nicht von der Branche definieren zu lassen.

Gott veränderte alles

Die Hinwendung zu Gott hat alles verändert. «Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen, habe mein Leben aber erst im Jahr 2023 vollständig Gott übergeben. Der Glaube hat mich daran erinnert, dass Charakter und der Zustand des Herzens weit mehr zählen als jedes äussere Bild. Einige meiner grössten Herausforderungen drehten sich um das Thema Kompromisse. Es gab Gelegenheiten, die mit lebensverändernden Geldsummen verbunden waren… Dinge, die mir und meiner Familie ein äusserst komfortables Leben ermöglicht hätten. Doch ich wusste, dass ich sie nicht annehmen konnte.»

Auf dem Papier waren es enorme Chancen und sie brachten alles mit, wovon die meisten Models träumen, erklärt Rebecca Pagani: «Sichtbarkeit, finanzielle Belohnung und das Versprechen eines schnellen Erfolgs.»

«Ich konnte es nicht rechtfertigen»

So kontaktierte sie beispielsweise einmal ein «Netflix»-Regisseur wegen einer Filmrolle. «Doch die Rolle stellte eine Frau dar, deren Lebensstil im völligen Gegensatz zu den Werten stand, für die ich einstehe. Die Figur war auf Promiskuität, Unmoral und einen Lebensstil ausgelegt, der nicht mit Gottes Wort übereinstimmt.»

Auch wenn es «nur ein Film» war, «konnte ich es nicht rechtfertigen, etwas zu repräsentieren, das mit der Frau kollidiert hätte, zu der Gott mich berufen hat. Als ich meinen Glauben erklärte und warum ich die Rolle nicht annehmen konnte, versuchte der Regisseur, mich umzustimmen. Er sagte, ich sei nicht ehrgeizig genug. Er meinte, ich könne meine Ziele nicht erreichen, wenn ich nicht bereit sei, ‘lockerzulassen’. Er versprach mir, dass er meinen Namen und mein Gesicht innerhalb von sechs Monaten überall platzieren könne.»

«…du könntest den Armen helfen!»

Er schlug sogar vor, dass Rebecca Pagani mit all dem Geld, das sie verdienen würde, «den Armen helfen» könne und Gott darüber glücklich wäre. «Als würde das rechtfertigen, meine Werte zu kompromittieren. Doch ich liess mich nicht beeinflussen. Ich stand fest auf Gottes Wort, und meine Entscheidung änderte sich nicht. Was dieser Mann nicht verstand, war, dass mein Glaube auf einem festen Fundament steht. Mein Gehorsam und meine Liebe zu Gott sind mir weit wichtiger als jede Gelegenheit, und kein Mass an Erfolg ist es wert, Integrität oder meine Beziehung zu Jesus zu opfern.»

Sie empfand eine Verantwortung, Gott mit ihren Entscheidungen zu ehren, «selbst dann, wenn es bedeutete, von etwas Abstand zu nehmen, das beeindruckend aussah. Integrität zu wählen erfordert Mut, und dieser Mut kam von Gott. Genau das wünsche ich mir auch für jüngere Frauen: Sich nicht zufriedenzugeben und ihre Werte oder Reinheit nicht gegen etwas Temporäres oder Materielles einzutauschen.»

Die Idee zur Etikettenschule

Zu Beginn des Jahres 2025 tauchten die Worte «Etikettenschule» immer wieder in ihrem Inneren auf. «Mit der Zeit fügten sich immer mehr Puzzleteile zusammen. Gespräche mit Mädchen aus der Modelbranche, aber auch mit jungen Frauen in ganz normalen Berufen, offenbarten immer wieder dieselben Bedürfnisse: Selbstvertrauen, gesunde Grenzen, Identität und ein Selbstwertgefühl, das nicht von äusserer Bestätigung abhängt.»

Zuhören falle ihr leicht, «und wann immer ich mit jungen Frauen sprach – sei es über Beziehungen, Arbeit oder ihr Selbstbild –, ermutigte ich sie, Grenzen zu setzen und sich an ihre Moral und Werte zu erinnern.»

Sie erkannte immer wieder dasselbe Muster: «Viele Frauen glaubten, sie müssten sich zufriedengeben oder Kompromisse eingehen, um ihre Ziele zu erreichen, obwohl das in Wirklichkeit nicht der Fall war.»

Eine grosse Vision

Auch die kulturelle Entwicklung liess sich nicht ignorieren, bilanziert Rebecca Pagani: «Regelmässig sehen wir Statistiken und Trends, die zeigen, wie viele junge Frauen sich verloren fühlen, unter Druck stehen oder über die falschen Dinge definiert werden.»

Eine Frau prägt die Atmosphäre ihres Zuhauses, erklärt Rebecca Pagani, «sie formt die nächste Generation und vermehrt das, was ihr anvertraut wurde. Wenn eine Frau zu der Person wird, die Gott für sie vorgesehen hat, endet die Wirkung nicht bei ihr selbst. Sie breitet sich aus auf ihre Kinder, ihre Freundinnen, ihre Nichten und kann ganze Generationen beeinflussen. Deshalb fühlte sich diese Vision grösser an, als nur einzelnen Frauen zu helfen.»

Das Umfeld prägen

Grosse Veränderungen können mit einer einzigen verwandelten Frau beginnen, analysiert Rebecca Pagani. «Und in einer Welt, in der Dinge wie ‘OnlyFans’ und eine hypersexualisierte Kultur normalisiert wurden, wusste ich, dass es einen Raum geben muss, der Frauen zurück zu Würde, Sinn und biblischer Identität ruft. Frauen können Träume, Karrieren und Ambitionen verfolgen, ohne dabei ihre Identität zu kompromittieren. Ich wusste, dass dieser Impuls von Gott kam.»

Ihre Nichten würden alles beobachten, was sie tue, «so wie ich einst meine Mutter beobachtet habe. Das erinnerte mich daran, wie leicht kleine Mädchen die Frauen nachahmen, die sie bewundern. Dieser Einfluss ist kraftvoll, und ich möchte ihn verantwortungsvoll nutzen. Ich möchte Stärke, Weisheit und Identität an die Mädchen weitergeben, die nach uns kommen.» Die «Grace School of Etiquette» ist ein sechswöchiges Programm, das darauf ausgelegt ist, Selbstvertrauen, Kommunikationsfähigkeit und einen glaubenszentrierten Charakter in jungen Frauen zu formen.

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Datum: 28.01.2026
Autor: Rebecca Pagani / Daniel Gerber
Quelle: Woman Alive / gekürzte Übersetzung: Livenet

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