Kreativer Ansatz

Auf dem «Roten Sofa» ins Gespräch kommen

Das rote Sofa am Basler Rheinufer lädt zum Reden ein.
Einen kreativen Seelsorge-Ansatz hat die Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt gefunden: Mit dem Projekt «Rotes Sofa» lädt sie Menschen auf der Strasse zu kurzen Gesprächen ein.

Ob Besuche von Menschen in Alters- und Pflegeheimen oder gemeinsames Singen im Untersuchungsgefängnis; ob Trost und ein Lichtblick für Sexarbeitende oder Anlaufstelle, wenn das Leben aus den Fugen geraten ist: Das Team Spezialseelsorge der Römisch-Katholischen Kirche RKK Basel- Stadt leistet einen Beitrag an das Gemeinwohl. Das Projekt «Rotes Sofa» macht dies sichtbar.

Ein seelsorgerisches Angebot am Kleinbasler Rheinufer

Bis zum 19. September 2024 steht das «Rote Sofa» im Schnitt zweimal wöchentlich und bei guter Witterung am Kleinbasler Rheinufer unterhalb der Wettsteinbrücke bereit. Zwei Mitarbeitende der RKK vor Ort laden zum Verweilen ein. «Unser Ziel ist es, bei den Menschen zu sein, hinzugehen, zuzuhören und Zeit zu haben für alles, was da ist an Themen», erklärt die Leiterin Spezialseelsorge der RKK, Sarah Biotti. «Das Rote Sofa bietet einen Raum, in dem alles erzählt werden kann, ohne Wertung», sagt sie: «Das ist eine typische Aufgabe von Seelsorge, einfach exponierter als sonst und im öffentlichen Raum.»

Neben der Station am Kleinbasler Rheinufer unterhalb der Wettsteinbrücke (28. Mai bis 19. September) ist das Rote Sofa vom 26. August bis 1. September im Bethesda Spital anzutreffen. Nach einem weiteren Ausflug zum Wolfgottesacker am «Tag des Friedhofs» (21. September) macht das Rote Sofa schliesslich vom 23. bis 27. September Halt auf dem Friedhof Hörnli.

Über das Projekt

Das Projekt «Rotes Sofa» startete 2020 und fand bei Passantinnen und Passanten sofort Anklang, weiss Mirjam Lachenmeier von der Fachstelle Jugend der RKK. Gemeinsam mit Kerstin Rödiger, Seelsorgerin am Universitätsspital Basel, leitet sie das Projekt.

«Mit dem Roten Sofa erlebe ich unsere Arbeit lebensweltorientiert nach dem Motto ‘Kirche ist dort, wo die Menschen sind’ und führe spannende Gespräche mit unterschiedlichen Menschen. Dabei merke ich immer wieder, wie wichtig es in der heutigen schnelllebigen Zeit sein kann, dass einfach jemand da ist, Zeit hat und zuhört. Die Gespräche sind auch für uns Mitarbeitenden bereichernd und erweitern den Horizont.»

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Datum: 12.06.2024
Autor: Anna Wegelin
Quelle: Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt

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