Der König in Seiner Schönheit

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Das Hauptmerkmal des Himmels ist, dass der Herr Jesus in unübertroffenem Glanz und unsagbarer Schönheit dort ist. Sein Angesicht strahlt wie die Sonne in ihrer Kraft. Er ist der Erste unter Zehntausenden, der einzig Wunderbare. In Ihm vereinigen sich höchste äussere Schönheit und ein unfehlbar moralischer Charakter.

Was ist der Himmel, der Himmel an sich? Jesus erst macht ihn zum Himmel für mich. Nach all seiner Pracht blicke sehnend ich, doch Jesus erst macht ihn,zum Himmel für mich.
Lanny Wolfe

Der Anblick des erhöhten Herrn ist so überirdisch, dass Schriftsteller für gewöhnlich die Prosa verlassen haben, um die Herrlichkeit Seiner Person in Gedichtform zu schildern. Neben Golgatha ist die Tatsache, dass wir unseren Herrn im Himmel von Angesicht zu Angesicht sehen werden, vielleicht das meist behandelte Thema der christlichen Dichtung. Aber auch die Dichtkunst kann nur stammeln, und die Worte biegen sich unter dem Gewicht der Superlative.

Viele von uns kennen die folgenden Zeilen von Carrie E. Breck:

Dein Antlitz, Heiland, schaue ich entrückt, vor Deinem Thron,
der Du einst starbst am Kreuz für mich, Herr Jesu, Gottes Sohn!

Nicht so geläufig ist ein Vers von einem unbekannten Autor:

Ach, nicht zum Reinschau'n, nein, sondern für immer
zu Hause bei Ihm werd' ich ewig dort sein,
zu Hause im Himmelslichtschimmer am Ufer des gläsernen Meeres so rein.

Doch selbst dort, wo alles nur Herrlichkeit ist
und Friede und Freude, die kein Mensch ermisst,
wär' doch nichts vergleichbar dem seligen Glück,
wenn ich Ihn erschaue und mich trifft Sein Blick!

Fanny Crosby, die blinde Dichterin, dachte gerne an die Zukunft, wo ihre Augen aufgetan und den König in Seiner Schönheit sehen würden:

Unsagbar herrliches Entzücken,
wenn ich Sein heilig' Antlitz seh'
und Seinen freundlich strahlenden Blicken
und Seinem Licht entgegen geh'!

Wie wird mein Herz Ihn preisend loben
für alle Liebe, Hilf' und Gnad'
und dass Er eine Wohnung droben
im Himmel mir bereitet hat!

Ein weiteres Gedicht drückt es so aus:

O herrlicher Tag, wenn wir vor Ihm steh'n,
wenn all uns're Schmerzen und Sorgen dahin,
wenn irdische Schönheit wie Schatten wird flieh'n,
wenn wir nur noch Jesum alleine seh'n!

Der Herr Jesus hat im Himmel einen wirklich physischen Körper, einen Körper, den Er selbst als aus Fleisch und Knochen bestehend beschrieben hat. (Er erwähnte kein Blut, denn das wurde auf Golgatha vergossen.) Es ist der gleiche Körper, in dem Er aus dem Grab auferstand. In mancher Hinsicht gleicht er dem Körper, den Er bei Seiner Geburt erhielt; die physische Erscheinung ist ähnlich und kann Speise und Trank zu sich nehmen, kann Gegenstände ergreifen, kann sprechen und ist geeignet fürs irdische Leben.

Andererseits gibt es Unterschiede zum irdischen Leib. Im Auferstehungsleib konnte Jesus einen Raum betreten, dessen Türen verschlossen waren, und Er konnte augenblicklich unsichtbar werden. Es ist ein Körper, der sowohl für das Leben im Himmel als auch für die Erde geeignet ist. Aber der auffallendste Unterschied ist, dass Er noch die Nägelmale von Golgatha trägt. Nach Seiner Auferstehung zeigte der Herr dem Thomas und den anderen Jüngern diese Wunden, die Zeichen göttlicher Liebe (Lk. 24,40; Joh. 20,20.27). Später beschrieb Johannes Ihn als ein gerade geschlachtetes Lamm (Offb. 5,6). Stellt Euch das vor! Die einzigartigen Zeichen des Leidens und Sterbens erinnern im Himmel auf ewig an die Kosten unserer Erlösung. Spurgeon jubelt:

"Ach, die Füsse mit den Nägelmalen zu sehen, die Hände, die durchbohrt waren, zu berühren und das Haupt zu schauen, das die Dornenkrone trug, sich vor Ihm niederzubeugen, der unsagbare Liebe, unaussprechliche Barmherzigkeit und grenzenlose Güte ist. 0, sich vor Ihm zu verneigen und dieses gesegnete Antlitz zu küssen!"

Herr Jesus, Dein Sterben
erlöst vom Verderben,
von Selbstsucht und Hölle und Tod.
C.A.H.

Bei Seinem Anblick werden wir ausrufen: "Nicht die Hälfte ist uns berichtet worden!"

Mit Staunen bewund're ich nach Jahrmillionen
Deine Grösse und hehre Erhabenheit.
Und rühme nach endlos unzähl'gen Äonen
Deiner Liebe unfassliche Herrlichkeit.

Könnte es sein, dass wir, wenn wir den Herrn sehen, uns fragen werden, warum wir Ihn nicht mehr geliebt, Ihm nicht besser gedient, nicht besser für Ihn gelebt haben, als wir noch auf der Erde waren? Der Verfasser des folgenden Gedichts hatte diesen Gedanken:

Wenn ich schau in Sein strahlend Gesicht,
dorngekrönt einst - jetzt nur voll Licht,
wünscht' ich heiss, dass ich mehr noch Ihm gab,
mehr, so viel mehr!
Mehr meines Lebens und was ich nur hab.
Wenn ich schau in Sein strahlend Gesicht,
wünscht' ich heiss, dass ich mehr noch Ihm gab.

Seh' die Hand ich, die alles erschafft',
durchnagelt einst - jetzt nur voll Kraft,
wünscht' ich heiss, dass ich mehr noch Ihm gab,
mehr, so viel mehr!
Mehr meines Lebens und was ich nur hab.
Seh' die Hand ich, die alles erschafft',
wünscht' ich heiss, dass ich mehr noch Ihm gab.

Wenn ich knie vor Dir, Gottes Sohn,
Du, der einst litt - jetzt auf dem Thron,
wünscht' ich heiss, dass ich mehr noch Dir gab,
mehr, so viel mehr!
Mehr meines Lebens und was ich nur hab.
Wenn ich knie vor Dir, Gottes Sohn,
wünscht' ich heiss, dass ich mehr noch Dir gab.

Robert Murray McCheyne (1813-1843) schaut in einem seiner grossartigen Lieder in die Zeit, in der wir erkennen werden, wieviel wir dem König aller Könige verdanken.

Wenn ich in der Herrlichkeit,
angetan mit Deinem Kleid, wie
Du bist, Dich sehe, Herr, ohne
Sünd' Dich lieb' und ehr', dann
erfasst es erst mein Sinn, was ich
Dir, Herr, schuldig bin.

Bei aller Wertschätzung McCheyne gegenüber sind wir geneigt zu glauben, dass nicht einmal die Ewigkeit ausreicht, um zu verstehen, was wir Ihm schuldig sind und Ihm verdanken.

Es ist unmöglich, sich den Himmel vorzustellen, ohne an den Herrn Jesus zu denken. Einmal übergab der Liederdichter John Peterson einem Verleger eine Niederschrift über die himmlische Heimat zum Druck. Das Gedicht kam mit folgendem Vermerk zurück: "Streichen Sie den Namen Jesus heraus und schreiben Sie etwas mehr über den Himmel!" Für Peterson war das völlig undenkbar, und er gab das Lied einem anderen Verleger. Ohne Jesus ist es nicht der Himmel.

Fortsetzung: Andere Bewohner


Autor: William Mac Donald
Quelle: Wie wird es im Himmel sein?

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