Dank ihm sind Hunderte am Leben
Ramesh war am Ostersonntag wie gewohnt mit seiner Frau Chrishanthini und den zwei Kindern Rushika (14) und Niruban (12) in die Zion-Gemeinde gegangen. Chrishanthini unterrichtete die Sonntagsschule vor dem Gottesdienst, während ihr Mann im Vorhof zurückblieb. Nach dem Unterricht der Kinder ging Chrishantini zurück auf den Vorhof, um mit einigen der Kinder noch etwas zu Essen.
Mutiger Einsatz
Sie beobachtete, wie ihr Mann einen Besucher aufhielt, der einen grossen Rucksack trug. Seine sportliche Kleidung war eher untypisch für einen Kirchenbesucher. Auf die Frage, was er wollte, erklärte der Fremde, er wolle den Gottesdienst filmen. «Mein Mann spürte, dass etwas nicht stimmt, und sagte ihm, dass er erst eine Erlaubnis bekommen müsse», berichtet Chrishantini gegenüber der BBC. «Er zwang ihn dann dazu, wieder zu gehen.»
Während die ebenfalls 40-Jährige in die Kirche ging, in der bereits 450 Besucher auf den bald beginnenden Gottesdienst warteten, hörte sie die Explosion. Der Terrorist musste sich entschlossen haben, die Bombe auf dem Vorhof zu zünden. Dadurch kamen 29 Personen ums Leben, darunter viele Kinder – und Ramesh. Doch der Tod vieler Christen in der Kirche wurde verhindert.
«Ich liebe meinen Jesus»
Erst Stunden später fand Chrishantini den Körper ihres Mannes auf dem Vorhof der Kirche. Er war sofort tot gewesen. Im Gespräch mit der BBC-Reporterin Rajini Vaidyanathan brach die Witwe zusammen. Doch unter Tränen wiederholte sie immer wieder: «Ich liebe meinen Jesus, ich liebe meinen Jesus!» Im Schmerz um den Verlust ihres Mannes ist das Wissen, dass durch seinen Tod viele andere überlebt haben, ein Trost.
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Datum: 07.05.2019
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / BBC