Schon Luther kannte das

Greta oder Gnade?

Wie Pipi Langstrumpf widersetzt sich Greta Thunberg der Gesellschaftsordnung
Die jüngsten Nachrichten rund um Greta Thunberg haben einen unheilvollen Beiklang. Offenbar unzufrieden damit, sich auf harmlose Weise gegen den Klimawandel zu engagieren, folgten zuletzt aggressivere Methoden.

Die Ozeane auf einem politischen Kreuzzug zu besegeln oder malerische Flüsse in Venedig einzufärben, sind eine andere Liga als frühere, vergleichsweise harmlose Aktionen der Klimaaktivistin Greta Thunberg. 

Die Samen eines schuldbasierten und angstgetriebenen Aktivismus wurden offenbar bereits von einer Lehrerin gesät, die damals über den Klimawandel sprach. Die achtjährige Greta war zutiefst erschüttert. Depressionen aufgrund ausbleibender Massnahmen gegen den Klimawandel folgten. Dies führte zu extremen Schritten wie dem Schulstreik. 

Ihren Einsatz für «Klimagerechtigkeit» weitete sie auf andere Themen aus, darunter die Unterstützung Palästinas und LGBT-Anliegen.

Rollentausch in Familie

Neben dem Verändern ihrer eigenen Gewohnheiten wirkten sich ihre Ängste auch auf den Lebensstil ihrer Eltern aus. Sie überzeugte diese davon, auf Flugreisen zu verzichten und Greta ging offenbar sogar so weit, die elterlichen Einkäufe zu überwachen, indem sie deren Kassenbons kontrollierte.

Ein solcher Rollentausch mag – vor allem bei Menschen ausserhalb des nordwest-europäischen Kulturkreises – amüsant erscheinen, überrascht aber bezüglich Schweden, Gretas Herkunftsland, eher weniger. Obwohl ihre Eltern ihre eigenen Verhaltensänderungen als Mittel darstellten, ihrer Tochter beim Überwinden ihrer Depression zu helfen, dürften auch kulturelle Faktoren eine Rolle gespielt haben.

Starke anarchistische Prägung

In Schweden würden Kinder nahezu wie Erwachsene behandelt: «Sie gelten allgemein als unverdorbene freie Geister und als kompetente Individuen. Wer ihnen zuhört, kann in ihnen sogar einen neuen und besseren Lebensweg erkennen», beobachtet Elina Placentino in ihrem Meinungsartikel bei «Christian Network Europe» (CNE).

Die schwedische Kinderkultur weist laut Elina Placentino starke anarchistische Prägungen auf, wie dies im Werk der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren und ihren Geschichten über Pippi Langstrumpf verdeutlicht werde: «Indem Astrid Lindgren eine solche Figur erschafft, fördert sie Auflehnung und idealisiert eigenmächtiges Handeln. So überrascht es nicht, Ähnlichkeiten zwischen Pippi und Greta zu entdecken. Wie Greta verweigert auch Pippi den Schulbesuch. Wie Greta widersetzt sich Pippi aktiv der Polizei, nimmt die Dinge selbst in die Hand und stiftet Verwirrung und Unordnung in der Gesellschaft.»

«Wie könnt ihr es wagen?»

Greta-Slogans wie «Ich will, dass ihr in Panik geratet» oder «Wie könnt ihr es wagen?» trafen besonders jene, die leicht emotional zu bewegen waren. Letztlich scheint Greta vielmehr ein Opfer von Schuld und Angst zu sein.

Entgegen dem schwedischen Bildungsansatz fehlt Kindern die mentale und emotionale Fähigkeit, in der Welt die Führung zu übernehmen, so Elina Placentino: «Deshalb täten Eltern und Lehrkräfte gut daran, Kinder vor alarmistischen Klima-Rhetoriken zu schützen, die übermässige emotionale Belastung oder unbegründete Schuld- und Verantwortungsgefühle hervorrufen können.»

Schlechte Motivatoren … die auch Martin Luther kannte

Schuld, Angst und Scham sind schlechte Motivatoren; wie namentlich bereits der deutsche Mönch Martin Luther erkannte, bilanziert Elina Placentino: «Auch für ihn war es eine Frage von Leben und Tod. Sein Leben drehte sich um die entscheidende Frage: ‘Was ist genug, um Gott zu besänftigen?’» Sein rastloses Streben nach Beichten, Fasten, Pilgerreisen und Nachtwachen würde nie ausreichen... «Seine qualvolle Suche fand erst ein Ende, als er erkannte, dass Gott die Annahme bereits durch den Tod seines Sohnes Jesus gewährt hatte.»

Deshalb zieht Elina Placentino eine Parallele zu heute: «Eine Verzweiflung, die in gewisser Weise an Greta Thunbergs Klimaschuld erinnert. Glücklicherweise entdeckte Luther die Gnade. Und es war Gottes Gnade, die zur treibenden Kraft hinter all seinen guten Werken wurde.»

Über Jahre hinweg wirkte Martin Luther unermüdlich zum Wohl seiner Mitmenschen durch Predigten, Schriften und die Übersetzung der Bibel. Daraus folgten Verbesserung der allgemeinen Bildung, steigende Alphabetisierung, grössere Gewissensfreiheit und eine Verbesserung der Stellung der Frau.

Befreiung aus innerer Sklaverei

«Luthers gesellschaftlicher Einfluss begann erst, als ihm bewusst wurde, dass nichts von dem, was wir tun, ausreicht. Wir alle sind dringend auf Gnade angewiesen. Und doch war es gerade diese Erkenntnis, die Verbesserungen in unserer Welt vorantrieb», so Elina Placentino.

Schuld und Angst sind gnadenlose Sklavenhalter, die lebensspendende Kreativität ersticken und Kraft rauben. Ein gnadenbasierter Lebensansatz hingegen ruht in dem Wissen, dass letztlich alles wieder gut werden wird.

Gnade befreit und bewahrt

Die Europäer früherer Zeiten vertrauten auf Gottes erneuerndes Wirken in dieser Welt. Sie wussten, dass sie das Land gemäss Gottes Anweisungen bebauen und bewahren sollten. Das bedeutete einen Rhythmus von Arbeit und Ruhe für sich selbst ebenso wie für die Schöpfung; für die sich beispielsweise die führende, christliche Klimawissenschaftlerin Katharine Hayhoe einsetzt.

Deshalb schliesst Elina Placentino: «Und all dies auf der Grundlage der Gnade, einer Gnade, von der man hoffen darf, dass auch Aktivisten wie Greta sie eines Tages entdecken.»

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Datum: 14.01.2026
Autor: Elina Placentino / Daniel Gerber
Quelle: CNE / gekürzte Übersetzung: Livenet

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