Wie Afrika China missioniert
Überall auf dem Kontinent haben einheimische afrikanische Gemeinden ihre Türen – und ihre Herzen – für die wachsende Zahl chinesischer Arbeitskräfte geöffnet. In Städten von Addis Abeba bis Nairobi bieten Gemeinden inzwischen Übersetzungen ins Mandarin, Bibelstudien und Kleingruppen für chinesische Arbeiter an, die fern der Heimat sind. Was als kulturelle Gastfreundschaft begann, ist zu einem Missionsfeld geworden.
«Viele Chinesen, die hierherkommen, fühlen sich einsam», sagt ein äthiopischer Pastor. «Sie arbeiten lange und vermissen ihre Familien. Wenn sie unsere Gemeinde besuchen, fühlen sie sich willkommen. Manche beginnen, Fragen über Gott zu stellen.»
Eine erste Begegnung mit Gott
In Ländern, in denen das Christentum gedeiht, verwandeln diese Begegnungen Leben. Chinesische Ingenieure, Arbeiter und Geschäftsleute haben in der freudvollen Anbetung und der offenen Gemeinschaft afrikanischer Gläubiger eine geistliche Heimat gefunden. Viele sind zum Glauben gekommen und beschreiben oft ihre erste Begegnung mit einem Gott, der persönlich, liebevoll und nahe ist.
Einige dieser neuen Gläubigen haben ihren Glauben in die Heimat getragen. In der chinesischen Küstenprovinz Fujian bemerken Besucher heute Häuser, die mit Kreuzen geschmückt sind, und Gottesdienste, in denen afrikanische Rhythmen und südafrikanisch geprägtes Englisch erklingen. Auch afrikanische Migranten, die in China leben, bezeugen mutig ihren Glauben und scheuen sich nicht, von Jesus zu sprechen, selbst dort, wo religiöse Aktivitäten streng kontrolliert werden.
Vielleicht hat Gott sie hierher gesandt
Die Kommunistische Partei Chinas betrachtet Religion seit langem als Bedrohung für die gesellschaftliche Stabilität, und die Verfolgung von Christen bleibt schwerwiegend. Dennoch breitet sich das Evangelium weiter aus, nicht durch politische Planung, sondern durch menschliche Begegnung. Ein afrikanischer Pastor drückte es so aus: «Wir dachten, China käme wegen unserer Bodenschätze nach Afrika. Vielleicht hat Gott sie hierher gesandt, damit wir unseren grössten Schatz teilen können – Jesus.»
Was als Geschichte von Handel und Infrastruktur begann, wird zu einer Geschichte der Verwandlung: Afrika, einst von Missionaren aus der Ferne evangelisiert, sendet nun die Frohe Botschaft zurück in eines der verschlossensten Länder der Welt.
Zum Thema:
Nächste grosse weltweite Kraft: Afrikaner wollen andere Kontinente erreichen
Rick Warren: «Afrika muss die weltweite Missionsarbeit anführen»
Christen in China: China strebt nach internationalem Einfluss
Datum: 16.03.2026
Quelle:
Joel News / UnHerd