Nordkorea: Ist Glaube unmöglich?
Wenn es hungernden Nordkoreanern gelingt, die Grenze zu China zu überqueren, sind sie dadurch noch nicht in Sicherheit. Wenn sie von den Grenzwächtern entdeckt werden, werden sie sofort in ihr Herkunftsland zurückgeschickt, wo sie verhört und gefoltert, zu Zwangsarbeit verurteilt oder getötet werden.
Obwohl er sich der Gefahr bewusst ist, reist Cho, ein Partner der Hilfsorganisation Open Doors, einmal pro Woche an die nordkoreanische Grenze, um nach Flüchtlingen zu suchen und sie mit Wasser, Nahrung und einer Unterkunft zu versorgen. Dazu muss er die gefährlichen Hänge des Grenzgebirges erklimmen.
Eines Tages begegnet er einem jungen Paar, Cheol-Ho (Name geändert) und Eun-Yeong (Name geändert), das zunächst versucht, vor ihm zu fliehen, damit er sie nicht denunziert. Aber Cho stellt eine Tasche mit Wasser und Lebensmitteln sowie Planen und Decken zum Bau einer Notunterkunft auf den Boden. Dann geht er weg.
«Warum tust du das?»
Am nächsten Tag kommt er zurück. Cheol-Ho und Eun-Yeong empfangen ihn mit weniger Misstrauen und im Laufe dieser Begegnungen entsteht ein Dialog. Eun-Yeong: «Warum tust du das?» Cho: «Wegen eines Mannes namens Jesus. Er ist der Sohn Gottes, er liebt euch. Ich habe euch ein Buch mitgebracht, das von ihm erzählt.» Eun-Yeong: «Ich glaube nicht an Gott. Danke für das Essen, aber wir wollen nichts mit Aberglauben zu tun haben.» Cho: «Dieses Buch ist für euch. Es steht euch frei, es zu lesen oder nicht. Ich komme wieder. Überlegt euch in der Zwischenzeit, wie es weitergehen soll. Ihr könnt nicht lange in diesem Wald bleiben, es ist nicht sicher.»
Ein Traum und ein Zufluchtsort
Derzeit haben alle nordkoreanischen Flüchtlinge die Wahl, entweder durch den Regenwald nach Myanmar oder Laos zu fliehen oder die gefährliche Wüste Gobi zu durchqueren, um die Mongolei zu erreichen. Bei seinem nächsten Besuch stellt Cho überrascht fest, dass sich das Paar ganz anders entschieden hat. Eun-Yeong erzählt ihm, dass sie einen Traum hatte, in dem ein Mann sie bei ihrem Namen rief. Könnte dies Jesus gewesen sein? Um sich die Zeit zu vertreiben, haben sie und Cheol-Ho begonnen, die Bibel zu lesen…
Cho setzt alles auf eine Karte und schlägt ihnen vor, sich einem Zufluchtshaus anzuschliessen, wo andere Nordkoreaner wie sie aufgenommen werden und wo sie die Bibel kennenlernen. Über sein Partnernetzwerk an der nordkoreanischen Grenze unterhält Open Doors ein ganzes Netz von von «Zufluchtshäusern» für Flüchtlinge aus Nordkorea. Cheol-Ho und Eun-Yeong nehmen das Angebot freudig an.
Zurück nach Nordkorea
Nach einiger Zeit gibt das junge Paar sein Leben Christus. Dann treffen sie eine unvorstellbare Entscheidung: Sie möchten in ihr Land zurückkehren, um dort das Evangelium zu verbreiten! Ein Jahr später erhält Cho eine verschlüsselte Nachricht: «Unsere Familie ist auf fünf Personen angewachsen.» Dem Paar ist es gelungen, in einem Land, das dem Glauben gegenüber als völlig verschlossen gilt, drei Menschen zu Jesus zu führen.
Wir schätzen, dass es heute dank mutigen Christen wie Cho, Cheol-Ho und Eun-Yeong 400'000 Christen in Nordkorea gibt. Unvorstellbar! Das motiviert Cho, weiterzumachen: «Ich möchte Leben retten.» Und auch dieser Vers motiviert ihn: «Bei Menschen ist das unmöglich, aber bei Gott ist alles möglich» (Matthäus 19,26).
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Quelle:
Open Doors CH