Hartl spricht Klartext

«Die Pille ist keine gute Entscheidung»

Der Leiter des Gebetshauses Augsburg, der katholische Theologe Dr. Johannes Hartl, hat sich in einem Facebook-Eintrag kritisch zur Nutzung der Pille geäussert. Er findet es «krass», was Frauen im Bereich Verhütung zugemutet wird. Das berichtete das Medienmagazin «pro».

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Dr. Johannes Hartl
Es gehe ihm nicht um Fälle, wo die Pille aus medizinischen Gründen verschrieben wird, sondern um die gewohnheitsmässige Dauernutzung der Ovulationshemmer, schreibt Hartl. Er findet es «bei Licht betrachtet schon krass, was wir Frauen im Bereich Verhütung als normal zumuten». Es sei bedenklich, dass sich Frauen mehrere Jahrzehnte «täglich eine Volldröhnung an Hormonen reinzischen, die ihrem Körper eine jahrzehntelange Schwangerschaft vorspielt». Es gehe ihm nicht um Schuldzuweisung und er wolle auch niemandem Vorschriften machen, was er oder sie zu tun hat. «Aber warum finden Leute, die sonst nur für öko und naturbelassen sind, überhaupt gar nichts daran, wenn unsere Gesellschaft es als Norm vorgibt, dass Frauen nunmal so mit ihrem Körper umgehen sollen?», fragt Hartl.  

30 Jahre Pille-Dauerkonsum

Viele Frauen nähmen die Pille seit ihren Teenager-Jahren fast 30 Jahre lang. «Bei der Lektüre des Beipackzettels und möglichen Nebenwirkungen wird es einem schlecht», schreibt Hartl. Ausser möglichen Nebenwirkungen wie Krebserkrankungen und Depressionen verlören «erschreckend viele Frauen durch die Pille auch die Freude am Sex», wie sie ihm im Gespräch berichtet hätten.

Das sei eine perverse Logik: «Man nimmt ein Medikament, damit man immer Sex haben kann – mit dem Erfolg, dass man keine Lust mehr darauf hat. Und die Frau sich dann schuldig fühlt, weil sie sich ihrem Partner entzieht.» Die Gesellschaft dürfe unseren Frauen und Mädchen nicht vorspielen, das sei alles ganz normal. Und schliesslich geht es auch um ganz massive finanzielle Interessen: «Auf Kosten der Gesundheit unserer kostbaren Frauen» mache die Pharmaindustrie ein Milliardengeschäft mit der Pille.

Eingriff in sensibles Öko-System

Hartl wolle weder guten Sex verbieten noch Familienplanung verurteilen. Aber der Zyklus der Frau sei so angelegt, dass eine Schwangerschaft nur an bestimmten Tagen möglich sei. Wenn man diesen natürlichen Rhythmus des weiblichen Körpers berücksichtigt, respektiere man damit auch den, der ihn geschaffen hat. In der Ökologie hätten wir gelernt, nicht in sensible ökologische Systeme einzugreifen: «Nur beim Menschen vergessen wir das irgendwie.»

Nicht jede Entscheidung ist eine gute Entscheidung

Natürlich könne jede Frau über ihren Körper selber entscheiden: «Man kann auch für sich selbst entscheiden, jeden Tag 25 BigMacs zu essen und 40 Zigaretten zu rauchen. Ist auch eine Entscheidung. Doch damit ist noch lange nicht gesagt, dass es eine gute und richtige Entscheidung ist. Die Pille ist meiner Meinung nach keine gute Entscheidung.» Wenn eine Frau sich bewusst mit ihrem Zyklus auseinandersetzt, lerne sie sich dadurch selbst ein Stück mehr kennen. Der Schöpfer habe alle Möglichkeiten bereitgestellt, dass Paare ihre Kinderwünsche auch ohne die «Hormonbombe Pille» selber planen könnten.

Der katholische Theologe Dr. Johannes Hartl leitet das Gebetshaus Augsburg, in dem seit 2011 Tag und Nacht ohne Unterlass gebetet wird; er ist auch in evangelischen Kreisen ein hochgeschätzter Referent (EXPLO u.a.). Zusammen mit seiner Frau Jutta und ihren vier Kindern leben sie in Augsburg. Hartl ist als Sprecher und Buchautor weltweit unterwegs und auch durch seine starke Präsenz in den Medien bekannt.

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Datum: 21.03.2018
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de

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