Klaus Reihlen

Architektur, die im Ursprung beginnt

Klaus Reihlen im Livenet-Talk für Hope Business Club
Klaus Reihlen ist Architekt – doch seine Arbeit beginnt selten mit einer technischen Zeichnung. Sein Denken wurzelt tiefer: in der Sehnsucht, der menschlichen Kreativität ihren ursprünglichen Ort zurückzugeben.

Für Reihlen ist der Garten Eden nicht nur ein Bild aus der Bibel, sondern ein Leitmotiv. Die Schöpfungsgeschichte inspiriert ihn zu einer Haltung, die Architektur nicht als Machwerk des Menschen versteht, sondern als Antwort auf das, was Gott bereits geschaffen hat. Im Hope Business-Talk mit Ruedi Josuran (präsentiert vom Hope Business Club) spricht er über das, was ihn antreibt und inspiriert: Reihlen möchte nicht nur Gebäude errichten, sondern Lebensräume, die Menschen erinnern, dass sie Teil einer grösseren Geschichte sind.

Schöpfung und Verantwortung

Die Inspiration aus dem Garten Eden führt ihn unweigerlich zu einer zweiten Überzeugung: Verantwortung. Wenn die Welt ein Geschenk ist, dann ist Architektur ein Dienst – ein Beitrag, aus den vorhandenen Ressourcen etwas Gutes zu machen, das dem Menschen dient und Gottes Kreativität ehrt. Diese Verantwortung zieht sich wie ein roter Faden durch seine Projekte. Gestaltung ist für ihn niemals Selbstzweck, sondern Ausdruck einer inneren Haltung, die Schönheit und Achtsamkeit verbindet.

Ein Wendepunkt: Der Unfall seiner Frau

Ein einschneidendes Erlebnis veränderte Reihlens Leben nachhaltig. Nach einem schweren Verkehrsunfall lag seine Frau im Koma. Wochen voller Ungewissheit, Angst und Stille folgten. In dieser Zeit entdeckte er im Spital eine Bibel – zufällig, fast beiläufig. Er begann, darin zu lesen und fand Worte, die Halt gaben, wo die Wirklichkeit beinahe zerbrach.

Dieses Erlebnis wurde zu einem Schlüsselmoment seines Glaubens. Die Bibel wurde für ihn Begleiter, Trost, Inspiration. Seit jenem Zeitpunkt liest Klaus Reihlen sie jedes Jahr einmal vollständig durch – nicht aus Pflicht, sondern aus dem Bedürfnis heraus, in der Tiefe dieser Texte immer wieder neue Orientierung zu finden.

Momente des Glaubens – die Vision vom Segelschiff

Reihlens Spiritualität ist erfahrungsorientiert, persönlich, lebendig. Immer wieder beschreibt er besondere Glaubensmomente, in denen sich für ihn eine innere Klarheit öffnete. Einer dieser Momente ist seine Vision, in der Jesus ihm als Kapitän seines Segelschiffes erschien.

Dieses Bild begleitet ihn bis heute: Ein Kapitän, der Ruhe ausstrahlt und zugleich Präsenz hat; einer, der steuert, auch wenn der Wind dreht. Für Reihlen wurde diese Vision zu einem Sinnbild dafür, dass er nicht allein durch das Leben navigiert. Sie schenkt ihm Gelassenheit, Vertrauen und die Bereitschaft, die Kontrolle abzugeben, wenn es nötig ist.

Umdenken am Arbeitsplatz – Kurse für die Labora Stiftung

Aus seinen Erfahrungen entwickelte sich ein weiteres Anliegen: Menschen zu helfen, ihren Berufsalltag neu zu sehen. Für die Labora Stiftung gibt Klaus Reihlen Kurse, die ein radikales, aber gleichzeitig befreiendes Thema verfolgen: Umdenken am Arbeitsplatz.

Er lädt dazu ein, Arbeit nicht als isolierten Bereich zu betrachten, sondern als Teil eines grösseren, geistlichen Zusammenhangs. Wie kann der Glaube die Art verändern, wie wir Entscheidungen treffen? Wie entsteht innere Freiheit inmitten von Verantwortung? Wie lässt sich Spiritualität in den beruflichen Alltag integrieren, ohne künstlich oder aufgesetzt zu wirken?

Reihlens Ansatz ist praxisnah und gleichzeitig tiefgründig. Er spricht als Architekt, als Mensch mit Krisenerfahrung und als jemand, der gelernt hat, Führung nicht nur als Kompetenz, sondern als Hingabe zu verstehen.

Ein Weg zwischen Himmel und Erde

In allem, was er tut, verbindet Klaus Reihlen zwei Welten: die sichtbare und die unsichtbare. Seine Architektur ist Ausdruck seiner Spiritualität, und seine Spiritualität formt seine Sicht auf die Architektur. Er zeigt, dass Glaube kein Zusatz ist, sondern eine Kraft, die Beruf, Beziehungen und sogar Kreativität prägt.

Reihlens Geschichte erzählt von Verletzlichkeit, Neuanfängen und tiefen Einsichten – und davon, dass echte Inspiration nicht aus uns selbst kommt, sondern aus einem Vertrauen, das grösser ist als wir.

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Hope Business Club: Ein Herz für Mitarbeiter und Unternehmer 

Datum: 20.01.2026
Autor: Ruedi Josuran
Quelle: Livenet

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