«Generation Lobpreis»

Wenn die Jugend der Kirche zum Gesprächsthema wird

Was für ein Bild von Kirche haben gläubige Jugendliche?
Jugendlicher beim Worship
Tobias Faix
Stefan «Sent» Fischer

Wofür engagiert sich diese Generation? Und woran glaubt sie genau? Diesen und anderen spannenden Fragen ging das Team «empirica» aus Deutschland mit einer Studie auf den Grund. Auch in der Schweiz weckt das Thema Interesse.

Über vier Jahre hat das Forschungsinstitut «empirica» an der Studie zu hochreligiösen Jugendlichen in Deutschland gearbeitet. Sie interviewten dafür Jugendliche im Alter von 16 bis 29 Jahren, die sich der evangelischen Kirche oder einer Freikirche zugehörig fühlen. Herausgekommen ist ein umfassendes Portrait der Lebenswelt von Jugendlichen, die die Kirche von morgen prägen werden. Kürzlich ist dazu das Buch «Generation Lobpreis & die Zukunft der Kirche» erschienen, in dem die Forscher nicht nur die Ergebnisse der Studie beschreiben, sondern sie auch in die aktuelle Jugendbiographie einordnen und fragen, was dies für Kirche und Jugendarbeit bedeutet.

Seminartag in Zürich mit Tobias Faix

«Mit der Studie haben sie eine Sprache für etwas gefunden, das viele Leiter schon seit einiger Zeit beobachteten, aber es nicht in Worte fassen konnten.» Mit diesen Worten eröffnete Campus für Christus anfangs Mai die Shine-Konferenz, zu der die Organisation in Zusammenarbeit mit Central Music den Forscher und Autor Tobias Faix nach Zürich einlud. Bei seiner Studie handelt es sich eigentlich um deutsche Jugendliche. Doch aufgrund von bereits bestehenden Jugendstudien in der Schweiz seien die Ergebnisse in der Tat weitgehend übertragbar, weshalb die Studie auch für die Schweizer Kirchen Relevanz habe, so Faix. Dass das Interesse an den Erkenntnissen der Studie von den Seiten der Schweizer Jugendarbeiter und Lobpreisleitern vorhanden ist, zeigte die grosse Teilnahme an der Konferenz.

Lobpreis als Lebensgefühl

Faix fasste am Seminartag die Studie in mehreren Referaten zusammen und erklärte, dass Jugendarbeit, Lobpreisszene und Theologen zusammenarbeiten sollten. «Es soll eine neue Kultur des Miteinanders geben», meinte er in Bezug aufs Lieder schreiben. Denn Lobpreislieder würden heute gemäss der Studie den Glauben der Jugendlichen mehr prägen als das Bibellesen. «Das müssen Lobpreisleiter wahr- und ernstnehmen», betonte der Autor. Einerseits stelle für die Jugendlichen der Lobpreis als Musik die wichtigste Quelle für den Glauben dar. Dabei gehe es aber andererseits um das Lebens- und Glaubensgefühl, das Lobpreis vermittle, so Faix zur Studie, die eben nach diesem Gesamtbild betitelt wurde.

Konkrete Ideen für die Gemeinden

Am Studientag wurden die Teilnehmenden ausserdem in Workshopgruppen herausgefordert, gemeinsam Vorschläge zu erarbeiten, wie die Erkenntnisse der Studie konkret in den Gemeinden umgesetzt werden könnten. Besonders auf die Erlebnisorientierung der Jugendlichen, die sich in der Studie abzeichnete, gingen die Leiter mit einigen Ideen ein. So füllten sie am Ende des Tages ihren Rucksack nicht nur mit Fakten und neuen Erkenntnissen, sondern mit einigen Anregungen zur Anwendung in ihrer Gemeinde.

Livenet-Talk am 3. Juni in Bern

Auch Livenet möchte bei diesem Thema nachhaken. Im Livenet-Bistro in Bern findet deshalb nächsten Montag, am 3. Juni 2019, ein Livenet-Talk dazu statt. Dabei sein werden David Wöhrle, Gemeindeleiter von New Life in Bern, und Stefan «Sent» Fischer, Pastor der Living Church in Baden und Jugendmitarbeiter beim Bibellesebund. Mit den beiden Gästen werden wir uns über ihre Erfahrungen mit den Jugendlichen austauschen und herausfinden, wie sie in ihrer Gemeinde der «Generation Lobpreis» begegnen wollen.

Zum Thema:
«Hochreligiöse» Jugend: Mehr vom Lobpreisleiter als vom Pfarrer geprägt
Licht und Schatten: Die Worship-Bewegung unter der Lupe
Jugend und Kirche: Und sie passen doch zusammen!

Datum: 29.05.2019
Autor: Annina Morel
Quelle: Livenet

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