Livenet-Talk im Restaurant

Vom Restaurant aufs Tuktuk und ins Spital

Nik Gugger (links), Mitglied des Schweizer Nationalrats, und Patrick Büchi, Geschäftsführer des Restaurants Concordia
Nach der «Coronazeit» ein Restaurant eröffnen, ist mutig. Nationalrat Nik Gugger wagte sich mit Geschäftspartner Patrick Büchi in dieses Abenteuer und erlebt viel Gelingen. Auch Guggers Verkehrsunfall mit grossem Medienecho konnte sie nicht stoppen.

Der Talkmaster Florian Wüthrich taucht im Gespräch in die Welt eines vielseitigen Gastrobetriebes ein und streift das Schicksal von Guggers körperlichem Crash.

Nach vielen Jahren als Unternehmensjurist hat Patrick Büchi das Restaurant «Concordia» von EVP-Nationalrat Nik Gugger gepachtet. Der Betrieb in Veltheim bei Winterthur soll für «Magen und Seele» sein. So finden auch Konzerte oder Ausstellungen statt. Auch was es mit dem sozialen «langen Tisch» auf sich hat, verraten sie im Livenet-Talk.

Von indischem Tuktuk abgeworfen

Seit März 2024 wird das spezielle Restaurant Concordia neu geführt. In einer Phase von «Post-Midlife Crisis», wie sie selber sagen – beide wurden letztes Jahr 55jährig – stellten sie sich die Frage, was man im Leben noch erschaffen möchte. Daraus entstand schlussendlich das Projekt, und das Duo «matcht».

Florian Wüthrich lenkt das Gespräch zu Beginn auf den lebensbedrohlichen Unfall von Nik Gugger und erkundigt sich nach seinem Wohlergehen. Bei der Testfahrt mit einem betriebseigenen «Tuktuk» hatte er sich gefährliche Verletzungen zugezogen. Es habe vieles erwischt: Rippen, Schultern und Hände – der Kopf sei verschont geblieben, erzählt er kurz. Auch einen Lungeneinstich habe es gegeben, «aber langer Rede kurzer Sinn», sagt er, «ich freue mich des Lebens… und hier zu sein. Es darf mir gut gehen.» Die Umstände wollten es tatsächlich so, dass Patrick Büchi genau in dem Moment direkt zum Unfallort fuhr, und direkt nach dem Unfall an Guggers Seite sein konnten.

Kulinarik, Kultur und Konversation

«Für Patrick und mich gilt: Der Mensch soll immer im Zentrum sein», klärt Nik Gugger. Nach 20 Jahren im Besitz des Gebäudes, will der Nationalrat und sein Geschäftspartner den Gästen einen Grund geben, dass Leute wieder mehr zum Essen in den Ausgang gehen. Denn einfach so würde der heutige Mensch weniger auswärts essen gehen als früher. So biete das Concordia nebst Kulinarik auch Ausstellungen oder Konzerte an, fährt er fort.

Und Patrick Büchi erklärt «den langen Tisch»: «Da setzt man sich hinzu, gemeinsam tauscht man sich aus, ganz nach dem Vorbild der alten Stammtische; auch Leute, die sich nicht kennen. So garantieren wir kurzweilige Abende. Wir führen die Essen am langen Tisch einmal im Monat durch. Es gibt ein Menü mit einem Thema wie mexikanisch oder spanisch, jeweils eine Überraschung. Es hat sich ein Kern von Leuten gebildet, die immer wieder kommen – ein schöner Anlass.»

«Gemeinschaft brauchts!»

In den 20 Jahren hat der EVPler viele Veränderungen miterlebt, wie etwa die Einführung des Rauchverbots, «aber der Mensch braucht Gemeinschaft. Gerade heute mit künstlicher Intelligenz, und es gibt über 50 Prozent Einzelhaushalte», sagt er und ergänzt, dass sie im zweiten Betriebsjahr stünden und die Führung Energie brauche.

Auf die Frage nach der Zukunftsvision in fünf Jahren, antwortet Patrick Büchi: «Das Concordia soll leuchtend sein, ein Ort voller Leben mitten in Feltheim. Es gibt viel Arbeit, aber die Gäste geben uns auch etwas zurück, es motiviert, wenn sie einen guten Abend hatten oder inspiriert wurden», und Nik Gugger ergänzt: «Ein Platz, wo Freude, Lebensmut und Hoffnung herrscht – von der Wiege bis zur Barre. Ein Ort von Gemeinschaft, der Tischgemeinschaft. In fünf Jahren soll es nicht nur selbsttragend sein, sondern selber etwas abwerfen.»

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Datum: 23.01.2026
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

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