Neues Leben durch Traum

Wie Gott Soheil durch Träume den Weg gewiesen hat

Soheil hatte während seiner Covid-Erkrankung eine Vision von Jesus (Symbolbild)
Soheil kommt aus dem Iran und ist seit neun Jahren in Deutschland. Mit Reden Gottes in Träumen verbindet er besondere Begebenheiten. Im Interview erzählt der 43-jährige von den Auswirkungen in seinem Leben und im Leben von Menschen in seinem Umfeld.

Soheil, seit wann glaubst du an Jesus Christus?
Soheil:
Ich komme aus dem Iran und war von klein auf Moslem. Ich bin aber schon dort vor 25 Jahren Christ geworden. Dennoch hatte ich Zweifel, ob meine Entscheidung richtig gewesen ist. Jedes Mal, wenn etwas Schwieriges in meinem Leben passiert ist, habe ich meine Entscheidung, Christ zu werden, erneut infrage gestellt und gedacht: «Ist mir das Schlechte jetzt passiert, weil ich Christ geworden bin? Habe ich etwas falsch gemacht?» Diese Gedanken kreisten dann andauernd in meinem Kopf – bis 2020.

Was ist bei dir 2020 Besonderes passiert?
Im Dezember 2020 bin ich sehr stark an Corona erkrankt. Ich wurde mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und lag dort für eineinhalb Monate im Koma. Während dieser Zeit hatte ich einen sehr intensiven Traum: Ich sah mich im Iran im Krankenhaus und alle Ärzte redeten komischerweise mit mir auf Deutsch. Sie wollten mich aufwecken, konnten es aber nicht.

Wie ging der Traum im Koma für dich weiter?
In meine Glaubenszweifel hinein, ob ich auf dem richtigen oder auf dem falschen Weg bin, habe ich im Traum gesehen, dass ich mich im islamischen Monat «Muharram» befinde. Ich sah mich zusammen mit Menschen in schwarzen Anzügen, die für den Imam Hussein klagen und weinen.

Ein Mann kam auf mich zu mit einem Schafkopf und sagte mir: «Tauche deinen Finger in das Blut und male dir damit auf dein Gesicht – dann kannst du von deiner Krankheit geheilt werden.» Ich habe mir das angeschaut und zunächst nichts erwidert. Dann hat mich der Mann beschimpft und bedrängt: «Du hast eine falsche Entscheidung getroffen, du bist Moslem. Du musst das machen, dann kannst du geheilt werden.» Ich habe ihm geantwortet: «Entschuldigung, wenn mich jemand heilen soll, dann nicht Hussein, sondern Jesus!» Daraufhin ist der Mann explodiert und alle Menschen in dieser Situation auch. Roter Rauch stieg auf. Alle hatten Satanssterne gezeichnet, die auch explodiert und verschwunden sind.

[Soheil schluchzt vor Rührung] Dann sah ich einen sehr schönen Stern zu mir herunterkommen: Jesus ist zu mir gekommen und hat mir gesagt: «Gib mir deine Hand und schau mir in die Augen. Wir gehen zusammen aus dieser Situation heraus.» Genau in dieser Situation konnte ich aus dem Koma aufwachen – das bestätigten mir die Ärzte. Sie hatten mehr als zehnmal versucht, mich aus dem Koma herauszuholen, es aber nicht geschafft. Deshalb war das jetzt umso schöner!

Was ist dann nach dem Aufwachen passiert?
Als ich aus dem Koma aufgewacht bin, konnte ich mich nicht bewegen und lag auf dem Bett. Genau wie wir jetzt miteinander reden, habe ich eine Stimme gehört: «Lies mal das Epheser-Buch.» Doch ich konnte das nicht. Mehr als zehn Mal wiederholte sich die Stimme.

Schliesslich habe ich einen Krankenpfleger gebeten: «Bitte gib mir mein Buch, meine Bibel.» Er hat die Bibel zu mir gebracht. Ich habe ihm gesagt, auf welcher Seite er das Buch öffnen sollte, damit ich darin lesen konnte. Ich habe gelesen und gelesen – vom Anfang bis zum Ende. Die Pfleger haben mir also beim Bibellesen geholfen.

Was hat dieser Traum für Auswirkungen bei dir gehabt?
Vor dem Koma habe ich immer gedacht: «Okay, ich bin Christ. Ich bin gut.» Aber nach dieser Geschichte und der Epheser-Lektüre habe ich für mich ein neues Leben gefunden.

Wie sah dein neues Leben aus?
Ich habe im Iran viel in der Kirche mitgearbeitet. Ich wollte über mich sagen können: «Ja, ich bin Christ und ich mache das voll gut.» Doch aus dem Epheser-Buch habe ich wirklich Neues gelernt: Wer ist Jesus? Wie sieht das christliche Leben aus? Dann war für mich alles etwas anders.

Vorher habe ich viel gemacht in der Kirche und mich als ein guter Mensch gesehen. Doch danach habe ich gemerkt: Ich muss mich wirklich für ein anderes Leben entscheiden – mit Jesus leben, ihm vertrauen und so weitermachen. Das war ein neues Gefühl und ein neues Leben.

Welche Früchte hat das in deinem Leben und deinem Umfeld getragen?
Bis 2020 habe ich jeden Tag, jeden Monat und jedes Jahr für meine Eltern gebetet. Die waren Muslime – besonders meine Mutter. Ich habe gebetet: «Gott, bitte hilf. Bitte heile ihre Herzen, damit sie auch Christen sein können.» Als ich noch im Iran lebte, hat meine Mutter verstanden, dass ich Christ geworden bin, hat es aber nie zur Sprache gebracht. Ihre Haltung dazu war: «Das ist nicht wichtig für mich, auf welchem Weg du bist oder welchen Glauben du hast. Aber bitte bleibe weiter in dieser Richtung.» [lacht]

Nach dem Koma und den sechs Monaten bis acht Monaten im Krankenhaus und in der Reha habe ich nach Hause in den Iran telefoniert. Ich habe mit meinen Eltern geredet und ihnen genau erzählt, was mit mir passiert ist. Meine Mutter hat mir daraufhin gesagt, dass sie ab diesem Moment den Koran und alle islamischen Bücher raus aus der Wohnung nehmen will. Das hat sie auch getan und ist jetzt Christin. Halleluja! [Soheil ist sichtlich und hörbar gerührt] Wenn meine Mutter jetzt beten will, geht sie in mein Schlafzimmer, wo ein Bild von Jesus hängt. Sie geht in diesem Raum neben dem Bett auf die Knie und betet zu Jesus. Meine Mutter sagt seitdem: «Ich will alles von Jesus und nicht mehr von einem anderen Imam.» Das war für mich ein sehr entscheidender Punkt.

Du hattest noch einen weiteren Traum: Worum ging es dieses Mal?
In Taunusstein-Bleidenstadt gibt es ein Asylheimbewerberheim. Von meiner Wohnung im oberen Stockwerk kann ich es deutlich sehen. Im Traum sah ich, dass es Abend und dunkel ist. Aber aus diesem Asylheim strahlte Licht aus jeder Ecke heraus und floss auf die Strasse. Ich war vorher noch nie in diesem Asylheim gewesen, aber ich habe ein grosses Zimmer gesehen. Da haben wir zusammen im Traum ein Lied für Jesus gesungen.

Daraufhin habe ich mit meinem Freund Florian gesprochen, der auch Christ ist: «Okay, wenn es von Gott ist, dann können wir es ausprobieren. Vielleicht ist das ein Zeichen von Gott.» Ich bin dann mit Florian zum Asylheim gegangen und wir haben genau diesen grossen Raum gesehen. Dort haben sich uns auch die Türen geöffnet, wir konnten dort mit Deutschkursen anfangen und den Glauben an Jesus mit hineinbringen.

Träume können ein Hirngespinst oder Verarbeitung der Seele sein. Welche Tipps würdest du geben, wie man erkennen kann, dass ein Traum von Gott ist?
Weisst du, ich denke, wenn es von Gott ist, dann bekommt man einen Frieden. Wenn man über dieses Thema betet, bekommt man eine Ruhe und Freude. Daran erkenne ich: Das ist von Gott – oder das ist nicht von Gott.

Welche Kanäle nutzt Gott bei dir noch?
Gott redet durch die Bibel, durch andere Menschen, aber auch durch Träume.

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Datum: 03.01.2026
Autor: Artur Wiebe
Quelle: Magazin ChristseinHeute 12/2025, SCM Bundes-Verlag

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