USA senden 200 Soldaten nach Nigeria
Die brutalen Nachrichten aus Nigeria hören nicht auf. «Die terroristischen Aktivitäten in Westafrika – und insbesondere in Nigeria – bereiten uns grosse Sorge», erklärte ein Sprecher des US-Afrika-Kommandos gegenüber dem Wall Street Journal. «Wir möchten mit fähigen und willigen Partnern zusammenarbeiten, die in der Lage sind, diese gemeinsamen Sicherheitsprobleme anzugehen.»
Einschüchterung der Bevölkerung
In einem Interview mit Radio DRS erklärt die freie Afrika-Journalistin Bettina Rühl die Hintergründe, warum der Schutz der Regierung offenbar bisher wenig gebracht habe. Zum Einen seien Ableger von Boko Haram in den Westen des Landes gezogen. «Dies haben die Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Dörfer gemerkt und die Behörden gewarnt. Die Islamisten haben das mitbekommen. Ein nigerianischer Analyst spricht von Racheaktionen. So erklärt er auch die besondere Brutalität der Übergriffe, die zu den blutigsten der vergangenen Zeit gehören.» Obwohl Christen nach wie vor die Hauptziele der Terroristen sind, werden offenbar auch Muslime ermordet, die sich nicht radikalisieren lassen wollen.
Die Journalistin erklärt weiter: «Die nigerianische Armee versucht seit vielen Jahren, gegen diese Gruppen vorzugehen. Entgegen den Behauptungen von US-Präsident Donald Trump hat sie das immer wieder versucht. Aber tatsächlich ist die Armee im Kampf wenig effektiv. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht proaktiv ist. Entsprechend hat die Bevölkerung Angst, mit den Sicherheitskräften zu kooperieren, weil sie erfahrungsgemäss am Ende von der Armee nicht geschützt wird. Zudem sind viele Dörfer in sehr abgelegenen und grossen Gebieten. Da macht es kaum einen Unterschied, ob ein paar Dutzend Soldaten mehr oder weniger aufgeboten werden.»
US-Militär zu Unterstützung und Training
Die US-Regierung hat diese Schwächen der nigerianischen Armee offenbar erkannt. Bereits Anfang Februar war ein kleines Team von Militärpersonal nach Nigeria entsandt worden: «Die kleine Gruppe soll vor allem mithelfen, sicherheitsrelevante Informationen zu beschaffen, um Ziele für Militärschläge zu definieren. Der US-General machte deutlich, dass es nicht um eine Drohnenbasis gehe und auch nicht um starke oder gar dauerhafte Militärpräsenz der USA in Nigeria», so Bettina Rühl.
Mit den Truppen, deren Entsendung nun angekündigt wurde, will die USA diese kleine Gruppe von US-Militärangehörigen verstärken, die bereits vor Ort sind. «Die US-Truppen werden nicht an direkten Kampfhandlungen oder Operationen beteiligt sein», erklärte Generalmajor Samaila Uba, Sprecher der nigerianischen Streitkräfte, gegenüber dem «Wall Street Journal». US-Beamte bestätigten, dass die Amerikaner nicht an Kampfhandlungen beteiligt sein werden, sondern die Aufgabe hätten, die Armee auszubilden.
Schweiz: Petition läuft
In der Schweiz hat die Organisation CitizenGo eine Petition lanciert, die den Bundesrat auffordert, «wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Massaker an Christen in Nigeria zu beenden». Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Ignazio Cassis werden aufgefordert, «mit echten Konsequenzen zu handeln: Sanktionen gegen die Täter, Visaverbote und Hilfen, die an den nachweislichen Schutz christlicher Gemeinden in Nigeria geknüpft sind.»
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Datum: 14.02.2026
Autor:
Reinhold Scharnowski
Quelle:
Livenet / CBN / Radio DRS / CitizenGo