Ex-«Disney» inszeniert «Light of the World»
Der ehemalige «Disney»-Animator Tom Bancroft erklärt, dass ein Zusammenprall unterschiedlicher Weltanschauungen ihn dazu bewogen hat, das Unternehmen zu verlassen und sich Glaubensprojekten zuzuwenden.
Daraufhin drehte er einen neuen Film über das Leben Jesu, der nun in die Kinos kommt.
«Light of the World» läuft ab dem 5. September in den USA in den Kinos und später im Jahr auch im deutschen Sprachraum. Der Film erzählt das Leben Jesu aus der Sicht des Apostels Johannes, der als Jugendlicher dargestellt wird. Er ist voller Eifer, die Gute Nachricht nicht nur seinen Freunden, sondern der ganzen Welt zu bringen. Produziert wurde der Film vom «Salvation Poem Project», ausführender Produzent ist dessen Gründer Matt McPherson.
«Die Welt braucht Licht»
Das Besondere: Der Film setzt auf handgezeichnete 2D-Animation – denselben Stil, der in «Disney»-Klassikern der 1990er-Jahre wie «Der König der Löwen», «Aladdin» oder «Mulan» zu sehen war.
Mitregisseur Tom Bancroft arbeitete über ein Jahrzehnt lang bei «Disney» und war an diesen und anderen Klassikern beteiligt. Für ihn fällt der Filmstart genau in Gottes Zeitplan: «Die Welt braucht Licht. Im Moment gibt es sehr viel Dunkelheit.»
Vom «Disney»-Erfolg zum Glaubensprojekt
Tom Bancroft war an vielen der grössten «Disney»-Erfolge der 1990er-Jahre beteiligt; darunter «Die Schöne und das Biest», «Der König der Löwen», «Aladdin» und «Mulan». Als bekennender Christ war er lange überzeugt, dass sich Glaube und Beruf miteinander vereinbaren liessen.
«Über Jahre hinweg haben wir Filme gemacht, in denen Glaube ein Teil der Geschichte war», erklärt er. «Mulan betete zu ihren Ahnen, weil es Teil der alten chinesischen Kultur war. Pocahontas betete zur Natur, weil das zu ihrer Kultur gehörte. Wir blieben authentisch.»
Mit Glauben nicht zu vereinen
Doch beim Kurzfilm über den amerikanischen Volkshelden John Henry – einen ehemaligen Sklaven, der die Freiheit gewann – begann Tom Bancroft umzudenken. Die Animatoren hatten bewusst christliche Elemente eingeflochten, etwa ein Kreuz an einer Kapelle, um den Glauben vieler versklavter Menschen zu spiegeln.
«Wir sassen mit etwa zehn Leuten in einem kleinen Raum und zeigten den Film dem Präsidenten der Animationssparte», erinnert sich Tom Bancroft. «Am Ende sagte er: ‘Das macht mich unwohl.’ Das hat mich wie ein Schlag getroffen.»
Einige Szenen mussten entfernt werden. Wenige Monate später verliess Tom Bancroft «Disney» und arbeitete für «Big Idea» an «VeggieTales» sowie später mit John J. Schafer an «Superbook». Schafer ist heute Co-Regisseur von «Light of the World». «Wenn Disney in den 90ern einen Film über das Leben Jesu gemacht hätte», sagt Schafer, «dann wäre es dieser Film.»
«Light of the World» beginnt mit dem Sündenfall im Garten Eden und endet mit Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt. Nach dem Kinostart soll der Film weltweit in Missionseinsätzen eingesetzt werden.
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Datum: 28.08.2025
Autor:
Michael Foust/Daniel Gerber
Quelle:
Crosswalk/gekürzte Übersetzung: Livenet