Sandrine Ray

Von der Eishockeyspielerin zur Sportseelsorgerin

Sandrine Ray ist die Koordinatorin von «Athletes in Action»
2006 kämpfte Sandrine Ray mit der Schweizer Eishockey-Nati gegen die USA, heute steht sie an Olympischen Spielen in einer anderen Rolle: Als Seelsorgerin begleitet sie Sportlerinnen und Sportler auf ihrem geistlichen Weg.

Natürlich liess sich Sandrine Ray die Begegnung zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten im Frauen-Eishockey nicht entgehen. «Hier zu sein, weckt gute Erinnerungen! Es erinnert mich an die Olympischen Spiele in Turin 2006, die ersten in der Geschichte der Schweiz bei den Frauen, die ich als Spielerin erleben durfte!»

Schon damals hatte ihre Auswahl gegen die Amerikanerinnen gespielt und einem Team, das damals unter anderem von der US-Politikerin Hillary Clinton unterstützt wurde, grossen Widerstand geleistet. «Eine weitere Erinnerung, die ich von diesem olympischen Abenteuer behalten habe, ist die Gelegenheit, meinen christlichen Glauben mit den vor Ort anwesenden Seelsorgern zu teilen.»

«Menschen beteten mit mir»

Sandrine Ray erinnert sich: «Zum ersten Mal in meiner Karriere haben Menschen während eines Wettkampfs mit mir gebetet, und das hat die Erfahrung noch intensiver gemacht.»

Zwanzig Jahre später – wie eine Stabübergabe – ist sie nun in der Rolle der Sportseelsorgerin in Mailand während dieser olympischen zwei Wochen tätig. Und auch, wenn sich das christliche Seelsorgeteam von Milano-Cortina im Gegensatz zu Paris 2024 nicht im Olympischen Dorf befindet, bietet es Athletinnen und Athleten seine Dienste an.

«Lediglich Gebetsräume eingerichtet»

Sandrine Ray an den Olympischen Spielen in Milano Cortina

«Für diese Spiele haben die Organisatoren lediglich Gebetsräume eingerichtet. Deshalb bin ich hier als Unabhängige, unterstützt von der Organisation Athletes in Action. Trotzdem zeigt mir Gott, dass er sich um alles kümmert. In wenigen Tagen hat er mir bereits inspirierende Begegnungen mit aktuellen und ehemaligen Athleten geschenkt – oder mir ermöglicht, Treffen zwischen christlichen Sportlern vor Ort zu organisieren.»

Nach den Olympischen Spielen in Turin 2006 war sie für zwei Jahre auf ein Missionsschiff gegangen. «Dort habe ich viele wertvolle Erfahrungen gemacht. Als ich zurückkam, lag es mir am Herzen, Gott im Sport zu dienen, weil ich dieses Umfeld am besten kannte. Es hat etwa zehn Jahre Ausbildung gebraucht, um an diesen Punkt zu gelangen. Gott hat alles gut vorbereitet, und heute fühle ich, dass ich an meinem Platz bin.»

Ein göttliches Programm

Bereits bei den Spielen in Sotschi 2014 sowie bei den Paralympischen Spielen in Rio 2016 engagiert, rechnet die Trainerin des Lausanner Frauenteams in Italien mit einem dichten Programm. Einem göttlichen Programm.

«Gemeinsam mit anderen Seelsorgern stehen wir ständig in Kontakt und sind jederzeit bereit, verfügbar zu sein. Ich hatte zudem das Privileg, 2014 vom IOC beauftragt worden zu sein, und versuche weiterhin, den Kontakt aufrechtzuerhalten. Und wenn ich Zeit finde, werde ich versuchen, mir auch einige Hockeyspiele anzusehen.»

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Datum: 18.02.2026
Autor: Plus Que Sportifs / Daniel Gerber
Quelle: Info Chrétienne / gekürzte Übersetzung: Livenet

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