Ein Dealer findet Freiheit

«Die Bibel hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin»

Mit nur elf Jahren rutscht Kevin Wangi in die Drogenszene Londons. Bald dealt er im ganzen Land – doch eine lebensgefährliche Situation bringt ihn zum Nachdenken. Und als er Jesus kennenlernt, findet er den Weg aus dem Drogenmilieu.

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Kevin Wangi
Kevin Wangi wird in Paris geboren. Als er fünf Jahre alt war, trennen sich seine Eltern. Die Mutter zieht mit ihm und seinem älteren Bruder nach England und lässt sich im Londoner Stadtteil Woolwich Dockyard nieder – nicht das beste Stadtviertel für die zwei Jungen.

Ein folgenschwerer Nachmittag

Nur zu gut erinnert sich der heute 21-Jährige an den Nachmittag, der sein Leben für immer verändern würde. «Ich erinnere mich, wie ich mit 11 Jahren auf meinem Weg nach Hause einen Typ sah. In dem Alter wusste ich nicht, dass es ein Drogendealer war, aber ich wusste, dass er etwas Verdächtiges tat, etwas, das nicht in Ordnung war.» Kevin beobachtet, wie der Mann einem anderen Jungen ein Päckchen gibt, dieser gibt ihm wiederum 50 Pfund. «Dann gab er mir davon 20 Pfund und sagte, 'Nimm das, kleiner Mann'. Ich war etwas verwirrt, aber nahm das Geld an – 20 Pfund mit 11 Jahren fühlt sich an, als hätte man in der Lotterie gewonnen.»

Nach und nach beginnt der kleine Junge, für den Mann zu arbeiten und Drogenpäckchen in der Nachbarschaft zu verteilen. Er bewundert seinen Chef und beschliesst, auch einmal so zu werden – so schicke Kleidung zu haben und tolle Autos zu besitzen. Mit 15 nimmt er auch Aufträge von ausserhalb Londons an, wird zum nationalen Drogendealer. Zwei Wochen kommt er nicht nach Hause, so dass seine Mutter beginnt, sich Sorgen zu machen. Doch was Kevin motiviert, ist stärker als alles andere: das Geld!

Der Wendepunkt

Um sich vor seinen Feinden zu schützen, freundet sich Kevin mit gewaltbereiten jungen Menschen an. Stechereien sind ihr täglich Brot, doch Kevin fühlt sich durch sie beschützt. Eines Tages verwickeln sie sich in einen Streit, am Abend gehen alle gemeinsam auf eine Party. Plötzlich stürmen 30 Jungs schreiend ins Haus. Es sind diejenigen, mit denen am Morgen gestritten wurde. «Ich sprang aus dem Fenster und rannte um mein Leben. Als ich zurückschaute, sah ich etwa 30 Jungs mit Messern und Stöcken bewaffnet, die hinter mir herliefen. Ich lief weiter, bis ich an eine Mauer kam und hinfiel. Ich hatte starke Schmerzen und konnte nicht aufstehen, während die Jungs immer näherkamen. Und deshalb weiss ich, dass Gott existiert: Ich erinnere mich, wie ich zweimal blinzelte – und mit einem Mal war ich über der Mauer.» Trotz des schmerzenden Fusses. Die anderen Jungs schaffen es nicht, über die Mauer zu klettern. «Zu der Zeit war ich noch kein Christ, aber ich war so dankbar, dass ich in der Nacht nicht starb, denn hätten sie mich eingeholt, wäre ich tot gewesen.»

«Das Beste, was ich je getan habe»

Zur selben Zeit lädt seine Tante ihn immer wieder zur Kirche ein. Nach diesem Erlebnis sagt er endlich zu. «Ich begann, die Gottesdienste zu besuchen. Ich fand sie immer noch recht langweilig, aber irgendwie lernte ich bei jedem Besuch etwas.» Dann wird er zu einer christlichen Konferenz eingeladen. «Während der Konferenz wurde dazu eingeladen, dass all die Leute, die ihr Leben noch nicht Jesus übergeben hatten, nach vorne kommen sollten. Ich tat genau das und wenige Minuten später gab ich Jesus mein Leben. Es war das Beste, was ich je getan hatte!»

Der Prozess ins neue Leben

Nach Jahren im Drogenmileu war es für Kevin zunächst nicht einfach. «Ich brauchte eine Weile, um mich an mein neues Leben zu gewöhnen, es war ein Prozess. Aber mit Hilfe meines Mentors und durch das tägliche Bibelstudium begann ich, im Glauben zu wachsen und die Dinge, an die ich mich gewöhnt hatte, loszulassen. Ich konzentrierte mich allein auf die Bibel und sah sie als Nahrung für meinen Geist. Und Gottes Wort hat mich verändert. […] Die Bibel sagt, dass Gottes Wort uns erbauen kann und es hat mich definitiv aufgebaut und mich zu dem gemacht, der ich heute bin.»

Heute besitzt Kevin eine gut laufende Firma und ist Mitarbeiter in seiner Gemeinde. Ausserdem möchte er Jugendliche inspirieren. Ihnen sagt er: «Nichts, was man auf der Strasse findet, kann die Leere füllen, die ihr in euch spürt; das kann nur Jesus. Die Bibel sagt, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist – und das ist er wirklich!»

Zum Thema:
Einsatz unter Native Americans: Drogendealer: «Ich habe es satt, meine Leute mit dem Tod zu versorgen!»
Vom Dealer zum Geschäftsmann: «In dem Moment dachte ich, am Glauben muss etwas dran sein…»
Ex-Drogenboss: Vom «Strassengott» zum Diener Gottes

Datum: 09.06.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / Christian Post

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