In der Grundschule des Bibelstudiums

In der Grundschule lernen die I-Männchen traditionell drei Fächer: Lesen, Schreiben und Rechnen. Alle anderen Fächer bauen - zumindest teilweise - auf diesen fundamentalen Grundlagen auf.

Auch im Bibelstudium gibt es einige Grunddisziplinen, auf die wir besonderes Augenmerk richten müssen. Es sind Lesen, Schreiben und Nachdenken.

Das Lesen

Charles Shultz, der talentierte Schöpfer von Snoopy, Charlie Brown, Lucy, Linus van Pelt und der ganzen Peanuts-Clique, veröffentlichte ein Buch mit Comics über junge Leute in einer Gemeinde und deren Jugendtreffen. Es heisst Junge Säulen. Einer der Comics zeigt einen coolen Teenager, der seiner Freundin am Telefon erzählt: "Ich habe angefangen, das Geheimnis des Alten Testaments zu lüften - ich habe angefangen es zu lesen."

Es ist erstaunlich, wie viele Gläubige Bücher über die Bibel lesen - Kommentare, Wortstudien, Lexika, Bibelat-lanten, Predigten usw., und sich dabei doch so wenig Zeit für das Wort Gottes selbst nehmen. Der Gebrauch dieser und anderer Bibelstudienhilfen ist sehr zu empfehlen - aber vergiss nicht: Sie sind nichts weiter als Hilfen.

Manche schwer arbeitenden gläubigen Farmer und andere Werktätige haben nur wenig Zeit für ausgiebige Buchlektüre, und doch kennen sie ihre Bibel sehr gut. Warum? Weil sie diese wieder und wieder lesen.

Ein Leseplan, der durch das ganze Wort Gottes führt, ist sehr zu empfehlen, ob er nun in einem oder in drei Jahren oder in einem anderen Zeitraum durch die Bibel leitet. Ein Teil des Bibellesens sollte natürlich gezielt der Erbauung dienen, als notwendige geistliche Nahrung. Doch auch dieses Lesen ohne gründliches Studium wird schliesslich zur Steigerung von Bibelkenntnis und -verständnis beitragen. Wenn du deine stille Zeit hältst, schalte beim Lesen nicht deinen Verstand ab, damit du nicht bei seltsamen Auslegungen endest, die nicht zur gesunden Lehre passen.

Das Schreiben

Habe stets einen Bleistift oder Kugelschreiber griffbereit, wenn du die Bibel liest. Selbst wenn es nur deine stille Zeit ist, solltest du das Lesedatum eintragen, Unterstreichungen vornehmen und Gedanken festhalten.

Einige Gläubige benutzen eine Schreibrand-Bibel und fügen auf dem breiten Rand (hoffentlich sauber!) ihre Notizen ein.

Andere bevorzugen ein diesem Zweck vorbehaltenes Notizbuch, um dort ihre Gedanken, Fragen, Probleme, Lösungen, Querverweise usw. einzutragen. Wenn du deine Kostbarkeiten nicht aufschreibst, wirst du sie grösstenteils wieder vergessen. Wenn du dich im Lauf des Tages mit jemandem darüber austauschst, wird das zusätzlich helfen, die Gedanken in deinem Gedächtnis festzuhalten. Deine Gedanken in Worte zu fassen und hörbar auszusprechen hilft ebenfalls, sich besser daran erinnern zu können.

Das Nachdenken

Ein dritter wichtiger Bestandteil des Bibelstudiums ist das Nachdenken über das, was man gelesen und aufgeschrieben hat. Andere Begriffe dafür sind meditieren, nachsinnen oder Kontemplation. Im hebräischen Grundtext des Alten Testamentes bedeutet das Wort nachsinnen oder meditieren das Grübeln über Dinge, wie eine Kuh das gefressene Gras wiederkäut. Ein Grund, weshalb fernöstliche Religionen und Sekten mit ihrer Betonung auf nichtchristlicher Meditation in der westlichen Gesellschaft so gross en Erfolg haben, ist, dass die Christen die Meditation über dem Wort Gottes so vernachlässigt haben: Man muss lesen, noch einmal lesen, es bedenken und diese Worte und Gedanken in den Tag mitnehmen, um sie sich beim Gehen, Fahren oder Sitzen, zu Hause oder im Garten oder beim Spazierengehen wieder ins Gedächtnis zurückzurufen.

In Lukas 21,14 sagt unser Herr, dass seine Zeugen sich nicht vorher zu überlegen (pro-meletao) brauchen, was sie sagen sollen, wenn sie vor Gericht dafür angeklagt werden, dass sie Jünger Jesu sind.

Doch der Apostel Paulus schrieb Timotheus, er solle sorgfältig über das Wort nachdenken (1. Tim. 4,15) und verwendete dabei dasselbe Wort meletao ohne die Vorsilbe pro. Das soll heissen, man muss sich sorgfältig Gedanken machen, bevor man etwas unternimmt. Dann wird Gott auch zur rechten Zeit eins dieser Worte in Erinnerung bringen.

Wenn alle (oder zumindest die meisten!) Christen, die das Wort Gottes studieren, diese drei Grunddisziplinen des Bibelstudiums regelmässig praktizieren würden - Lesen, Schreiben und Nachdenken -, dann würden unsere Gemeinden ganz anders aussehen und nicht unter biblischem Analphabetentum leiden!

Fortsetzung: Das kleine Einmaleins des Bibelstudiums


Autor: William Mac Donald
Quelle: Effektives Bibelstudium

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Am 28. Nov. in Thun und am 29. Nov. in Biel