„Wir sollten Gott wieder dankbar sein“

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Tell, der legendäre Freiheitskämpfer.
So soll alles angefangen haben: Werner Stauffacher hielt eine Rede: "Brüder", begann er in feierlichem Tone zu sprechen, während die Männer sich erhoben, "im Namen Gottes stehen wir hier und reichen einander die Hände. Ein Wille, ein Ziel einigt uns: Frei wollen wir sein! In tiefster Not versprechen wir, einander zu helfen, im Kampfe gegen die Vögte zusammenzustehen und uns vor keiner Gewalt zu beugen.

Da sprach Stauffacher mit feierlichem Ernste das Gelöbnis:"So erhebet, meine Freunde von Uri, Schwyz und Unterwalden, eure Hand zum Schwure! Der dreieinige Gott sei Zeuge, dass wir beschlossen haben, unsere Freiheit gegen jede fremde Macht und Gewalt zu schützen für uns und unsere Kinder!"

Soweit die Überlieferung zur Entstehung der Schweiz. Auffallend, dass sich diese Leute damals auf Gott beriefen. Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag, der heute jedes Jahr im September gefeiert wird, weisst auf diese christlichen Wurzeln hin. Doch wie steht es heute wirklich?
Wurde die Schweiz im 2.Weltkrieg verschont, weil viele Schweizerinnen und Schweizer gebetet haben? Vielleicht. Aber haben denn die Deutschen oder Franzosen nicht gebetet? Vermutlich haben auch in diesen Ländern viele um Bewahrung gebetet. Waren es denn weniger, so dass die Katastrophe über ihre Länder hereinbrechen konnte? Ich weiss es nicht – aber ich glaube nicht, dass die Gebetsquantität entscheidend ist. Worauf kam es denn an? Es war die Gnade Gottes.

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Die Rütliwiese gilt als die Geburtsstätte der schweizerischen Eidgenossenschaft.
Gott wendet sich frei zu

Ich glaube, dass wir Schweizer uns oft zuviel auf unsere eigene Leistung einbilden. Manchmal sogar auf unsere fromme Leistung.

Sicher ist es ein Ausdruck psychischer Gesundheit, wenn wir uns über eine vollbrachte Tat oder Leistung freuen. Das soll so sein. Aber über all dem Guten, das der Schweiz und ihrem Volke widerfahren ist, kann es leicht geschehen, dass wir vergessen, dass Gott letztlich der Geber alles Guten ist.

Diese Dankbarkeit, als Grundhaltung eines Menschen, der weiss, dass letztlich alles Geschenk ist, vermisse ich aber zunehmend in unserer Schweiz: Fordern, auf seinem Recht bestehen, jammern und so weiter, scheint eine sich ausbreitende Grundhaltung der Schweizer zu werden.

Dankbar sein

Ich hoffe und bete, dass wir Schweizer wieder zu dieser Dankbarkeit zurückfinden, die sich dann auch in der Solidarität mit den Hungernden und Leidenden ausdrückt. Ich hoffe und bete auch, dass diese Dankbarkeit wieder ein zentrales Erziehungsziel in unserer Gesellschaft wird – angefangen bei uns und unseren Kindern.

Möge diese verschenkende Dankbarkeit in unserem Volke und unseren Familien wieder zu einer Grundhaltung werden, denn wenn nicht, könnte uns Gott durch seine erzieherischen Massnahmen daran erinnern, dass wir das Gute ihm verdanken und nicht nur unserer eigenen Leistung. Paulus schreibt davon im 2. Korinther 1,9: „Wir vernahmen nur deshalb in unserem Innern das Todesurteil, damit wir nicht unser Vertrauen auf uns selber setzten, sondern auf Gott.“


Autor: Felix Ruther
Quelle: Jesus.ch

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