Überstrapaziert

Ich fühle mich so niedergeschlagen!

"Seit Wochen fühle ich mich völlig niedergeschlagen", erzählt Herr L., 43 Jahre alt. "Zwar kann ich meiner Arbeit noch recht gut nachgehen, aber mein Elan ist weg."


Bild: PixelQuelle.de

"Vor einer Woche war ich beim Arzt. Ich dachte an Depressionen oder so etwas. Er empfahl mir nur, auf einen geregelteren Arbeitstag mit ausreichend Schlaf zu achten. Da hat er im Grunde Recht. Vor einem halben Jahr wurden in unserer Abteilung über unsere Köpfe hinweg zwei Stellen gestrichen. Jetzt müssen wir zu Dritt das erledigen, was wir früher zu Fünft kaum geschafft haben. Überstunden und Arbeit zu Hause werden erwartet. Keiner, nicht einmal unser Abteilungsleiter, hat in die weitere Entwicklung Einblick. Doch er steckt es leichter weg: 'Ein Türchen gibt es immer', sagt er. Ich staune über seinen Optimismus, obwohl er vom Glauben nichts wissen will. Nur: Wie kann ich besser mit dieser Situation umgehen?"

Sie zeigen offenbar keine Symptome für eine klassische Depression. Doch erleben Sie ähnliche Gefühle: Trägheit, Bitterkeit, eingeschränkte Vitalität und Lebensfreude. Sie sind niedergeschlagen.

1. Niemand ist grundsätzlich gegen Niedergeschlagenheit gefeit.

Dabei sollen wir uns diesen negativen Gefühlen nicht passiv hingeben, sondern wir sind aufgerufen, diese zu überwinden. Letztlich will Gott Sie und andere darauf aufmerksam machen: In Ihrem Leben ist etwas nicht in Ordnung! So haben Sie zum Beispiel in Ihrem Beruf die Kontrolle über das Ausmass der Arbeit und über die Frage Ihrer Anstellung verloren. Doch Sie erleben Ihren Zustand bei weitem nicht so lähmend wie bei einer Angststörung und auch nicht so aggressiv wie bei Hass und Wut. Sie sind eben einfach niedergeschlagen.

2. Sie können die Kontrolle zurückgewinnen.

Vielleicht denken Sie, dass dies leichter gesagt als getan ist. Gewiss ist dies nicht einfach - aber es ist möglich! Schon aus der Emotionsforschung weiss man, dass solche negativen Gefühle dazu motivieren können, die Ursachen zu beseitigen und an einer Veränderung zu arbeiten. Hier ein paar mögliche Wege für Sie:

- Suchen Sie sich einen ähnlichen Leitgedanken wie den Ihres Abteilungskollegen. Zum Beispiel: "Mein Gott trägt mich durch", "Gott zeigt mir neue Wege, die ich gehen kann". Sicher sind solche Wege nicht immer nach unserem Geschmack. Aber Gott geht mit. Betend können Sie üben, die Sorge auf Jesus zu werfen.

- Sie könnten bewusst einen möglichen anderen Berufsweg andenken. Wo könnten Sie sich bewerben? Gibt es innerbetriebliche Veränderungsmöglichkeiten?

- Können Sie sich entspannen? Sie sollten auch die schönen Dinge, die Ihnen Gott schenkt, nicht aus dem Auge verlieren. Seine geistlichen Wohltaten (erlöst, errettet zu sein), aber auch die Pracht seiner Schöpfung. Dazu sind entspannende Körpererfahrungen wichtig: wie leichtes Joggen, Zeiten auf dem Heimtrainer oder Schwimmen. Planen Sie entspannende Musik, die Ihnen gefällt, und Zeiten der Muse.

Sie haben wahrscheinlich noch mehr als 20 Berufsjahre vor sich. Viel Raum, um im Aufblick zu Jesus Christus zu arbeiten, zu gestalten, zu geniessen, Tiefen und Höhen zu erleben. Planen sollten Sie langfristig, aber sorgen nur für heute!


Autor: Wilfried Veeser
Quelle: Neues Leben

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