Internet-Sex-Sucht

Wie der Trieb das Gewissen besiegt

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Trieb und Gewissen
Wer in die Internet-Sex-Sucht abrutscht, erlebt zuerst massive Gewissensbisse und gleichzeitig einen Triebstau. Wenn er nachgibt, wird der Gewissenskonflikt gross, doch das Gewissen gibt schliesslich nach. Forscher beobachten die folgenden Phasen:

1. ERSTER IMPULS

Erste Versuchung, etwas Verbotenes zu tun; zunehmende innere Leere und Sehnsucht nach dem "Kick". Das Gewissen oder die Vernunft erwacht und es kommt zu einer langsam ansteigenden Spannung zwischen Trieb und Gewissen.

2. SPANNUNGSAUFBAU

Die Gedanken werden immer stärker von dem Impuls gefangen und absorbiert. Die inneren Diskussionen und Kämpfe werden immer heftiger. Der Drang, das Verbotene zu tun, wird immer intensiver, oft verbunden mit körperlichen Symptomen einer inneren Spannung (Verspannungen, Herzklopfen etc.). Die Gedanken sind so absorbiert, dass die normalen Tätigkeiten und Aufgaben beeinträchtigt werden, man wirkt häufiger gedankenverloren, angespannt, innerlich weggetreten.

3. NACHGEBEN

Die Spannung wird derart unerträglich, dass man sich entschliesst, den Widerstand aufzugeben. Man nimmt die Niederlage hin und lässt zu, dem Drang nachzugeben. Angesichts der inneren Kämpfe gleicht dieser Entschluss immer noch einer Erleichterung, einem Dampf ablassen, das eine Katastrophe verhindert. Gleichzeitig wird die Stimme des Gewissens unterdrückt bzw. ausgeblendet.

4. ENTLADUNG

Diese wird oft wie eine Befreiung erlebt, im sexuellen Bereich auch als lustvoll. Sie bedeutet ein Ende der langen Kämpfe. Das Gefühl der Befreiung, Entlastung, Entspannung im Trieb-/Zwangsbereich wird nun abgelöst durch einen Anstieg der Gewissensspannung.

5. GEWISSENSKONFLIKT

Rascher Anstieg von Selbstzweifeln, Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen, Gefühl des Beschmutztseins. Bemühungen um Wiedergutmachung.

6. REFRAKTÄRPHASE

Allmähliche Beruhigung der Selbstvorwürfe ("Mir ist vergeben", "Ich habe es abgelegt und hinter mir gelassen", "Es plagt mich nicht mehr"), Entschlossenheit, nicht mehr rückfällig zu werden ("Das tue ich mir nicht mehr an!", "Ich mag gar nicht mehr"). Ruhen von Trieb- und Gewissensspannung bis es zu einer erneuten Phase 1 kommt.

Der Sog zur Sexsucht steht eng in Konkurrenz zu den eigenen Werten. Die folgende Übersicht macht das deutlicher: (Link zum PDF: Risikofaktoren für Internetsucht )

Zurück zum Dossier: www.sexsucht.jesus.ch

Datum: 17.09.2004
Autor: Dr. med. Samuel Pfeifer
Quelle: Internetsucht

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