Ruhelos

„Ich schlafe schlecht!”

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Man weiss inzwischen, dass viele, die unter Schlafproblemen leiden, in der Nacht den beruflichen Stress vorweg nehmen.
„Montagmorgens beneide ich meine zwei Kolleginnen”, berichtet Claudia, 32 Jahre alt. „Ausgeruht und mit flotten Sprüchen machen sie sich an die Aufgaben der neuen Woche. Ich dagegen fühle mich meist gerädert. Mit dem Schlafen hatte ich schon immer meine Probleme. Aber in den letzten Monaten wurde die Nacht vom Sonntag auf den Montag besonders schlimm.“

„Zuerst schlafe ich sehr schlecht ein. Manchmal schaue ich noch um halb drei auf den Wecker und die Stunden ziehen sich endlos dahin. Und wenn ich endlich eingeschlafen bin, höre ich den Strassenverkehr schon um fünf Uhr rauschen und die Nacht ist vorbei. Mir stehen die Aufgaben der neuen Woche vor Augen. Ich bete, dass mir Gott bei der Arbeit beisteht. Als Sekretärin muss ich an alles denken. Mein Chef verlässt sich darauf, dass ich die Termine im Griff habe und ihn rechtzeitig an Sitzungen erinnere. Manchmal fühle ich mich wie depressiv, wenn ich an meine Probleme denke. Ich mache meine Arbeit gerne, wenn nur das mit der Schlaflosigkeit nicht wäre. Was soll ich tun?”

Offensichtlich gab es Zeiten, in denen Sie besser geschlafen haben. Und es gibt guten Grund, dass Sie diese Vitalität auch wieder zurückgewinnen können.

1. Erlerntes Verhalten kann man wieder verlernen

Sie sind nicht allein. Als Christin sind Sie in Jesus geborgen und er hält Sie. Zudem teilen sehr viele Menschen Ihre Not mit dem Schlafen. Rund 20 Prozent derjenigen, die unter Schlafproblemen leiden, erleben dies gerade in der Nacht vom Sonntag auf Montag. Ihr Schlafproblem ist Ihnen langsam „zugewachsen”, das heisst, Sie haben es erlernt. Und darum gibt es Wege auch, es wieder zu verlernen.

2. Beruflicher Stress in der Nacht

Man weiss inzwischen, dass viele, die wie Sie unter Schlafproblemen leiden, in der Nacht den beruflichen Stress vorweg nehmen. So machen Sie sich in den langen Stunden der durchwachten Nacht Gedanken, wie Sie den Anforderungen Ihres Chefs entsprechen können. Termine, an die Sie ihn erinnern müssen, ziehen vor Ihrem inneren Auge vorüber. Angst, diesen Erwartungen nicht zu genügen, treibt Sie um. Sie sind sozusagen schon nachts um Eins oder morgens um Fünf beruflich aktiv, noch ehe Sie an Ihrem Arbeitsplatz sitzen. Und dieser vorweggenommene Stress löst meist noch intensivere Angst- und Stressreaktionen aus, als die Aufgaben, die Sie dann konkret im Sekretariat erledigen müssen.

3. Tipps für den Schlaf

- Versuchen Sie, den Sonntagabend konkret so zu planen, dass Sie sich mit etwas Schönem beschäftigen, etwas, was Sie von den Gedanken an den Beruf ablenkt und Ihnen Freude macht. Musikhören, Lesen, ein Abendspaziergang. Und jedes Mal, wenn Sie an die Aufgaben denken, solche Gedanken sofort loslassen: „Heute ist heute, morgen ist morgen, jetzt bleibe ich bei dem, was mir Gott an Freude schenkt”.

- Quälen Sie sich nicht zu lange im Bett herum! Wenn Sie den Schlaf nach einer halben Stunde nicht finden konnten, ist es günstiger, wieder aufzustehen und sich zu entspannen. Auch hier können bewährte Strategien helfen: Lesen, Musik hören. Oder Sie könnten sich mit einem biblischen Abschnitt beschäftigen – Parallelstellen nachschlagen, sich in einem Lexikon unklare Begriffe verdeutlichen. Und dann darüber mit Gott sprechen, ihn über diese Einsichten loben und preisen, für sich selbst und andere beten. Ähnliches gilt auch dann, wenn Sie morgens früh aufwachen.

- Weisen Sie konsequent alle Sorgengedanken an den Beruf ab! Zum Beispiel könnten Sie auf einen Zettel diesen Gedanken notieren und ihn dann bewusst zerknüllen und in einen Papierkorb werfen: „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch” (Die Bibel, 1. Petrus, Kapitel 5, Vers 7)!

Schlafen lernen

In Deutschland schläft man durchschnittlich zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Mehr als 40 Prozent der Patienten in Allgemeinarztpraxen leiden an Schlafstörungen. Diese sollte man ernst nehmen, da Depressionen und Schlafstörungen oftmals Hand in Hand gehen. Eine Hauptursache bei erlernter Schlaflosigkeit ist die mangelnde Bewältigung des tagsüber empfundenen Zeit- und Leistungsdrucks sowie ungelöste Probleme. Wer dagegen am Tag gut vom beruflichen Stress abschalten kann, findet auch abends leichter Schlaf. Daher gilt ein gutes Stressmanagement als wichtiges Mittel zur Überwindung von Schlafproblemen. Versuche, den Schlaf durch ein längeres Liegenbleiben zu verbessern, sind ungeeignet, um Schlafprobleme anzugehen. Man hat sogar entdeckt, dass es günstiger ist, sich für die Zeit des Schlafens feste Grenzen zu setzen. So kann man lernen, effektiver zu schlafen. Entscheidend für einen erholsamen Schlaf ist nicht so sehr die Dauer, sondern die Schlaftiefe und das individuelle Schlafbedürfnis.


Autor: Wilfried Veeser
Quelle: Neues Leben

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