Die Wut

Mein ständiger Begleiter

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Der Bus fährt mir vor der Nase weg: Ich werde wütend!
Schon wieder stürzt der Computer einfach ab. Die Nutella ist leer. Die Fernbedienung geht plötzlich nicht mehr, wo doch genau jetzt meine Lieblingssendung kommt. Der Bus fährt mir vor der Nase weg. Es regnet, obwohl ich rauswollte... Jeden Tag werde ich mit Dingen konfrontiert, die alles andere als perfekt laufen. Und dann ballt sie sich in meinem Bauch zusammen: Die unglaublich grosse Wut, die brüllend ans Licht will.

Ich kann mich nicht beherrschen. Diese Wut ist einfach in mir und schreit nach Rache. Ich könnte alles kurz und klein schlagen. Tränen schiessen mir in die Augen, ich schreie, fluche, mach jeden, der mir unter die Augen kommt, zur Schnecke. Diese Ungerechtigkeiten habe ich nicht verdient. Und nach dem Wutanfall kommt der Frust, sich und sein Leben nicht unter Kontrolle zu haben, und dieses Gefühl tut weh.

Muss der Mensch seiner Wut Luft machen?

Es gibt die Meinung, man solle Wut nicht in sich hineinfressen. Der amerikanische Herzspezialist W. Redford hat aber herausgefunden, dass Menschen, die leicht ausrasten, eine geringere Lebenserwartung haben als welche, die ihre Wut kontrollieren können. Den Grund sieht er darin: Wer seiner Wut Luft macht, erledigt sie nicht. Durch den starken Gefühlsausbruch steigert sich die Wut sogar noch. Durch den Ärger und die starke Reaktion darauf schadet man sich und anderen,
ohne etwas an dem zu ändern, worüber man sich ärgert.

Seiner Wut auf den Grund gehen

Denke darüber nach, wann du dich das letzte Mal geärgert hast. Was für eine Situation war das, was hat sich da eigentlich abgespielt? Lief etwas nicht nach deinen Vorstellungen? Hast du selbst was verbockt und nimmst dir das richtig übel? Hat dich jemand für blöd verkauft und dadurch deinen Selbstwert verletzt? Musst du dir durch Perfektion beweisen, dass du es drauf hast? Laut Psychologen haben Menschen mit geringem Selbstwertgefühl mehr mit Wutausbrüchen zu kämpfen als diejenigen, die sich so annehmen können, wie sie sind. Je weniger wir uns selbst der grösste Feind sind, desto mehr können wir über den Dingen stehen und gelassen bleiben.

Trotz Fehlern stark werden

Diese Welt ist nicht perfekt, und so sehr man sich auch anstrengt, man wird nicht perfekt. Gestehe dir ein, dass du Schwächen und Fehler hast. Das ist in Ordnung! Du bist trotzdem wertvoll. Gott hat dich geschaffen, er wollte dich. Und er steht zu dir, so wie du bist. In der Bibel sagt Gott sogar: «Verlass dich ganz auf meine Gnade. Denn gerade wenn du schwach bist, kann sich meine Kraft an dir besonders zeigen» (2. Korinther, Kapitel 12, Vers 9). Vertraue Gott, dass du auch mit Fehlern gut genug bist. Vertraue ihm, dass er dich nicht fallen lässt, auch wenn du Mist baust. Bitte ihn, deine Wut kontrollieren zu können. Bitte ihn, dass er seine Kraft in deiner Schwachheit zeigt.

Mit Wut umgehen

Wenn du das nächste Mal wütend wirst, dann achte darauf, welche negativen Gedanken dich gerade runter ziehen. Bete, dass Gott dir in diesem Moment seine Sicht auf die Dinge zeigt. Bete, dass du Fehler und Ungerechtigkeiten aushalten kannst. Gott sorgt schon für deine Gerechtigkeit. Erinnere dich daran, dass Wut nie hilft, sondern Situationen verschlimmert. Reiss dich zusammen und brüll nicht darauf los. Das heisst nicht, dass du ab jetzt nie wieder was klären sollst. Aber geh solche Gespräche immer erst dann an, wenn sich die Gemüter abgekühlt haben. Wutausbrüche sind bezwingbar. Auch du kannst es schaffen.


Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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