Abtreibungspraxis – fatale Rolle des Staates

Die hohen Abtreibungszahlen in Deutschland seien eine wesentliche Ursache für den Bevölkerungsrückgang und das sich daraus ergebende Zusammenbrechen der Sozialversicherungssysteme, kritisiert eine deutsche Lebensrechtlerin.

Die Bundesvorsitzende der Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), Mechthild Löhr, sagte dazu: „Es darf nicht weiter in der öffentlichen demographischen Debatte tabuisiert werden, dass inzwischen auf 1.000 Geburten 182 gemeldete Abtreibungen kommen – bei steigender Tendenz“. Seit der Freigabe der Abtreibung seien nach offiziellen Angaben in Deutschland mehr als 4,2 Millionen Kinder im Mutterleib getötet worden.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen im vergangenen Jahr 715.000 Kinder zur Welt, 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr und 143.000 weniger als im selben Zeitraum Menschen starben. Deutschland liegt mit durchschnittlich 1,29 Geburten pro Frau auf einem der letzten Plätze in Europa und auf dem 185. Rang von 202 Ländern weltweit. Die CDL-Vorsitzende bedauerte, dass jedes Jahr in Deutschland rund 130.000 Abtreibungen gemeldet werden, „ohne das dies in Gesellschaft und Politik zu irgendwelchen erkennbaren Anstrengungen führen würde, diesen fatalen Trend zu brechen“. Nach Expertenschätzungen liege die Zahl der tatsächlichen Abtreibungen sogar bei über 200.000.

Staat höhlt sich selbst aus

Löhr kritisierte ferner, dass die Abtreibungen zu über 90 Prozent vom Staat, also mit Steuergeldern, finanziert werden: „Das bedeutet letztlich, dass der Staat die negative Bevölkerungsentwicklung und das sich daraus ergebende Zusammenbrechen der Sozialversicherungssysteme selbst aktiv unterstützt.“ Dies sei – neben allen ethisch wesentlichen Argumenten – „eine nicht hinnehmbare Absurdität, die endlich einmal offen diskutiert werden muss“. Ohne ein grundsätzliches Umdenken beim Lebensschutz gerate Deutschland in eine Situation, die demographisch und ethisch katastrophale Folgen erwarten lasse“, so die CDL-Vorsitzende.

Datum: 01.05.2004
Autor: Fritz Imhof
Quelle: SSF

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