Nach drei Abtreibungen

«Das war kein Zellklumpen, das war ein Baby!»

Als Patricia Sandoval mit 19 Jahren schwanger wird, lässt sie sich davon überzeugen, dass eine Abtreibung die einzige Lösung ist. Ebenso verfährt sie mit zwei weiteren Schwangerschaften. Erst als sie beginnt, in einer Abtreibungsklinik zu arbeiten, merkt sie, was sie damals wirklich getan hat – und fällt in eine tiefe Depression. Doch Gott hat mit ihrem Leben einen Plan. Hier erzählt sie die ganze Geschichte.
Patricia Sandoval

Ich erinnere mich gerne an meine Kindheit. Ich wuchs in einem liebevollen Zuhause auf und war der Stolz meines Vaters. In der Schule war ich beliebt, hatte gute Noten und war sehr selbstbewusst. Doch Gott spielte in unserem Leben keine Rolle. Als meine Mutter sich mehr und mehr mit New Age beschäftigte, begannen die Probleme zwischen meinen Eltern, bis sie sich scheiden liessen. Meine Mutter verliess das Land und ich blieb bei meinem Vater. Ich versorgte ihn, durfte dafür tun und lassen, was ich wollte.

«Nur ein Zellklumpen»

Mit 19 hatte ich meinen ersten Freund und wir schliefen bald darauf zusammen. Ich dachte, dass Kondome sicheren Sex garantierten – doch wenige Monate später war ich schwanger. Ich wurde von Angst gepackt: mein Studium, meine Karriere, mein Leben… Doch mein Freund war glücklich. Durch seinen Rückhalt gestärkt beschloss ich, das Baby zu bekommen. Doch meine Freundinnen redeten auf mich ein: Bist du dir wirklich sicher? Bist du bereit, Mutter zu sein? In deinem Bauch befindet sich doch nur ein Zellklumpen, den kannst du noch wegmachen lassen… Und so entschied ich mich.

Heimlich und völlig verängstigt ging ich in eine Abtreibungsklinik. Die Ärztin beruhigte mich und sagte: «Ich habe selbst abgetrieben und habe zwei Abtreibungen bei meiner Tochter geleitet. Ihr geht es gut, mir geht es gut und auch dir wird es hinterher gutgehen!» Dennoch fühlte ich mich während der fünfminütigen Prozedur wie eine Verräterin. Ich wusste, dass ich etwas Schreckliches tat. Meinem Freund erzählte ich hinterher, dass ich das Baby verloren habe – er und ich litten lange Zeit an Alpträumen und schweren Depressionen.

Innerhalb des nächsten Jahres wurde ich noch zwei Mal schwanger. Jedes Mal ging ich in eine Abtreibungsklinik – und jedes Mal ging es mir danach schlechter. Beim dritten Mal zwang ich meinen Freund, mitzukommen. Ich selbst fühlte mich wie eine Mörderin. Danach wurde unsere Beziehung immer schlechter, bis wir sie beendeten.

Assistentin in einer Abtreibungsklinik

Ich zog in eine andere Stadt und fand als Krankenschwester schnell eine Arbeit – bei Planned Parenthood, einer Abtreibungsklinik. Dort wurden wöchentlich 40 Abtreibungen durchgeführt. Ich war glücklich, war doch die Abtreibung ein Recht jeder Frau. Am ersten Tag erklärte man mir, dass ich die Frauen auf die Abtreibung vorbereiten und sie bei Zweifeln überzeugen sollte, die Prozedur durchzuführen. Niemals sollte ich Worte wie «Baby», «Mama», «Papa», «er» oder «sie» sagen, niemals eine Frau auf den Bildschirm mit dem Ultraschallbild gucken lassen. Jede Abtreibung durfte nicht länger als 5 Minuten dauern – sonst bedeutete das Geldverlust!

Dann stand die Zeit still…

Wenige Tage später half ich bei meiner ersten Abtreibung. Ich war schockiert, wie gewaltsam der Arzt mit dem Gerät in der Gebärmutter der Frau herumsaugte, bis seiner Meinung nach alles herausgekommen war. Nun kam ich an die Reihe: In einem Nebenraum musste ich schauen, wie viele Teile des «Zellklumpens» herausgekommen waren – es mussten mindestens fünf sein, damit die Abtreibung als erfolgreich galt. Meine Anleiterin nahm eine Pinzette, zog erst einen Arm aus dem Gefäss, dann den anderen, dann ein Bein… und warf sie in den Müll. Es war schrecklich! Und dann war es mit einem Mal, als würde die Zeit stillstehen. Ich sah ganz klar die Hände und Fingernägel dieses dreimonatigen Babys. Später der Kopf, seine Nase, die Wimpern und Augenbrauen… Und dann traf es mich: Dies war kein Zellklumpen, es war ein Baby, das jeden Moment dieser Abtreibung gespürt hatte. Und auch ich hatte meine drei Babys ermordet!

«Jesus liebt dich!»

Ich fiel in eine schwere Depression. In meinen Mittagspausen ging ich ins Auto, um dort ungehemmt weinen zu können. Und wenige Tage später kehrte ich nicht mehr zur Arbeit zurück. Ich begann, Kokain und Tabletten zu schlucken – und verlor schnell alles was ich hatte. Ich schlief in Motels, Autos und Häusern von Drogendealern, bis ich eines Tages ganz auf der Strasse landete, ohne Essen, Trinken, Freunde, Familie und Drogen.

Dort kauerte ich auf dem Boden und weinte den ganzen Tag. Und mit einem Mal hatte ich das Gefühl, dass Gott mich anschaut... Ich begann, mit ihm zu reden. Ich dankte ihm für meine wunderbare Kindheit, für meine Familie – und ich bat ihn um Vergebung dafür, dass ich das alles weggeworfen hatte. Mit einem Mal spürte ich, wie ich fest umarmt wurde. Es war ein Mädchen in meinem Alter. Sie umarmte mich, schaute mich an und sagte: «Jesus liebt dich!» Ich war verwirrt, doch sie erklärte: «Ich arbeite im Restaurant nebenan und Gott sagte mir, dass ich das Mädchen, das dort auf der Strasse kauert, umarmen und ihr sagen soll, dass obwohl Mutter und Vater sie verlassen haben, ich sie nie verlassen werde, sondern bis ans Ende der Zeiten bei ihr sein werde…» Ich konnte kaum glauben, dass Gott so schnell auf mein Gebet geantwortet hatte. Das Mädchen, Bonnie, nahm mich mit ins Restaurant, gab mir zu essen und brachte mich später zum Haus meines Vaters. Nach drei Jahren stand ich wieder vor meinem Vater, ein Skelett, fast ohne Haare und voller Traurigkeit. Ich bat ihn um Vergebung und er umarmte mich und nahm mich wieder bei sich auf.

Ein Versprechen

Mein Leben begann sich zu verändern, jetzt wo Gott mir vergeben hatte. Doch weitaus schwieriger war es für mich, mir selbst zu vergeben. Nach einiger Zeit ging ich auf eine Freizeit, die speziell für Frauen angeboten wird, die abgetrieben haben. Die Woche dort war sehr schmerzhaft für mich. Gott zeigte mir viele Dinge, aber er heilte meine Wunden, die der drei Abtreibungen, aber auch diejenigen, die ich durch die Scheidung meiner Eltern erhalten hatte. Auf dem Hinweg fühlte ich mich wie eine Mörderin. Doch auf dem Rückweg wusste ich, dass ich Mutter von drei wundervollen Kindern bin, die bei Jesus sind. Und zum Ende der Woche gab ich Gott ein Versprechen: Weil ich das Leben meiner drei Kinder beendet hatte, würde ich ab sofort und zu ihren Ehren das Leben vieler anderer Kinder und Menschenleben verteidigen. Und das mache ich bis heute!

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Datum: 16.04.2016
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / patriciasandoval.com

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