Aufregung um australische Muslim-Website

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Sydney.(In Australien soll das islamische Webmagazin "Nida´ul Islam" wegen extremistischer Inhalte aus dem Web verschwinden. Wie die Zeitung "The Australian" berichtet, hat die Australian Federation of Islamic Councils (AFIC) angekündigt, die Website werde abgeschaltet. Demnach habe das Islamic Youth Movement (IYM), von dem die Seite betrieben wird, zugestimmt, das Online-Magazin einzustellen. Beim Terroranschlag auf Bali wurden mehr als hundert Australier getötet. Das Thema ist daher derzeit im Land ein sehr heikles. Dem Webportal wird vorgeworfen, Hass zu schüren. In einer Stellungnahme auf der Website wehrte sich das IYM gegen die Vorwürfe und sieht sich selbst als Opfer.

"Ich glaube, dass die Seite Hass schürt", zitiert die Zeitung Kuranda Seyit, einen Vertreter der AFIC. Das Webportal veröffentlichte unter anderem Interviews mit Osama Bin Laden und Abdullah Sungkar, der laut "The Australian" Mitbegründer von Jemaah Islamiah ist. Die Organisation wird verdächtigt hinter dem Anschlag von Bali zu stehen.

Auf der Website werde die Schaffung eines islamischen Staates mit militärischen Mitteln und Feindseligkeit gegenüber nicht-islamischen Gemeinschaften in Australien propagiert. "Ich wundere mich, dass die australische Regierung diese Art der Propaganda zulässt", sagte der Terrorismus-Experte Rohan Gunaratna dem australischen Blatt. In dem Artikel "The Sword and the Spear" werde von der "intellektuellen Überlegenheit" des Islam gesprochen, die "unverzüglich mit physischem Widerstand und der Macht des Schwertes" unterstützt werden müsse, berichtet "The Australian".

Das IYM spricht hingegen von "unbegründeten Medienbehauptungen". Das Magazin sei eine unabhängige Publikation, die keine Nahbeziehungen zu internationalen islamischen Gruppen habe. Es wolle seinen Lesern lediglich unbefangene Informationen, die in den "Mainstreammedien" nicht verfügbar sind, bieten. Der Terroranschlag werde benutzt, um gegen die islamische Gemeinschaft in Australien Stimmung zu machen. Gleichzeitig ruft das IYM in dem Statement australische Muslime auf, sich zu organisieren und Widerstand zu leisten gegen die Bedrohung ihres Glaubens und ihrer Leben durch die Medien.

Datum: 25.10.2002
Quelle: pte online

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