US-Filmexperte Ted Baehr

«Produziert Hollywood am Publikum vorbei?»

Für die USA ist für Ted Baehr klar: Hollywood produziert am Publikum vorbei. Filme mit Sex und Gewalt brächten geringere Erlöse an den Kinokassen als familienfreundliche Streifen. Ob das auch weltweit gilt?

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Jugendfreie Streifen sind lukrativer als Sex und Gewalt.
Der Präsident der christlichen Film- und Fernsehkommission der USA, Ted Baehr, legt Zahlen für seine Einschätzung vor. In den USA hätten jugendfreie Produktionen im vorigen Jahr im Durchschnitt 34,6 Millionen Dollar eingebracht, während Filme, die nur für Erwachsene zugelassen sind, nur 10,8 Millionen Dollar erzielten. Anscheinend wüssten die Produzenten nicht, wie sie den «Durchschnittsamerikaner» erreichen könnten. Baehr: «Diese wollen, dass das Gute über das Böse siegt, Gerechtigkeit herrscht, die Wahrheit über die Lüge triumphiert.»

«Bibel nicht immer jugendfrei»

Andere Kinoexperten wundern sich nicht darüber, dass Werte eine untergeordnete Rolle in Hollywood spielen. Die meisten Produzenten und Regisseure seien ethisch und geistlich «liberal» eingestellt, sagt der Filmemacher und Medienberater Phil Cooke.
 
«Es gibt Teile in der Bibel, die auch nicht jugendfrei wären, wenn man sie verfilmen würde», gibt Cooke zu bedenken. Die Bibel beschönige das Leben nicht. Im Übrigen könnten Christen ja auch ihre Marktmacht ausspielen, indem sie sich im Kino nur jene Filme anschauen, die sie mögen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Barna schauen sich jedoch die Christen im Wesentlichen die gleichen Filme wie Nichtchristen an.

Rücksicht auf Christen

Die Filmindustrie in Indien, unter dem Namen «Bollywood» bekannt, poduziert jährlich etwa 200 bis 250 Filme. Wie geht die andere grosse Film-Produktionsstätte der Welt mit dem Inhalt von Filmen um? Ein aktuelles Beispiel: Aus Rücksicht auf die christliche Minderheit in Indien wurden Szenen aus dem Film «Ghost» von der zuständigen Behörde zensiert. Der Horrorfilm «Ghost», der am 13. Januar 2012 in Indien startete, wurde von der indischen Filmbehörde entschärft. Unter anderem wurde eine Szene gekürzt, in der ein böser Geist in Gestalt einer Frau gekreuzigt wird. Die Macher des Films protestierten, weil sie die Szenen für den Film als zentral erachten.

Brutaler Streifen in Indien zensiert

Der Horrorfilm «Ghost» gilt als einer der brutalsten Streifen, der jemals im indischen Bollywood produziert wurde. Kritik gab es auch, weil in einer Szene eine Frau brutal geschlagen und gepeinigt wird. Der blutige Inhalt des Filmes sei laut der Filmbehörde hoch genug, um «Ghost» als gewalttätigsten Film aller Zeiten zu klassifizieren, dessen mörderische Szenen zu zensieren seien. Die Szenen sind aber nicht ganz verschwunden, sondern lediglich in gekürzter und entschärfter Form zu sehen.
 
Bereits in der Vergangenheit hatte der indische Filmausschuss etliche Streifen zensiert, nicht nur wegen den Christen, sondern auch um Vorbehalten konservativer Kreise des Landes entgegenzukommen.
 
Mehr zum Thema Film:
Christliche Filme dürfen nicht langweilen
News zu Filmen bei Livenet

Datum: 13.01.2012
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet / pro / idea.de

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