"Philippus-Evangelium"

Das apokryphe Philippus-Evangelium, eines der Funde aus Nag-Hammadi. Die Blätter sind stark durchlöchert. Das abgebildet Blatt enthält die Stelle: "Er küsste sie oft auf ...", doch dann folgt eine Lücke. Von dem gemutmassten "Mund" ist auf Koptisch nicht mal ein einziger Buchstabe zu finden. Erhalten ist aber das Wort für "begrüssen".

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Philippus-Evangelium
Selbst wenn man diese späte Schrift als historische Quelle ernst nimmt (was sehr zweifelhaft ist, denn diese apokryphe Schrift wurde erst 200 Jahre nach der Zeit Jesu verfasst), so bedeutete ein Kuss in der ersten Christenheit nicht sofort, dass es sich um eine intime Gemeinschaft handelt, wie schon ein Blick ins Neue Testament verrät: "Grüsset euch untereinander mit dem heiligen Kuss" (Römer 16,16; 1. Korinther 16,20 etc.). Es handelt sich also um einen Begrüssungskuss, wie man ihn auch heute kennt.

Diese apokryphe Schrift ist auch nicht in Aramäisch geschrieben, wie Brown schreibt, sondern in Koptisch - einer späten Form des Ägyptischen. Diese Schrift ist eine Übersetzung aus einem früheren griechischen Text, was auch nichts mit Aramäisch zu tun hat. Brown zeigt mit seinen angeblich so «wahrheitsgetreuen» wiedergegebenen Fakten lediglich, dass er kaum Ahnung von der Materie hat.


Quelle: factum Magazin

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