Umgang mit Homosexualität

Jackie Hill-Perry: «Der Gesichtsausdruck sagt viel mehr als Worte»

Wie sollte man auf keinen Fall reagieren, wenn ein Freund einem beichtet, dass er schwul ist? Rapperin Jackie Hill-Perry war früher homosexuell und antwortet auf diese Frage aus eigener Erfahrung.

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Jackie Hill-Perry
Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind Teil unserer Gesellschaft, ob man das akzeptiert oder nicht, ob man sie unterstützt oder nicht. Durch die grosse Akzeptanz trauen sich auch immer mehr Menschen, sich anderen mitzuteilen, wenn sie gleichgeschlechtliche Gefühle empfinden oder sich in ihrer sexuellen Identität unsicher fühlen.

Doch gerade in christlichen Kreisen ist dies ein heisses Thema. Für Christen mit homosexuellen Neigungen ist es häufig sehr schwer, sich zu «outen». Aber auch für das Gegenüber ist die Situation nicht einfach: Wie reagiert man, wenn ein guter Freund oder eine engstehende Freundin plötzlich darüber spricht, dass er oder sie gleichgeschlechtliche Gefühle empfindet?

Liebe und Verständnis – nicht nur in Worten

Jackie Hill-Perry war selbst früher homosexuell und bezeugt heute, dass Gott sie verändert hat. Die junge Rapperin, die mittlerweile mit einem christlichen Rapper verheiratet ist und ein Kind hat, wurde gefragt, was das schlimmste sei, das man einem Freund oder einer Freundin sagen könne, der einem beichtet, dass er oder sie homosexuell ist.

Für die 28-Jährige ist ganz klar, dass der Gesichtsausdruck bei der Reaktion viel mehr kommuniziert als die Worte, die folgen: «Wenn jemand so etwas beichtet, schaut er den Gesichtsausdruck des anderen an. Denn du kannst sagen, dass du jemanden akzeptierst, aber dein Verhalten könnte etwas ganz anderes kommunizieren. Ich denke, zuallererst braucht es eine liebevolle und verständnisvolle Reaktion und Haltung.»

«Die schlimmste Reaktion ist Scham»

Doch was, wenn man in so einem Fall zumindest als erste Reaktion weder Liebe noch Verständnis zeigen kann? Die schlimmste Reaktion ist laut Hill-Perry, wenn man Scham oder gar Ekel zeigt. «Ich glaube, wenn man so reagiert, sowohl nonverbal als auch verbal, dann fühlt sich der andere sofort isoliert und verletzlich und denkt vermutlich: 'Ich habe dem anderen gerade so etwas Sensibles erzählt und jetzt spuckt er einfach auf mich…' Deshalb denke ich, dass so eine Reaktion weder gut noch fördernd für ein gutes Gespräch ist.»

Von Gott verändert

Jackie Hill-Perry spricht aus eigener Erfahrung. Im Alter von fünf Jahren wurde sie von einem Freund der Familie sexuell missbraucht. Und das brachte sie, wie sie selbst sagt, später in eine tiefe sexuelle Identitätskrise. Mit 17 Jahren fühlte sie sich von Frauen angezogen und lebte mehrere Jahre lang offen einen homosexuellen Lebensstil.

Dass sie heute mit einem Mann verheiratet ist und ein Kind mit ihm hat, ist ein Wunder Gottes. Denn sie erinnerte sich mit einem Mal daran, was sie vor langer Zeit in der Kirche gehört hatte, nämlich das man verloren ist, wenn man mit Gott nicht im Reinen ist. So kehrte sie zurück in die Kirche und mit der Zeit fühlte sie sich, wie sie heute berichtet, nicht mehr von Frauen angezogen.

Zum Thema:
«Gott änderte mich»: Heute ist Jackie Hill nicht mehr lesbisch
Christen und Homosexualität: Pastor Kaltenbach: «Grosser Unterschied zwischen Annehmen und Zustimmen»
Frei von Homosexualität: «Christen versuchten nicht, mich zu ändern, sie überliessen dies Gott»

Datum: 09.10.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet.ch / Youtube

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