«Nicht-einvernehmlicher» Kuss

Wurde Dornröschen vergewaltigt?

Kein Scherz: Eine «besorgte Mutter» aus Grossbritannien möchte, dass das beliebte Märchen Dornröschen verboten werden soll. Sie verlangt, dass die Geschichte nicht mehr an der Schule ihre Kinder vorgelesen wird. Dies berichten verschiedene Medien. Der Grund dafür ist der «nicht-einvernehmliche Kuss» des Prinzen für das schlafende Dornröschen, um es aufzuwecken.

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Dornröschen-Kuss
Für Sarah Hall ist dieses Verhalten falsch. Gegenüber der Zeitung «The Sun» meint sie: «Ich denke, in Dornröschen geht es auch um sexuelles Verhalten und Zustimmung.» Die Mutter möchte daher nicht, dass ihr sechsjähriger Sohn die Geschichte erfährt.

Älteren Kindern soll sie durchaus vorgelesen werden. Damit könne eine Debatte über sexuelle Belästigung starten. Sarah Hall ist selbst Mutter und kommt aus Northumberland Park. Dort hat sie sich an die örtliche Schule gewandt und wollte, dass ein Dornröschen-Verbot diskutiert wird.

Kinder erlernen Fehlverhalten

Auch auf Twitter hat sie sich über das alte Märchen beschwert. Sie schreibt: «So lange wir solche Erzählungen immer noch in der Schule sehen, werden wir nie tief verwurzelte Einstellungen zu sexuellem Verhalten ändern.»

Die meisten Antworten sind grob beleidigend und sexistisch, manche zustimmend. Die meisten sind schlicht der Meinung: Das ist Blödsinn und zu viel der «political correctness».

«Nicht einvernehmlich»

Also hat Hall nochmal nachgelegt. Der britischen Zeitung «The Sun» sagte sie, der Kuss zwischen Dornröschen und dem Prinzen sei nicht «einvernehmlich» erfolgt. Kinder würden so Fehlverhalten erlernen. Ältere Jahrgänge könnten das Märchen lesen – als Diskussionsstoff im Bezug auf sexuelle Belästigung.

Diskussionsstoff bietet zumindest die Originalversion von «Dornröschen», sie geht auf das Märchen «Sonne, Mond und Talia» des italienischen Dichters Giambattista Basile zurück. In dieser Version wird die schlafende Prinzessin von einem König vergewaltigt und geschwängert. Später verlieben sich beide und wollen heiraten – die eifersüchtige Ex-Königin verbrennt der König.

Zum Thema:
Gemeindeleben praktisch: Missbrauch – heraus aus der Schweigefalle
Trudi Gerster: Adam und Eva statt Hänsel und Gretel 
Mit Märchen Kinder erziehen

Datum: 01.12.2017
Autor: Willy Gautschi
Quelle: Livenet

Kommentare

Auf eine solche abstruse Idee muss man zuerst kommen! Sehr viele Märchen zeigen doch das Böse in der Welt, wo schlussendlich das Gute siegt. Dem Guten zum Recht verhelfen, das Schlechte und Böse aufdecken und richtig stellen. Das ist doch der Sinn der Märchen - die Gerechtigkeit siegt, und stützt damit das moralisch Gute. Nach wie vor bitter nötig! Wenn nun der Prinz das Dornröschen mit einem Kuss ins "Leben zurück holt" ist doch dies menschlich logisch und hat mit "Sexismus" überhaupt nichts zu tun. Wo sind wir gelandet, dass viele nicht mal mehr klar und logisch denken können?

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