Exzess politischer Korrektheit

Grossbritannien: Schulen streichen «v.Chr.» und «n.Chr.»

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Schulen in Grossbritannien vermeiden offenbar – auf Empfehlung einer Religions-Kommission immer häufiger die Bezeichnungen «B.C.» und «A.D.». Sie wollen damit verhindern, dass Nichtchristen sich verletzt fühlen.

Die traditionellen Begriffe «B.C.» (Before Christ, vor Christus) und «A.D.» (Anno Domini, «das Jahr des Herrn») werden ersetzt durch «B.C.E.» und «C.E.» - für «Before Common Era» (etwa «vor der gegenwärtigen Zeitrechnung») und «Common Era» («Gegenwärtige Zeitrechnung»). Die Geburt Christi wird dabei immer noch als Wendepunkt der Zeitrechnung beibehalten.

Wie die Zeitung «The Telegraph» berichtete, haben eine Reihe von Behörden die neue Schreibweise bereits übernommen, andere prüfen den Wechsel. Die «Standing Advisory Councils for Religious Education» (SACREs) hatte empfohlen, «B.C.» und «A.D.» aus dem Religionsunterricht zu streichen, um Nichtchristen gegenüber «sensitiv zu sein». Offenbar seien die Bezeichnungen «BCE» und «CE» bereits seit dem 6. Jahrhundert bekannt. «Viele Christen empfinden diese Bezeichnungen als Affront gegenüber der Christenheit. Aber BCE/CE werden unter Historikern so etwas wie ein «Industriestandard». Schüler müssen darum lernen, diese Begriffe zu erkennen, wenn sie ihnen begegnen», fährt die Kommission fort. So habe noch der deutsche Astronom und Mathematiker Johannes Kepler im Jahre 1615 die Bezeichnung «Anno aerae nostrae vulgaris» verwendet (etwa: «Im Jahre unserer gewöhnlichen Zeitrechnung»).

«Grosse Schande»

Kritiker haben die Empfehlungen scharf als «Kapitulation vor politischer Korrektheit» angegriffen. Jüdische und muslimische Autoritäten erklärten, dass sie sich von den Bezeichnungen «v.Chr.» und «Jahr des Herrn» nicht verletzt fühlten. Der frühere Erzbischof von Canterbury, Lord Carey, beschrieb die Entscheidung, B.C. und A.D. zu ersetzen, als «grosse Schande». Er habe noch nie einen muslimischen oder jüdischen Führer getroffen, der sich vom Gregorianischen Kalender angegriffen fühle. Paul Smalley, nationaler Vorsitzender der SACRE-Kommissionen, erklärte demgegenüber, dass die einzelnen Regionalgruppen und Schulen selbst entscheiden könnten, welche Form der Datierung sie benutzen wollen.

Die SACREs sind seit 1988 dafür verantwortlich, alle 5 Jahre den Lehrplan für Religionsunterricht in Schulen zu untersuchen und gegebenenfalls zu revidieren.

Zum Thema:
Linguist Peter Eisenberg: Genderwahn verwüstet die Sprache
GenderGaga: Über Ampelweibchen und andere Absurditäten
Machtwort, Feuereifer und Herzenslust: Wie die Bibel die deutsche Sprache beeinflusst

Datum: 06.10.2017
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Times

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