Unschuldig gefangen

«Wir spürten, dass Gott uns im Gefängnis gebrauchte»

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Sie wollten einfach nur für eine kranke Frau beten. Doch am Ende verbrachten sechs indische Christen einen Monat dafür im Gefängnis. Heute freuen sie sich darüber, was während ihrer Haft passiert ist.

Einer von ihnen, Dasrath Karketta, war selbst von Krebs geheilt worden, als er Christ wurde, und so bat ihn Bikhru Majhi, ein Mann aus ihrem Dorf im indischen Bundesstaat Jharkhand, ebenfalls um Gebet. Seine Frau ist seit langem krank und obwohl er selbst Hindu ist, glaubt er, dass der Gott der Christen heilen kann. «Bikhru Mahji hörte unsere Zeugnisse», berichtete Karketta gegenüber Morning Star News. «Er war erstaunt darüber, wie ich geheilt wurde und wollte Gebet für seine Frau.»

«Wo ist euer Gott?»

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Vier der sechs gefangenen Christen
Doch es kam ganz anders. Am besagten Abend, Mitte September dieses Jahres, versammelten sich mit einem Mal eine Menge wütender Dorfbewohner vor dem Haus, in welchem die sechs Christen für die kranke Frau beteten. Die Christen, fünf Männer und eine Frau zwischen 19 und 50 Jahren, traten auf die Strasse, um den Mob zu beschwichtigen. Sie hätten nichts Verbotenes getan, hätten weder getrunken noch gestohlen, noch nicht einmal jemanden zu bekehren versucht – sie hätten einfach nur gebetet. «Wir gaben unser Bestes, um Frieden mit ihnen zu schliessen, aber sie hörten nicht zu», erinnert sich Karketta.

«Sie schlugen uns und schrien: 'Wo ist euer Gott? Wo ist euer Jesus? Was kann er schon machen? Ruft ihn doch…'» Drei Stunden später, um 11 Uhr abends, kam die Polizei, schlug zunächst zwei der Christen und nahm dann alle sechs gefangen. Auch die 19-jährige Balmuri Kumani, obwohl es in Indien aus Sicherheitsgründen verboten ist, Frauen nach Sonnenuntergang festzunehmen – das ist nur in Ausnahmefällen und in Anwesenheit einer Polizistin möglich. Doch nichts davon wurde eingehalten. «Es kam keine Polizistin für mich», berichtet Kumani. «Ich war die einzige Frau und es war beängstigend – aber ich vertraute dem Herrn!»

Voller Freude im Gefängnis

Genau das taten alle sechs – und erlebten, wie Gott die Zeit im Gefängnis zu seiner Ehre nutzte. «Wir verbrachten einen Monat voller Freude im Gefängnis», erzählt Karketta. «Wir sangen Lieder, lasen in der Bibel, beteten und lobten Gott. Wir erzählten das Evangelium auch anderen Häftlingen – und es kamen Menschen zum Glauben. Wir spürten, dass der Herr uns dort für sein Werk gebrauchte und wir freuten uns einfach darüber!»
Währenddessen war Kumari im Frauengefängnis ganz allein. Doch auch sie erfuhr Gottes Hilfe. «Selbst im Gefängnis betete und sang ich zusammen mit anderen Christen. Jeden Sonntag besuchten uns gläubige Schwestern von ausserhalb des Gefängnisses und veranstalteten einen Gottesdienst.»

Bitte um Verzeihung

Mitte Oktober wurden dann alle sechs nach Zahlung einer Kaution freigelassen. Erstaunlicherweise kamen einige der wütenden Dorfbewohner – in der Zwischenzeit waren auch Kumaris Eltern wegen ihres Glaubens bedroht worden – auf die junge Frau zu und baten um Vergebung. «Die Leute, die mich an dem Tag geschlagen hatten, kamen und baten nach meiner Freilassung um Vergebung. Aber in den Herzen von einigen ist immer noch viel Bitterkeit.»

Zum Thema:
Neuer Nationalismus in Indien: «Christen und Muslime sind Aussenseiter»
Zehn Gemeinden betroffen: Indischer Bundesstaat verbietet Gottesdienste
Mit Hirnblutungen ins Spital: Indien: Hinduistische Extremisten knüppeln Pastoren nieder

Datum: 06.12.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / The Morning Star

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