«Tag der Freizügigkeit»

Wo der Valentinstag verboten ist

Der Valentinstag wird in den westlichen Ländern als – leicht kitschiger – Tag der Freundschaft gefeiert. Anderswo tobt ein währschafter «Kulturkampf» um ihn. In diversen Ländern ist der Valentinstag sogar offiziell verboten.

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In Indonesien gehen Muslime auf die Strasse, um gegen den Valentinstag zu protestieren.
So wurde in Pakistan zum zweiten Mal dieses Jahr per Gerichtsbeschluss jede Werbung und Veranstaltung für den Valentinstag verboten. Medien dürfen keine Werbung zum Valentinstag bringen, TV-Sender keine Filme oder Beiträge dazu zeigen, wie die deutsche «BILD» berichtet.

Gegen die pakistanische Kultur

Ein Privatmann hatte die Klage eingereicht, weil der Valentinstag ein «Deckmantel» sei, um «Unmoral, Nacktheit und Unanständigkeit» zu verbreiten, was gegen die «pakistanische Kultur und Religion» verstosse.

Andere lassen sich die Freiheit nicht nehmen. «Ich werde den Tag feiern … es ist meine Entscheidung», sagte der 21-jährige Student A.A. in Islamabad. Trotz des Widerstandes von Hardlinern ist der Tag der Freundschaft in einigen Gebieten sehr populär geworden. Blumenverkäufer Salman Mahmod sagt etwa: «Ich habe keine Ahnung, welche Gefahren diese Islamisten darin sehen, dass ich ein wenig mehr Blumen verkaufe und die Leute die Gelegenheit haben, etwas zu feiern.»

«Eine dekadente westliche Sitte»

Pakistan ist nicht das einzige Land, das Probleme mit dem Tag der Freundschaft hat. So wird in Saudi-Arabien ein strenges Verbot von der Religionspolizei überwacht und Verstösse streng geahndet. Trotz diverser «Liberalisierungen» unter Kronprinz Mohammed Bin Salman sitzen Männer und Frauen im Restaurant getrennt. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind verpönt. 2014 wurden fünf Saudis zu insgesamt 39 Jahren Gefängnis und 4'500 Peitschenhieben verurteilt, weil sie am Valentinstag mit Frauen getanzt hatten, mit denen sie nicht verbunden waren.

Auch die Politik des Iran ist nicht gerade herzerwärmend. Nach einem Bericht von «The Economist» aus dem Jahr 2013 beschreiben staatliche Stellen den Tag als «eine dekadente westliche Sitte – ein gotteslästerliches kulturelles Hintertürchen des herrschenden kapitalistischen Systems, mit dem Ziel, die grundlegenden Familienwerte des Iran zu zerstören».

«Mit freiem Sex assoziiert»

In Indonesien ist der Tag nicht offiziell verboten, aber in dem Land mit der grössten muslimischen Bevölkerung der Welt protestieren konservative Muslime und Kleriker immer wieder gegen ihn. So demonstrierten islamische Schülerinnen mit selbstgemalten Plakaten gegen den Tag: «Der Valentinstag steht für freien Sex, und das macht uns Angst».

Das mehrheitlich islamische Malaysia hat den Tag ebenfalls als unmoralisch verboten, basierend auf einem Fatwa-Spruch von 2005. Nicht alle Muslime teilen diese Ansicht, und 2014 wurden 80 Personen verhaftet, weil sie den Valentinstag feierten.

Zum Thema:
Gewaltfreier Valentinstag: Jamaikas Polizei und Pastoren vermitteln bei häuslicher Gewalt
Der Mann hinter den Rosen: Valentin starb, weil er Christ war

Zum Valentinstag: Geliebt, gewollt und niemals vergessen

Datum: 14.02.2018
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Today / BILD

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